In einem kleinen mährischen Dörfchen im Armenhaus groß geworden, wird
sie von Deutsch-Amerikanern, die zu Besuch in der Heimat weilen, als
Mädchen für alles mit nach Amerika genommen.
Sie, die bis dahin kaum satt zu essen bekommen, blüht bei der guten Kost
auf wie eine Rose. --
Sie hatte es gut in ihrer Stelle. Der Mann, der eine gutgehende Bäckerei
in Pittsburg hatte, hielt die Familie gut -- aber -- aber. -- Die Frau
war ziemlich verblüht -- war wohl auch nie eine Schönheit gewesen -- und
nun gar -- neben der üppig aufblühenden achtzehnjährigen Lilly!
Was Wunder, daß die Augen des Mannes immer häufiger und unruhiger auf
Lilly hafteten. --
Lilly schlief mit der ältesten Tochter ihrer Herrschaft in einem Bett,
einem jener breiten amerikanischen Betten, in denen bequem ein halbes
Dutzend Kinder liegen könnte.
Die Sommernächte waren schwül und heiß. Die gute Kost hatte alles in ihr
zur Entfaltung gebracht, die Sinne forderten ihr Recht.
Und eines Nachts -- genau als ob es in ihren wollüstigen Traum paßte,
kommt ihr Dienstherr und nimmt sich, was ihm ohne Widerstreben gegeben
wurde. --
Wie eine Frucht, die sich überreif vom Baume löst, so fällt Lillys
Jungfräulichkeit dem alternden Manne in den Schoß. --
Die Tochter daneben ist nicht einmal gestört worden in ihrem kindlichen
Schlummer. -- --
Doch die inbrünstige Umarmung hatte Folgen -- was nun?
Der Mann war nicht schlecht, er versprach für Lilly zu sorgen.