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Mein Mann erholt sich nicht wieder. Der Arzt läßt mir keine Hoffnung.
Es kann noch Monate währen, es kann auch plötzlich kommen, ich muß auf
alles gefaßt sein. --
Es ist Arterienverkalkung dazugekommen.
Der Ärmste, er hat in seiner Jugend zu viel gearbeitet und entbehrt.
Ich bin jetzt ganz gefaßt und zeige meinem Manne immer ein fröhliches
Gesicht; er darf nicht ahnen, wie es um ihn steht.
Ob er wirklich nichts ahnt? -- Seine sonderbaren Reden machen mich
manchmal stutzig.
»Du hast mich sehr glücklich gemacht, Liebling,« sagte er kürzlich zu
mir.
»Tu' ich es denn jetzt nicht mehr, Liebster?« fragte ich scherzend.
»Immer! Aber wenn ich einmal von dir gehen sollte, Lotti, wirst du mich
auch nicht so bald vergessen?«
»Ich dich vergessen? Wie redest du nur? Du bleibst noch lange bei uns.
Denk' an Lou! An deine Lou! Du mußt noch bei uns bleiben! Hörst du?«
Tränen liefen mir über die Wangen, und auch ihm verging vor Rührung die
Stimme. »Wie gerne möchte ich! Und doch, kann ich nicht ohne Sorge
gehen? Ruht nicht mein Lebenswerk in guten Händen? Du bist ein ganzer
Mensch geworden, meine Lotti.«
»Du warst mein Lehrer, ich war in guten Händen.«
* * * * *
Ich möchte gern wieder einmal in meinen Wald, darf aber nicht wagen,
meinen Mann zu verlassen.
* * * * *
Gestern hatte ich eine Begegnung, die mich gleicherweise erschreckte und
erfreute.
Der Herzog ist hier, der Herzog von B.
Das also ist mein Vater! Dieser blasse, schmale Herr!
Ich hab' ihn mir anders vorgestellt. Als einen ritterlichen, sieghaften
Mann. --
Er wird anders gewesen sein, als meine Mutter ihn geliebt hat. Nun ist
er krank, herzleidend natürlich.
Er hat keine Kinder und eine kalte, unsympathische Gattin.
Das ist die Strafe! Die gerechte Strafe für meine zerstörte Jugend und
den frühen Tod meiner Mutter.