Ich sah ihn gar nicht an. --

Es wurde Champagner gebracht, ich nippte kaum. So gut er mir unterwegs

geschmeckt hatte, der Appetit war mir vergangen. -- --

Wäre ich nicht gar so dumm gewesen, hätte ich nur einmal über etwas

derartiges gelesen oder gehört, ich würde endlich gewußt haben, wo ich

war. So aber saß ich noch immer und zermarterte mir den Kopf, was das

eigentlich für eine Gesellschaft sei, in der ich mich befand. -- -- --

Es gab an dem Abend noch einen furchtbaren Skandal. Ich begriff endlich,

wo ich mich befand und was man von mir wollte. Als der alte Kerl einige

Glas Champagner getrunken hatte, wurde er zudringlich, und ich schlug

ihn ins Gesicht. Da wurde er wütend, er tobte wie ein Wahnsinniger. Mir

war es einerlei, ich verstand auch nicht, was er sagte.

Die Frau verstand ich dann um so besser. Sie wurde furchtbar heftig und

ließ endlich die Maske fallen.

Ich sei in diesem Hause zu keinem anderen Zweck, als den Herren, die

hierher kämen und die ihr schweres Geld dafür bezahlten, gefällig zu

sein. Sie habe ein anständiges Stück Geld für mich bezahlt und sie würde

schon dafür sorgen, daß sie keinen Schaden habe. Sie wolle mich schon

zahm kriegen. Sie habe da ganz schöne Mittelchen. Sie gebe mir aber den

guten Rat, mich gleich zu fügen, denn nützen würde mir mein Widerstand

doch nichts. --

Seelenverkäufer: Das Schicksal einer Deutsch-Amerikanerin · 第 50 / 209 题