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Den 3., morgens.
Die Nacht war schrecklich! Das Innere wurde mir förmlich umgedreht.
Scheußlich! Ich fürchtete wirklich, ich würde auch noch krank. Um zwei
Uhr bin ich aufgestanden, ich konnte nicht mehr liegen, bald stand ich
nahezu Kopf, bald wieder auf den Füßen. Ich habe mich auf das Sofa
gesetzt und eine Apfelsine gegessen, dann war mir etwas menschlicher.
Frau Fröhlich ist sehr krank, jetzt sieht sie gar nicht mehr fein aus.
Auch viel älter kommt sie mir vor. Erst dachte ich, sie wäre kaum
dreißig.
Aber natürlich, sie hat doch einen Neffen, der 27 Jahre alt ist. --
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Den 4.
Heute ist wieder prachtvolles Wetter. Trotzdem sind noch immer Einige
krank. Ich selbst fühle mich großartig. Ich habe zwar noch nicht ein
einziges Mal bei Tisch gefehlt, aber gestern war's doch nicht so ganz
richtig.
Riesigen Spaß haben wir gestern nachmittag gehabt, als wir im Salon zum
Kaffee waren. Ohne daß man vorher viel gemerkt hatte, holte das Schiff
plötzlich so stark über, daß unsere Kuchenteller, Kaffeetassen und alles
was nicht fest war, mit einem Male auf der Erde herumflog. Natürlich
großes Geschrei. Alle suchten Zwiebäcke zusammen. Kaffee wurde dann
nicht mehr getrunken. Heute abend ist großes Konzert, sogenanntes
Seemannskonzert. Ich gehe auch hin. Alle wollen sich sehr elegant
machen, und ich habe nur ein einfaches weißes Kleid, das ich anziehen
kann. --
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Da sitz' ich nun und halte schon eine ganze Weile die Feder in der Hand,
ohne daß ich weiß, wo ich beginnen soll. Und doch habe ich so viel zu
schreiben, wie noch nie während der ganzen Reise.
Zwischen gestern und heute liegt eine Ewigkeit oder ein ganzes
Menschenschicksal, ich weiß es nicht.
Mir ist so sonderbar -- so bange. Ist es das Neue, das Unbekannte, dem
ich entgegengehe?
Es ist wohl hauptsächlich der Gedanke: hast du auch recht getan, der
mich quält. --
Ist es doch das erstemal, daß ich bewußt mein Schicksal in die eigenen
Hände genommen habe. -- --