Ich weiß nicht, wie ich ihm danken soll. --

Nun haben wir auch die Möbel für unsere Wohnstube, fein!

Wie könnt' ich glücklich sein, wenn -- ja wenn die bösen Gedanken nicht

wären.

Ein jedes Vergehen trägt die Strafe gleich in sich -- habe ich einmal

irgendwo gelesen. Wie wahr das ist, das fühle ich jetzt nur zu gut. Ich

bin bestraft durch die fortwährende Angst, daß Werner auch _das_ noch

erfahren könnte.

Ich machte eine kleine Andeutung, daß ich gern einmal die Heimat sehen

würde. Gleich war er bereit.

»Warum nicht, Lieb! Nächste Reise, oder Pfingsten. Fahre ruhig hin; wenn

ich wiederkomme, bist du längst wieder hier. Denn zu den Großeltern

willst du ja doch nicht.«

Ich könnte also reisen! Aber nein, es geht nicht! Das habe ich auch

Werner gesagt; ich habe ihm gesagt, daß es Wünsche bleiben müssen.

»Mir ist es recht, Lieb,« sagte er, »ich will nur dich zufrieden

wissen.«

Ich soll mir ein Hündchen kaufen, damit ich nicht mehr so verlassen bin.

Ich freue mich, ich mag Tiere so gern. Gleich heute werde ich ausgehen

und mir einige ansehen, die in der Zeitung standen.

* * * * *

Meine einsamen Spaziergänge am Außendeich muß ich aufgeben. Es ist hier

wie überall. --

Ein Weib, das allein auf einsamen Wegen geht, ist ein Stück Freiwild.

Oder habe ich etwas an mir? Trage ich ein Kainszeichen mit mir herum?

Wie kann ein Mann sich einfach erlauben, einer Frau, die ruhig ihres

Weges geht, seine Begleitung anzubieten!

Woher nimmt er sich das Recht? Ist das auch ein Stück Herrenmoral?

Seelenverkäufer: Das Schicksal einer Deutsch-Amerikanerin · 第 90 / 209 题