Wäre ich nicht mit ausgegangen! -- -- --

Werner kam vorgestern von See. Er war so glücklich und zufrieden, er

hatte eine schöne Reise gehabt und auch gut verdient, da er hin und

zurück sein Zimmer vermietet hatte. --

Gestern Abend wollte er eine Stunde mit mir in ein Café gehen. Ich hatte

keine rechte Lust und bat: »Laß uns zu Hause bleiben, da ist es viel

schöner.«

Er hörte nicht auf mich.

»Du mußt auch mal raus, Schatz; du wirst mir sonst noch ganz

melancholisch.«

Um ihm die Freude nicht zu verderben, gab ich nach, und wir gingen nach

dem Viktoria-Café.

Anfangs war es nur schwach besucht, später setzte sich an den Tisch

neben uns ein Trupp Herren.

Ich kannte niemand im ganzen Lokal.

Plötzlich fühlte ich, daß mich jemand beobachtete. Mir wurde

unbehaglich, ohne zu wissen, warum.

Ich wandte den Kopf etwas zur Seite und sah, daß ein Herr mich ziemlich

ungeniert anstarrte.

Ich kannte ihn nicht; aber -- mein schlechtes Gewissen! Ich wurde

blutrot und drehte den Kopf zur Seite; wie unter einem hypnotischen

Zwang mußte ich nach einiger Zeit wieder hinsehen; noch immer dieses

fatale Anstarren. --

Ein bartloses Gesicht mit einigen Schmissen an der linken Backe und

hellen, erbarmungslosen Augen.

Seelenverkäufer: Das Schicksal einer Deutsch-Amerikanerin · 第 93 / 209 题