Er meint, ich solle bei der Kompanie als Stewardeß fahren. --

Ein verlockender Vorschlag.

Ich komme umsonst an das Ziel meiner Wünsche, und wenn es mir auf dem

Schiff nicht gefällt, so kann ich zu jeder Zeit wieder abgehen; eine

passende Stelle wird sich finden.

Ein unangenehmes Gefühl beschleicht mich zwar, wenn ich an New York

denke, doch die Verlockung ist zu groß. Und bin ich jetzt nicht gefeit

gegen alles?

Ein Fall wie der im vergangenen Jahre bei meiner Ausreise kann mir nicht

wieder passieren. -- --

Nur meine Jugend! Werde ich einem so verantwortungsvollen Posten

gewachsen sein? -- --

* * * * *

Die Würfel sind gefallen. Ich komme auf einen neugebauten Dampfer, der

noch im Herbst seine erste Reise macht. --

Nun habe ich wieder alle möglichen neuen Sorgen.

Die Wohnung aufgeben, ein Zimmer mieten, was nicht so leicht sein wird,

denn ich will meinen kleinen Pit behalten, und muß mir Leute aussuchen,

die gut zu ihm sind.

Er ist so klug; alles versteht er. Und wenn ich ihm erzähle, daß

Frauchen ausgehen muß, dann weint er wie ein Kind. Er kuschelt sich in

meinem Schoß wie ein Igel zusammen. Es ist doch etwas Lebendes, das ich

um mich habe. Hoffentlich finde ich gute Pflege für ihn. Es gibt mir

wirklich ein wenig das Gefühl des Gehobenseins, wenn ich mir sage, ich

habe für etwas zu sorgen, ich muß Geld verdienen -- und wenn es auch nur

ein Hund ist.

Nur ein Hund -- man sagt das so -- und welch ein Trost war er mir!

Wenigstens ein Geschöpf, das mich lieb hatte, das mein war und nicht mit

unbarmherzigem Forschen nach meiner Vergangenheit fragte.

Oft sind Tiere besser als Menschen.

Seelenverkäufer: Das Schicksal einer Deutsch-Amerikanerin · 第 110 / 209 题