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Wie langsam und bleiern die Stunden in die Ewigkeit rinnen!
Wie furchtbar muß ein Mensch kämpfen, ehe er die Hülle abwerfen kann,
die doch zuweilen so unsäglich schwer drückt.
Stunden hatte ich bereits am Lager meines Mannes gesessen. Er schien zu
schlummern, langsam und stoßweise nur ging sein Atem.
Plötzlich bewegte er sich, sah mich einen Augenblick sinnend an und
sagte dann langsam und schwerfällig:
»Küsse mich, Lotti, und küsse unsere süße Lou von mir. Sie soll nicht
hierherkommen jetzt. Es ist kein Anblick für ein Kind, wenn ein Mensch
mit dem Tode ringt.«
Er machte eine kleine Pause und winkte abwehrend mit der Hand, als ich
ihn unterbrechen wollte. Dann fuhr er fort:
»Du hast mich sehr glücklich gemacht, Lotti. Du hast die Sonne in den
grauen Alltag meines Lebens gebracht, ich danke dir dafür.
Mit der Fabrik wirst du gut fertig werden, Thomas steht dir zur Seite.
Es wäre mir sehr lieb, wenn du sie behalten wolltest, meine besten Jahre
hat sie mir gekostet.
Mich aber laß hier in der Heimat, und willst du lieber bei mir bleiben,
so sei auch dafür gesegnet.«
Erschöpft schwieg er.
Sanft strich ich ihm den Schweiß von der Stirn und drückte einen Kuß
auf die Lippen, die nur Worte der Liebe und Güte für mich gehabt hatten.
»Alles soll werden, wie du es wünschest,« sagte ich tröstend, »ich werde
in allem deinem Sinne gemäß handeln.«
Er lag still und ruhig in den Kissen. Die Atembeschwerden schienen etwas
nachzulassen, das Atmen ging leichter.