Keines von beiden! Er ist mir gleichgültig.
Wenn er mir meinen Wunsch erfüllt, bin ich zufrieden.
Sonderbar: mein Vater! Es verbinden sich mir gar keine lieben,
herzlichen Gefühle mit diesem Wort.
Eine unharmonische Kindheit, eine schmutzige, traurige Jugend, und doch
-- wie wunderschön ist es, einen Vater zu haben. Einen Vater, wie er
meiner Lou starb. --
* * * * *
Auch dieser Schritt ist getan: ich habe mein Ziel erreicht.
Ich habe an gar nichts gerührt. Ich habe nur gebeten. Als die Enkelin
des alten Försters Ruhland. --
Um den letzten, innigen Wunsch meines sterbenden Gatten zu erfüllen, sei
ich hier, ich wisse keinen schöneren und passenderen Platz als den in
der Heimat, die ich nie vergessen könne. --
»Förster Ruhland hatte nur ein Kind, eine Tochter?« fragte der Fürst mit
unterdrückter Stimme.
»Nur eine Tochter, Hoheit. Sie war meine Mutter.«
»Ihre Mutter!« flüsterte er. »Wie alt sind Sie, gnädige Frau?«
»Wie alt? Ich bin schon sehr alt! Geboren bin ich im Juni 1872.«
»Achtzehnhundertzweiundsiebzig,« murmelte er und stützte sich schwer auf
die Lehne seines Sessels.
Dann ruhten seine Augen einige Minuten forschend auf meinem Gesicht.
»Ihr Wunsch ist Ihnen erfüllt. Suchen Sie sich den schönsten Platz aus,
gnädige Frau -- oder darf ich »liebes Kind« sagen? Sie sind doch die
Enkelin meines alten, treuen Ruhland....... Ich werde mich bei der
Beerdigung Ihres Gatten vertreten lassen.«
Er reichte mir die Hand, und ich drückte dankbar meine Lippen darauf.
Ein sonderbares Gefühl arbeitete in mir. Ich hatte ihn hassen wollen.
Und nun? Dieser Mann war nicht schlecht, er hatte im jugendlichen
Leichtsinn gesündigt. -- --
Und jetzt war er nicht glücklich.