Sie habe noch zehn Dollar Strumpfgeld von ihm bekommen, sagte sie uns
später. --
* * * * *
Den 28.
Jetzt sind es schon beinahe drei Wochen, seit ich Werner kenne. Ich
verfolge im Geiste seine Reise nach Deutschland. Zwölf bis vierzehn Tage
dauert die Fahrt, dann die Zeit, da das Schiff im Hafen liegt, und
endlich die Herreise. --
Ich habe zuweilen solche Angst, daß Werner nicht wiederkommt.
Wenn auch diese Hoffnung scheitert, dann glaube ich an nichts mehr. --
Aber nein, diese Augen können nicht lügen. Er ist ein guter Mensch,
einer von den Wenigen, die es gibt. -- -- -- -- --
Der Doktor hat auch nicht Wort gehalten. Noch nicht ein einziges Mal war
er hier, und ich hatte doch so darauf gehofft. Er wird mich vergessen
haben oder er will nicht kommen. --
* * * * *
Mir kommt es vor, als ob wieder irgend etwas im Hause vor sich ginge.
Wenn mich nicht alles täuscht, sind wieder Neue eingebracht worden. Das
alte, schreckliche Geschöpf, das mir am ersten Morgen mein Frühstück
brachte, begegnete mir heute früh auf der Treppe. Ich habe es Bronja
erzählt, und die meint, das würde wohl so sein. Wenn neu Aufgegriffene
ankommen, dann muß immer diese Person die Bedienung besorgen. Sie ist
der Rottmann ergeben auf Tod und Leben, weil sie sonst nirgends mehr hin
kann. Sie ist unheilbar geschlechtskrank. -- Die Rottmann behält sie
aber, weil sie für diese Henkersdienste jemand haben muß, der
verschwiegen und ihr blindlings ergeben ist.
Und dieses Mädchen -- anstatt jede Geschlechtsgenossin zu warnen und ihr
Gelegenheit zu geben, aus diesem Hause wieder hinauszukommen -- hilft
mit einer wahren Wollust dabei, sie zu verderben. --