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Ich bin glücklich! Gerade, wenn man keinen Ausweg sieht, kommt manchmal
von einer Seite, an die man am wenigsten gedacht, die rettende Hand. --
Ich gehe nach _Amerika_!
Mit vier Worten ist es gesagt, und birgt doch so viel in sich.
Aber nur ruhig und vernünftig!
Also: Die Großmutter hat ihre einzige Schwester drüben. Lange schon.
Geschrieben haben die Schwestern sich zuweilen, aber sehr lebhaft ist
der Briefwechsel gerade nicht gewesen in den letzten Jahren.
Die Großmutter hat nun auch mein Unglück nach drüben berichtet, und da
hat die Großtante geschrieben, ich solle nach drüben kommen. Sie habe
sich schon immer ein Töchterchen gewünscht. Nach einigen Jahren, wenn
ich Sehnsucht nach den Großeltern habe, könnte ich ja auch einmal wieder
zu ihnen fahren.
Ich freute mich sehr, ich lachte und weinte in einem Atem. Da war die
Großmutter sehr traurig, aber dann sagte sie, auch sie sähe ein, daß es
das beste für mich sei, und ich solle in Zukunft so leben, daß ich
täglich und stündlich bestrebt sei, das auszulöschen, was ich unbewußt
gesündigt. Das sei die beste Sühne. -- --
Nun weiß ich nicht recht, wie mir ist. Ich freue mich und bin doch auch
wieder traurig. Aber die Freude überwiegt. --
Ich werde sehr fleißig sein in Amerika, damit ich bald reich werde, dann
komme ich wieder, aber Rudolph Schönewald heirate ich dann auch nicht.
Ich hasse ihn! --
Großmutter kauft mir jetzt allerlei schöne Sachen, Wäsche und Kleider.
Schon am 28. Mai soll ich fahren. Ein Brief an die Großtante ist schon
fort, und ein Platz auf dem Dampfer ist auch bestellt. Die Großeltern
fahren beide mit nach Bremen.
Ich habe sehr viel zu tun jetzt, da werde ich lange nicht einschreiben
können.