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Wieder zu Hause. Ich habe mich so über meinen kleinen Pit gefreut, daß
ich wohl geweint habe. Wie war das Tier glücklich! Es konnte mir gar
nicht genug seine Freude und Liebe zeigen; den ganzen Abend ist es nicht
von meinem Schoß gegangen. Und fein war Pit! Frau Meyer hatte ihm extra
ein blaues Schleifchen umgebunden. -- --
Ich könnte nun eigentlich ganz zufrieden sein; verdient habe ich auch
ganz schön -- aber trotzdem, bleiben werde ich nicht in dieser Stellung.
Ich betrachte sie nur als Übergang.
Ich werde mir etwas Geld sparen, da ich meine Kost an Bord habe, brauche
ich ja wenig, und ich will mich offenen Auges umsehen, um vor allen
Dingen einige Bekanntschaften zu machen. --
Wenn ich mit einer älteren Dame aus der ersten Kajüte gehen könnte, wäre
es das beste.
Ich muß doch wieder drüben bleiben, so böse mir auch das erste Mal die
Neue Welt mitgespielt hat. Nur drüben ist die Möglichkeit für mich, hoch
zu kommen.
Man wird doch nicht so sehr nach dem Woher und Wohin gefragt wie in
Deutschland. --
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Weihnacht auf See.
Es war wunderschön. In jedem Salon war ein Baum auch im Zwischendeck und
in den Mannschaftsräumen.
Im ersten Salon ging der Baum bis hinauf durch das große Skylight.
Die Musik spielte überall den Weihnachtschoral, der Kapitän hielt eine
kleine Ansprache, es war wirklich wunderschön.
Ich habe natürlich geweint, ganz furchtbar, ich mußte der beiden
vergangenen Weihnachten gedenken. --
Als alles vorüber war, habe ich mir ein Tuch umgeworfen und bin noch für
einige Augenblicke auf Deck gegangen.
Die Nacht war kalt und klar. Kein Wind und kein Schnee, hoch und rein
wölbte sich der Himmel über der unendlichen Weite. --
Es sind meine schönsten Augenblicke, die ich mir auch beim schlechtesten
Wetter nicht nehmen lasse.
Auf dem Bootsdeck ist ein wunderschönes Plätzchen zwischen dem
Maschinenskylight und dem Rauchzimmer. Hier ist es stets geschützt, auch
bei dem schlechtesten Wetter.
Hier kann ich Ich sein. Hier auf diesem stillen Plätzchen, um mich die
Unendlichkeit, läßt es sich träumen. Mir ist dann, als ob meine Seele
Schwingen bekäme und über die Wellen eilte, um gleichgestimmte Genossen
zu suchen. --
Wenn schlechtes Wetter ist, schlinge ich den Arm um den eisernen Pfeiler
und lasse mich von den Wellen hin und her wiegen.
Es ist ein Gefühl des Gehobenseins in mir. Losgelöst von aller
Erdenschwere schwebe ich mit meiner Seele über die unendlichen
Weiten. --
Heut' ist niemand auf den Decks. Was noch nicht schläft, sitzt in den
Rauchzimmern und feiert Weihnachten. -- --
Auch ich feiere Weihnacht -- heimlich und still mit meinem Liebsten. Ob
er wohl um mich ist heute? Und du, Mutter?
Ob die abgeschiedenen Seelen sich begegnen im unendlichen Raum?
Dann müßten jene beiden, die mir die liebsten waren auf dieser Welt,
zusammen sein. --
Ich muß so viel an das denken, was hinter jenem undurchdringlichen
Vorhang liegt, seit er von mir ging. Und doch werde ich auch mit all
meinem Grübeln nichts erforschen.
Ist es nicht, als ob jemand auf mich zuschritte, als ob eine strahlende
Gestalt auf dem hellen Streif stünde, der über dem Wasser liegt? -- Und
der Geist Gottes schwebte über den Wassern. Kinderglaube -- du bist so
tröstlich. --