Ich schäme mich manchmal meiner selbst. --

* * * * *

Heute, am Ankunftstag, war auch wieder ein Korb Rosen für mich da. Ich

hatte beinahe nicht daran gedacht über all dem Ankunftstrubel. --

Wir hatten einen Ausreißer an Bord und wußten nichts davon. Erst als bei

Sandy Hook Bundesmarschall Bernhard an Bord kam, erfuhren wir, was wir

für interessante Ladung gehabt hatten.

Einen Bankdirektor mit seiner Geliebten.

Dieser Bernhard ist ein schrecklicher Spürhund, er hatte die beiden

sofort.

Der Herr, der unter anderm Namen in die Passagierliste eingetragen war,

wurde leichenblaß, als Bernhard ihn plötzlich ganz jovial mit seinem

rechten Namen anredete. Er tat mir ordentlich leid.

Nun müssen beide wieder mit zurück, aber dieses Mal nicht in der ersten

Kajüte. -- --

* * * * *

Ich habe erst heute, nachdem wir schon wieder zwei Tage auf See sind,

einige Minuten Zeit, ein wenig mit dir zu plaudern. --

Ich bin also wirklich mit Mr. Turner ausgewesen. Frau Martens und der

Kapellmeister sind mit mir gegangen.

Mr. Turner holte uns am Ferryboot ab und ging erst mit uns nach dem

Hoffmannhaus, wo wir ein Glas Wein tranken. Dann rief er ein Auto und

fuhr mit uns durch den Park. --

Ich wäre furchtbar gern mal den Broadway hinauf gefahren und hätte nach

dem Hause gesehen, aber ich wagte nicht, etwas davon zu sagen.

Wer weiß auch, ob ich es gefunden hätte. Ich bin bei Nacht heraus, ich

weiß nicht mal, wie es aussieht. --

Nach der Fahrt haben wir dann am oberen Broadway gegessen; geluncht, wie

man hier sagt.

Seelenverkäufer: Das Schicksal einer Deutsch-Amerikanerin · 第 128 / 209 题