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Ich habe an Rudolph Schönewald geschrieben und ihn ersucht, mir Zeit und
Ort anzugeben, wo ich mein Kind in Empfang nehmen kann, um es mit nach
Amerika zu nehmen. --
Wer mir gesagt hätte, daß ich noch einmal an diesen Mann schreiben
würde! Ich versuche vergebens, mir sein Bild ins Gedächtnis
zurückzurufen.
Weit, weit ab, in fernem, undurchdringlichem Nebel liegen jene heißen,
schwülen Tage, in denen zuerst meine Sinne erwacht. --
Nichts regt sich mehr in mir, was für diesen Mann spricht. Nur ein
Gefühl der Genugtuung beschleicht mich bei dem Gedanken, ihm wehe zu
tun. --
Er wird den Knaben liebgewonnen haben. Er wird ihn mir nicht geben
wollen. Aber er muß! Das Recht ist auf meiner Seite.
Und wäre es nicht so, dann würde ich mich nicht scheuen, noch einmal die
Hilfe des Herzogs in Anspruch zu nehmen. -- --
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Was ist es, das mich so rastlos macht, seit ich den Brief geschrieben?
Ist es die Sehnsucht nach dem Kinde, das ich nicht kenne?
Nein! Vor mir selbst will ich wahr sein!
Gewiß, ich sehne mich nach dem Knaben. Wie wird er sein? Werde ich ihn
lieb haben -- und er mich?
Er wird mich lieben lernen.
Ob man ihm je von seiner Mutter sprach?
Ich wage gar nicht zu fragen, wem er ähnlich sieht.
Nur nicht jenem Menschen, dem ich jetzt mit Freuden die größte
Enttäuschung seines Lebens bereite.
Vielleicht nicht nur eine Enttäuschung, vielleicht einen Schmerz, einen
wirklichen, großen Schmerz. --