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Nun bin ich wieder allein. Das bißchen Ruhe, in das ich mich nach und
nach hineingeträumt habe, ist wieder hin.
Auch um Werner bin ich sehr in Sorge, er war gar nicht besonders auf dem
Posten die letzten Tage; eine starke Erkältung hatte ihn befallen. Wenn
er mir nur nicht ernstlich krank wird! Er freilich lachte mich aus, als
ich ihn bat, zu Hause zu bleiben.
»Das würde eine schöne Geschichte werden, wenn jeder Seemann wegen einer
kleinen Erkältung gleich an Land bleiben wollte; da könnten unsere
Dampfer bald leer losfahren,« sagte er lachend. --
Er hat recht, aber trotzdem -- was kann nicht alles passieren während
einer solchen Reise. --
Und läßt sich nicht alles besser tragen, wenn man es gemeinsam trägt?
An _die_ Schattenseiten des Seemannslebens habe ich nicht gedacht. Als
ich auf dem Schiff war und dort alles wie am Schnürchen ging, als die
Besatzung mit immer freundlichen Mienen auf die manchmal recht
unsinnigen Wünsche der Passagiere einging, da habe ich nicht daran
gedacht, daß diese Leute ein Doppelleben führen, um das sie wirklich
nicht zu beneiden sind.
Ich möchte meinen Mann gerne an Land behalten; lieber wenig Verdienst,
aber beisammen. --
Wie ist das zum Beispiel schrecklich mit meiner Flurnachbarin: der Mann
fährt nach Ostasien; während der letzten Reise hat sie ein Töchterchen
bekommen und hat es auch wieder verloren; das Kindchen ist nur sechs
Wochen alt geworden.
Der Vater aber hat das Kind gar nicht gesehen.