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Eine Woche lang habe ich nicht an mein Büchlein gedacht, aber heute ist
ein so kalter, stürmischer Tag, da habe ich mir Feuer im Herd
angezündet, damit die Küche schön durchwärmt ist, und nun will ich mich
wieder einmal mit dir unterhalten. --
Ich habe mich nun schon ganz nett und behaglich eingerichtet.
Auch außerhalb meiner kleinen Wohnung habe ich mich schon umgesehen. Die
Stadt ist nicht groß, und man ist bald zu Ende mit den
Sehenswürdigkeiten. Landschaftliche Reize kann ich an der flachen,
eintönigen Gegend wenig entdecken. Trotz alledem wäre es unrecht, ihr
jede Schönheit absprechen zu wollen.
Wie wunderschön allein ist ein Spaziergang bei Sonnenuntergang am
Außendeich. Ein ganz wunderbares Schauspiel ist es, wenn der Sonnenball
langsam im Wasser versinkt. Der Horizont, das Wasser, alles glüht
tiefrot, um dann langsam, blasser und blasser werdend, in rosa und
bläulichen Tönen zu verglimmen.
Und dann der Heimweg; hier und da auf dem Wasser ragt gespenstisch ein
Mast empor, dann blitzt da und dort ein Lichtlein rot, grün oder
grellweiß, das Blinklicht des Leuchtturmes alles überragend, und weit,
weit unten in ununterbrochener Reihe die Lichter des Hafens.
Aber diese einsamen Spaziergänge sind nichts für mich, sie machen mich
melancholisch und heimwehkrank.
Heimwehkrank nach einer Heimat, die ich nicht habe.
Meine Heimat ist jetzt hier, ist bei dem Manne, der mir einen ehrlichen
Namen gab. --
Ich bin immer noch ängstlich, wenn ich auf der Straße gehe.
Wie leicht ist es möglich, daß mich jemand gesehen hat. Es ist eine
Hafenstadt, und der Weg nach Amerika ist sehr kurz -- über die Planken
eines Dampfers. --
Nicht um mich bin ich besorgt, um ihn.
Und noch etwas anderes macht mir Sorge.
Fast hätte ich über dem letzten großen Unglück, das mich betroffen,
meinen Fehltritt von zu Hause vergessen. Nicht ein einziges Mal in den
letzten Wochen habe ich daran gedacht.