Nun bin ich allein.
Ich habe ein ganz einfaches, sauberes Stübchen. Frau Martin, bei der ich
wohne, ist die Witwe eines Beamten und lebt in ziemlich beschränkten
Verhältnissen. Sie ist vom Großvater wohl in meine Geschichte eingeweiht
worden, sie quält mich nicht mit Fragen. Sie ist lieb und gut zu mir und
tröstet mich, wenn mich das Heimweh gar zu sehr packt.
Ich helfe ihr ein wenig in der kleinen Wirtschaft, dann vergesse ich
wenigstens für kurze Zeit meinen Kummer.
Was soll ich auch immer tun?
Ich habe so viel überflüssige Zeit zum Denken.
Ich schreibe Briefe an Rudolph, ohne je einen abzusenden.
Und nun habe ich mir sogar ein Tagebuch gekauft, obgleich ich sonst
nicht für solch überflüssigen Kram bin. Tagebücher und Poesiealbums
waren mir immer greulich. --