Seelenverkäufer:
章节目录
共 209 题- M. GONTARD-SCHUCK
- SEELENVERKÄUFER
- VIERTES UND FÜNFTES TAUSEND
- BERLIN / F. FONTANE & CO.
- Inhalt
- I. Kindheit 1
- II. Der neuen Welt zu 24
- III. Nacht 36
- IV. Sonnenaufgang 94
- V. Als Stewardeß 131
- VI. Im sichern Hafen 183
- VII. Eine Abrechnung 224
- VIII. Ans Werk 255
- I.
- Mehr als für Ruhe und Glück des Mädchens gut war. -- -- --
- Ich bin auch fortgekommen -- aber schön ist es hier nicht. -- --
- Er hat wohl schon mehr junge Mädchen gekannt und geliebt. --
- Dieses heimliche Suchen und Finden. -- -- --
- Ich war so selig, alles in mir drängte diesem Manne entgegen. -- --
- Ich krabbelte mich heraus, nahm einen Arm voll und tat das gleiche. --
- Den nächsten Wagen lud ich nicht mit ab. -- --
- Alles war wie bisher, nur ich war eine andere. --
- Es lag wie ein Bann über uns allen. -- -- --
- Großmutter soll mich bald besuchen. -- -- --
- Aber die Langeweile! Die vielen unausgefüllten Stunden! --
- Ob ich wohl auch hier wäre, wenn meine Mutter noch lebte? -- -- --
- Ob er nicht weiß, wo ich bin? -- -- --
- Wenn ich nur wüßte, was dann aus mir werden soll! -- --
- Aber ich will nicht sterben! Ich bin noch so jung. -- -- --
- Ich will etwas lernen, dann brauch' ich keinen Mann zu heiraten. -- --
- Mein Haar wächst wieder! Ich fühle mich mit jedem Tage wohler. -- -- --
- II.
- Er war sehr traurig -- und da tat er mir wieder leid. -- --
- Also ich habe mich nun doch mit Herbert Smith verlobt. --
- Ich müßte kein Mädchen sein, wenn ich mich nicht gefreut hätte. --
- Ein bißchen eitel darf ich wohl sein. --
- Er hat mir heute nachmittag schon seinen Plan entwickelt. --
- Und nächstes Jahr kann ich schon wieder nach Deutschland zu Besuch. --
- Es ist vielleicht gut so. -- --
- Gestern sprach ich mit dem Zahlmeister darüber, der lachte. --
- Der Zahlmeister wird wohl recht haben. -- --
- Wenn ich dann wieder einschreibe, ist es in der Neuen Welt. -- --
- III.
- Ich bin gefangen! Wo? Ich weiß es nicht. --
- Ich war plötzlich so müde. --
- Müde schlief ich endlich wieder ein. -- --
- Ich dachte an die versprochenen Kleider aus Samt und Seide. -- --
- Meine Wirtin antwortete nicht, sie lächelte nur zustimmend. --
- Ach Gott, mein Geld! Daß ich daran nicht gedacht hatte! --
- Ich sah ihn gar nicht an. --
- Ein paar Tage früher oder später, es sei nur mein eigener Schaden. --
- Wieder kroch ich ins Bett. --
- Sich und ihr ganzes zertretenes Geschlecht würde sie rächen. --
- Ach, ich glaube, ich werde wahnsinnig oder schlecht. -- --
- Ich bin keine Dirne und will auch keine werden. --
- Aber die Mauer ist hoch und der Zugang zum Hofe ist bewacht. --
- Arme Bronja. -- --
- Und er hilft mir ja doch nicht heraus. -- --
- Ich habe mich nachher sattgeweint. -- -- --
- Wenn ich dann nicht schon tot bin. -- --
- Ich möchte sie an meine Stelle wünschen. -- --
- Aber dabei könnte man weinen. -- -- --
- Er kommt noch einmal wieder. -- --
- Ich flehte den Doktor an, mir zu helfen. --
- Aber das ist ja gerade mein Unglück. --
- Er war da! Schon am zweiten Abend kam er wieder. --
- Es war trotzdem ein so glücklicher Abend. --
- Aber er hat doch einen Plan. Sie wollen mich entführen. --
- Ich bin mit Bronjas Freundschaft vollständig zufrieden. --
- Erst natürlich ordentlich getrunken und dann ging es los. --
- Mary wurde weggetragen und Bobbi ging mit Sofia nach oben. --
- Sonderbare Seelenabgründe sind es, die das Leben zeitigt. --
- 4. September.
- Ich habe richtig vermutet. Gestern waren zwei Neue im Salon. --
- Also ist es mir im Verhältnis noch gut ergangen. -- --
- Wir sollten zu Bett, damit wir abends wieder frisch wären. --
- Ich liebe ihn! Ganz gewiß, ich liebe ihn. -- -- --
- Der Doktor war hier. Er ist doch treu. --
- Wie ein Roman hört sich's an, wenn sie ihre Geschichte erzählt. -- --
- Als die Frau merkte, was los war, mußte sie aus dem Hause. --
- Auch ein Standpunkt. -- --
- Ach, wenn es doch gelingen wollte! --
- IV.
- Vorläufig dachte ich nur an den Augenblick. --
- Und doch habe ich es, er selbst hat es mir gegeben. --
- Es muß anders werden, ganz anders. --
- Aber nun, wo ich in Ruhe bin, quält es mich um so mehr. --
- Ich muß das Geheimnis mit mir herumtragen. -- --
- Abends beim Schlafengehen und morgens beim Aufstehen. --
- Ich weiß nicht, wie ich ihm danken soll. --
- Mich kostet es leider eine schöne, liebgewordene Gewohnheit. -- --
- Zu schön, um wahr zu werden. -- --
- Wäre ich nicht mit ausgegangen! -- -- --
- Wer war es nur? --
- Ich schüttelte den Kopf und sah ihn hilflos an. --
- Ach, könnt' ich schlafen, schlafen, um nie mehr aufzuwachen. -- --
- Und das alles hat die arme Frau allein durchmachen müssen. --
- Wäre doch die Reise erst zu Ende. --
- Was soll nur werden? -- -- --
- Soeben war ein Herr vom Kontor bei mir. --
- Nicht ängstigen! -- Wie ruhig er das sagt! --
- Sind das nun Worte -- nur Worte? Was ist daran wahr? --
- Mutter, hilf mir! -- -- -- --
- Heute habe ich die Sachen meines Mannes bekommen. --
- Nur die paar armseligen Sachen bezeugen mir, daß er gewesen. --
- In seinem Taschenbuch nichts. Aufzeichnungen, mir unverständlich. --
- Erbarme dich, du Unbarmherziger da oben, und gib mir Gewißheit. --
- Zu ihm, zu ihm! Das soll jetzt meine Aufgabe sein! --
- Er war der Besten einer. -- --
- Er meint, ich solle bei der Kompanie als Stewardeß fahren. --
- V.
- Seit drei Tagen bin ich auf der »Nirwana« als Stewardeß. --
- Ja, ja, Frau Marie hat ganz recht, alles hat seine zwei Seiten. --
- Er wird mir beistehen, sein Geist wird um mich sein. -- --
- Gebranntes Kind scheut's Feuer. --
- Aber doch -- etwas länger hätte es schon währen dürfen. -- --
- Ich bin müde, so müde! Ich will schlafen gehen. --
- Ich bin leider kein Liebling der Götter! -- --
- Schade! Sie ist reizend! -- -- -- --
- Ich könnte ihn schon leiden, er ist ein rechter Mann. --
- Herr Siegel sorgt also dafür, daß ich ihn nicht vergesse. --
- Bald sind wir wieder daheim. --
- Ich bin ja nun auch nicht mehr so dumm. --
- Ich will noch bis Oktober fahren, dann bleibe ich drüben. --
- Was verbirgt er vor mir? --
- Ich muß mal mit meiner Kollegin sprechen. --
- Ja, ja, in Amerika wird alles gemacht. -- --
- Ich schäme mich manchmal meiner selbst. --
- Mittags um eins lunchen sie und abends um sechs essen sie zu Mittag. --
- Ich bin wirklich neugierig -- nur neugierig. -- --
- Er, der so gut zu dir war und den du nie vergessen wolltest! --
- Und ich will mir Mühe geben, ein ganzer Mensch zu werden. --
- An uns rächt sich die alte Vernachlässigung. --
- Mr. Siegel schickt mir soeben einen Brief. --
- Nur darf er das nicht wissen. --
- Noch einmal bin ich um den Außendeich gegangen. --
- Wie das Laub zu meinen Füßen starb mein schöner Sommertraum. --
- Vorbei! --
- VI.
- Ich fürchte nur, es wird auch nicht oft einen Mr. Siegel geben. --
- Heute Abend fahren wir weiter. --
- Wer gibt mir Gewißheit? --
- Ich bin einige Monate recht faul gewesen. --
- Und müde bin ich, so müde. --
- Er ist für einige Wochen hier zur Erholung. --
- Nur meinen Namen darf der Doktor nicht nennen. -- --
- Kann man sich unglücklich fühlen in solcher Umgebung? -- --
- Einfache tägliche Erlebnisse, kleine Freuden, kleine Leiden. --
- Ich suche etwas und weiß nicht was. --
- Hoffentlich ist sie nicht zu sehr enttäuscht. -- --
- Die letzten Tage in Deutschland sind uns wie im Fluge vergangen. --
- Ich habe Heimweh und bin nirgends zu Hause. --
- Das Geschäft muß sehr viel einbringen, denn er fährt erste Kajüte. --
- Nur jetzt laß ihn mir noch, noch ist es zu früh. --
- Was ihr an Liebe fehlt, muß sie durch Pflichtgefühl ersetzen. --
- Ich möchte ihn hassen -- und doch -- ich kann es nicht. -- --
- Könnte ich ebenso sagen von dem, was früher geschah! -- -- --
- Gibt es größere Liebe? --
- Um zwölf Uhr wollte der Arzt noch einmal kommen. --
- Sie kann es nicht fassen. --
- Die Natur ist grausam in ihrer ausgleichenden Arbeit. --
- Ich habe keine Zeit zu müßigem, tatenlosem Jammern. --
- Ich weiß nicht, soll ich ihn hassen oder lieben? --
- Kronen drücken schwer. -- -- --
- Die Sünden der Väter. -- --
- Ich habe ihn sehr hoch geschätzt, er war der Besten einer. --
- Ich will Aufschluß über Leben und Tod meines Kindes. --
- VII.
- Warum hat man es mir verheimlicht? --
- Und dann sei ich verschollen gewesen. --
- Sie haben es gut gemeint! Gewiß, ich muß wohl noch dankbar sein. --
- Sie schweigen -- sind verlegen -- was soll das bedeuten? --
- Meinen Sohn! -- --
- Nur jetzt noch nicht, noch ist sie nicht reif genug dafür. --
- Ja, das ist es! Ich freue mich darüber! Ich will ihm wehe tun! --
- Es ist nur menschlich! Wer hat nach _meinen_ Gefühlen gefragt? --
- So rasch hatte ich die Wirkung meines Briefes nicht erwartet. --
- Er ging. Merkwürdig gebückt, trotz seiner noch jungen Jahre. --
- Aber das weiß nur ich allein. -- --
- Lou ist fünfzehn Jahre und er achtzehn. --
- Auch Millionäre können ihren Kindern nicht alles geben. -- --
- Wird es mir doch zu schwer, das rechte Wort zu finden -- --
- So war es also gerade die rechte Zeit. --
- Ich hoffe es, ist er doch noch jung. --
- Es wäre deshalb doppelt gut, wenn die Arbeit geteilt würde. --
- Wir sitzen am Kapitänstisch, sind also bevorzugt, gewissermaßen. --
- Das Geld ist doch eine große Macht. -- --
- Ich werde den Doktor aufsuchen, er wird mir raten. --
- Ich will zum Konsul gehen, er wird mir helfen. -- --
- Nun kann ich ruhig sein, dies war der Prüfstein. --
- Ich wollte, es wäre ein Traum gewesen. --
- In aller Frühe schon kam ein Strauß dunkelroter Rosen. --
- Glückliches Kind! -- --
- Es ist wie ein unerträglicher Zwang. -- --
- VIII.
- Und es kam besser. --
- F. FONTANE & Co., BERLIN/DAHLEM (Post Grunewald)
- AMERIKA-LITERATUR
- Ratschläge und Erlebnisse
- Ausg. A. (mit einem Katechismus für Auswand.) cart. M. 1.--
- Ausg. B. Brosch. M. 3.--, gebund. M. 4.--
- VIII. Aufl. Brosch. M. 5.--, geb. M. 6.50
- Nordamerikanische Reiseskizzen
- II. Aufl. Brosch. M. 5.--, geb. M. 6.50
- Reisebriefe
- Brosch. M. 3.50, geb. M. 5.--
- VIII. Aufl. Brosch. M. 4.--, geb. M. 5.--
- IV. Aufl. Brosch. M. 5.--, geb. M. 6.50
- VII. Aufl. Brosch. M. 1.--, cart. M. 2.--