Nach dem Konzert saßen wir noch etwas zusammen, es kamen noch einige
Herren dazu, und als im Salon die Lichter ausgelöscht werden sollten,
beschlossen alle, ins Rauchzimmer zu gehen. Frau Fröhlich bat so lange,
bis ich mitging. --
Wir haben sehr viel Champagner getrunken -- ich trinke ihn gern -- und
ich glaube, ich habe einen regelrechten kleinen Schwips gehabt. Ja --
und heute früh war ich verlobt. -- Wenigstens sagen es alle. Und Herbert
war schon um acht Uhr an unserer Zimmertüre und nannte mich seine schöne
Braut, seinen stolzen Schwan und was der dummen Dinge mehr sind. -- Aber
gern hör' ich's doch. -- --
Ich kann's jetzt verstehen, daß mein Vater gern Champagner trinkt; mir
hat er auch geschmeckt. --
Herbert sagt, wenn ich erst seine Frau sei, könne ich trinken, so viel
ich wolle. --
Ich bin doch etwas stark benommen im Kopf. Frau Fröhlich sagt, das komme
vom ungewohnten Trinken; sie ließ eine Flasche Sherry kommen, da habe
ich auch ein Glas mitgetrunken, und es ist mir wirklich etwas besser
geworden. --
Wenn ich über alles klar nachdenke, dann ist mir ganz miserabel zumute.
-- Soll ich Herbert mein -- mein -- ja was ist es eigentlich, was hinter
mir liegt? Ein Erlebnis -- ein Unglück -- oder was sonst? Es ist
schrecklich! Nein, ich kann es nicht sagen. Würde er dann noch zu mir
sagen -- mein stolzer Schwan? Schwäne sind rein -- weiß -- unnahbar.
Ach, ich komme mir manchmal so gar nicht mehr rein vor. -- Ich sage
nichts, lieber will ich ihn überhaupt nicht heiraten.
Aber wird er mich wieder freigeben?