Was kann ich tun? Nichts!
Könnt' ich rasch hinlaufen; aber ich kann ja nicht!
Und wenn ich wirklich Geld hätte und hinfahren könnte, so wäre Werner
möglicherweise schon wieder fort, wenn ich dort ankäme. --
Aber wenn man mir nun gar nicht die Wahrheit gesagt hat? Wenn es schlimm
ist -- viel schlimmer?
Ach, wer gibt mir Klarheit?
Ruhig warten, wenn jeder Blutstropfen kocht vor Angst. Die Hände in den
Schoß legen, wenn man Berge versetzen möchte. --
* * * * *
Zwei Stunden später.
Ich kann nicht schlafen. Es ist eine so warme, schwüle Nacht.
Ich bin wieder aufgestanden und sitze im Nachthemd am offenen Fenster.
Kein Mondstrahl durchbricht das Dunkel; der Himmel hängt wie eine große,
grauschwarze Glocke über der Erde.
Nirgends ein heller Schein.
Ist diese dunkle, schwüle Nacht das Abbild meines Lebens -- meiner
Zukunft? -- --
* * * * *
Mutter! Meine liebe tote Mutter, woher plötzlich der Gedanke an dich!
Bist du mir nah?
Wenn du es bist, o, so gib mir ein Zeichen von deiner Nähe; sage mir,
daß du bei mir bist und mich leitest. --
Ich war dir ein schlechtes, liebloses Kind, ich fühle es.
Gedankenlos ging ich neben dir -- gedankenlos und ohne rechtes
Verständnis nahm ich dein frühes Scheiden.
Und doch hast du so viel um mich gelitten.
Ach, Mutter, hätte ich dich jetzt, du würdest mir helfen und raten. --
Mutter, komm zu mir, ich brauche dich, nie brauchte ich eine liebende
Hand nötiger. Ich fühle, etwas Schreckliches steht vor mir und droht,
sich auf mich zu stürzen.