Ich bin wirklich neugierig -- nur neugierig. -- --

* * * * *

Ich will froh sein, wenn diese Reise zu Ende ist. Ich habe eine Unruhe

in mir, die mich kaum schlafen läßt. --

Ist es die Ahnung vor etwas Unbestimmtem?

Wenn ich jemand hätte, der mir nahe stünde, so würde ich fürchten, es

sei etwas passiert, aber so? Wessen Geschick geht mich etwas an? Nur

mein kleiner Pit freut sich auf mein Kommen, sonst niemand. -- --

* * * * *

Der übliche Rosenstrauß erwartete mich, aber kein Wort, ob er kommt. Ich

bin so erregt, daß ich gar nicht weiß, wie ich die Tage hinbringen soll.

Warum beunruhigt mich dieser Mann so mit seinen Blumen?

Eine leichtsinnige Tändelei sieht ihm nicht ähnlich.

Dieser breitschultrige, kräftige Mann mit den scharfen Zügen hat mir

nicht den Eindruck gemacht, als ob er seine Zeit mit Nichtigkeiten

hinbrächte.

Wäre es doch schon Mittwoch! Die Tasche habe ich noch nicht ein einziges

Mal gebraucht, wann sollte ich auch? Noch bin ich in Trauer um meinen

Gatten, und meine schwarzen Kleider vertragen keine so prunkvollen

Beigaben. -- --

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Morgen fahren wir ab. Ich bin in einer Unruhe, für die ich mir selbst am

liebsten die Erklärung schuldig bliebe.

Ich kann nicht sagen, daß ich mich glücklich fühle, im Gegenteil, mir

ist ganz miserabel zumute. --

Ich habe mir die Passagierliste beim Obersteward durchgesehen, sein Name

ist nicht darin. --

Aber was geht es schließlich auch mich an, mit welchem Schiff Mr. C. W.

Siegel aus Chikago nach Hause fährt.

Kümmere dich um deine eigenen Angelegenheiten, Lotte, und schäme dich!

Jawohl, schäme dich! Schreib' es ruhig nieder, damit du es schwarz auf

weiß vor dir hast. Gefällt es dir? Ganz ohne beschönigendes Mäntelchen?

Denkst schon wieder an einen Mann und läßt dich durch den Gedanken an

ihn beunruhigen, noch ehe dein Gatte ein Jahr tot ist!

Seelenverkäufer: Das Schicksal einer Deutsch-Amerikanerin · 第 130 / 209 题