Seit drei Tagen bin ich auf der »Nirwana« als Stewardeß. --

Noch kann ich nicht viel sagen, es wäre verfrüht, schon jetzt über

irgend etwas urteilen zu wollen.

Der Dienst ist nicht so schwer wie ich gedacht. Kranke Damen bedienen,

ihnen etwas zu essen bringen und sonstige intimere Hilfeleistungen, bei

denen sie keine männliche Bedienung brauchen können, ab und zu ein Bad

fertig machen und den Damensalon in Ordnung halten, das wären so bis

jetzt meine Pflichten. Ob noch andere dazu kommen, muß ich abwarten.

Das einfache schwarze Kleid, das ich trage, habe ich durch einen weißen

Kragen etwas freundlicher gestalten müssen.

Ich gebe zu, daß das nötig war, man muß doch leicht kenntlich sein

zwischen den vielen Passagieren, aber es hat so was Zofenmäßiges an

sich, und das mag ich nicht. --

Meine Kollegin, mit der ich die Kabine teile, ist eine ältere Frau, die

Witwe eines früheren I. Offiziers der Gesellschaft. Sie hat vier Kinder

großzuziehen, und da sie bei dem Tode ihres Mannes vollständig ohne

Mittel zurückgeblieben ist, so hat sie die günstige Gelegenheit benutzt.

Sie hat recht, was soll eine Frau anfangen, die nichts weiter gelernt

hat als einen Haushalt zu führen, wenn sie in eine derartige Situation

gerät? Die Beschäftigung hier kommt der häuslichen am nächsten. --

Und von den weißen Häubchen kann man auch eine andere Auffassung haben.

Auch Krankenschwestern tragen Häubchen. --

Seelenverkäufer: Das Schicksal einer Deutsch-Amerikanerin · 第 112 / 209 题