Wir saßen noch nicht lange zusammen, da kam der Doktor -- mein Doktor.
Er ging nicht gleich zu mir, er saß erst eine Zeitlang bei Lizzi und hat
mit der eine Flasche Wein getrunken. Dann trat er ganz harmlos auf uns
zu und rief schon von weitem: »Ah, da ist ja auch meine Patientin! Wie
geht's uns denn?«
Dann hat er sich zu uns gesetzt. Wie bin ich glücklich! Wie ist es gut,
daß ich ihn gebeten habe. Der ist klug und kennt die hiesigen
Verhältnisse. Er spricht ganz nett Deutsch, da seine Eltern geborene
Deutsche sind.
Er sagt, auf geradem Wege, mit der Polizei, sei gar nichts zu machen.
Wir müßten überhaupt äußerst vorsichtig sein. Wendeten wir uns an die
Polizei, so bekomme die Rottmann sofort einen Wink, und wenn dann die
Polizei offiziell ins Haus komme, sei ich verschwunden.
Entweder würde ich versteckt oder ich sei schon an ein anderes Haus
verschickt, was noch viel schlimmer sei. Denn dieses Haus hier am
Broadway sei noch eines der besten.
Herr Werner, mein neuer Freund, fragte, ob ich nicht herauszukaufen sei.
Da meinte der Doktor, auch das habe wenig Aussicht.
Erstens würde sie einen unverschämten Preis fordern, und zweitens sei
noch die Frage, ob sie es überhaupt tue.
Ich verdiene ihr vorläufig doch ein gutes Stück Geld, und so sehr junge
Mädchen bekäme sie auch nicht alle Tage. -- --