ad reverentissimum virum fratrem nostrum Augustinum episcopum
perduxerit, dicite ei quid diu mecum de causa Anglorum cogitans
tractavi, videlicet, quia fana idolorum destrui in eadem gente
minime debeant; sed ipsa, quae in eis sunt, idola destruantur, aqua
benedicta fiat, in eisdem fanis aspergatur, altaria construantur,
reliquiae ponantur. quia, si fana eadem bene constructa sunt, necesse
est ut a cultu daemonum in obsequium veri Dei debeant commutari; ut
dum gens ipsa eadem fana sua non videt destrui, de corde errorem
deponat et Deum verum cognoscens ac adorans ad loca, quae consuevit,
familiarius concurrat. et quia boves solent in sacrificio daemonum
multos occidere, debet eis etiam hac de re aliqua solemnitas immutari;
ut die dedicationis, vel natalitii sanctorum martyrum, quorum illic
reliquiae ponuntur, tabernacula sibi circa easdem aecclesias, quae
ex fanis commutatae sunt, de ramis arborum faciant, et religiosis
conviviis solemnitatem celebrent, nec diabolo iam animalia immolent,
sed ad laudem Dei in esu suo animalia occidant, et donatori omnium
de salietate sua gratias referant; ut dum eis aliqua exterius gaudia
reservantur, ad interiora gaudia consentire facilius valeant._
Bäda, _Hist. eccl._ I 30; weiteres auf Opfer und heidnische Bräuche
bezügliches Bäda II 5, 9, 13, 15; III 8, 30; IV 22, 27. Heidnische
Bräuche, die in Bussordnungen und Synodalbeschlüssen der Angelsachsen
erwähnt werden, sammelt Kemble, The Saxons in England, London 1849, Bd.
I, 523 ff.
[670] Untersuchungen über friesische Rechtsgeschichte Teil 2, 419 f.
[671] Über die sakralen Eigenschaften des germanischen Rechtes vgl.
Brunner, Deutsche Rechtsgeschichte 1, 1887, S. 144 ff.; Amira,
Grundriss der germ. Philologie II, 2, 177, 185, 193.
[672] Den sakralen Charakter der Todesstrafe erweist Amira, Über Zweck
und Mittel der germanischen Rechtsgeschichte, München 1876, S. 58 ff.
[673] Beiträge 18, 177 ff.
[674] Vgl. Maurer, Die Eingangsformel der altnord. Rechts- und
Gesetzbücher in den Münchener Sitzungsberichten 1886, S. 317 ff.
[675] Das Folgende im Anschluss an Weinhold, Beiträge zu den deutschen
Kriegsaltertümern in den Sitzungsberichten der Berliner Akademie d.
Wiss. 1891, II, S. 543 ff., besonders S. 556-567.
[676] Über den Einfluss der heidnischen Religion aufs Privatleben vgl.
besonders Maurer, Bekehrung 2, 226 ff.; 46 ff.; 72 ff.
[677] Vgl. Konrad Maurer, Über die Wasserweihe des germanischen
Heidentums, Münchener Akademieabhandlung 1880; Müllenhoffs Entgegnung,
AnzfdA. 7, 404 ff. bewegt sich in einem Tone, dass sie bloss als
Kuriosum angemerkt werden kann; zu ihrer sachlichen Bedeutung vgl.
Bugge, Studien 399 ff.
[678] Zum Gebet vgl. J. Grimm, Myth. 28 ff.; Maurer, Bekehrung 2, 203 f.
[679] Brugmann, Grundriss der vergleichenden Grammatik der idg.
Sprachen 1, 160, 305; die verwandten Wörter lit. _szƕentas_, preuss.
_sƕints_, kirchen-slav. _svętŭ_ ok
[680] Über _laikaȥ_ Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 8
ff.
[681] Menschenopfer verzeichnet schon P. G. Schütze, _De cruentis
Germanorum gentilium victimis humanis_, Leipzig 1743; vgl. J.
Grimm, Myth. 38 ff.; Maurer, Bekehrung 2, 196 ff. Löhers Aufsatz
über angebliche Menschenopfer bei den Germanen, in den Münchener
Sitzungsberichten 1882, 373, wo Menschenopfer allen Zeugnissen zum
Trotz geleugnet werden, verdient keine ernstliche Zurückweisung.
[682] Über den Looswurf bei den Friesen, wodurch der Wille der Götter
erforscht wurde, ob und welches Opfer sie verlangten, vgl. Richthofen,
Untersuchungen über friesische Rechtsgeschichte 2, 450 f.
[683] Die Zeugnisse für die friesischen Opfer sammelt Richthofen,
Untersuchungen über friesische Rechtsgeschichte 2, 454; über
Menschenopfer der Sachsen vgl. Richthofen, Zur lex Saxonum, Berlin
1868, S. 204 ff.
[684] Über Menschenopfer bei Landplagen, die aus späteren Volkssagen
noch ersichtlich sind, vgl. U. Jahn, Die deutschen Opfergebräuche,
Breslau 1884, S. 63 ff.
[685] Sieht sich doch im Jahr 732 Papst Gregor III. veranlasst, an
Bonifacius zu schreiben, er müsse die Christen in Germanien schwer
bestrafen, welche Sklaven zum Opfer an die Heiden verkauften. _Et
hoc inter alia discrimen agi in partibus illis dixisti, quod quidam
ex fidelibus ad immolandum paganis sua venumdent mancipia. hoc ut
magnopere corrigere debeas, frater, commendemus._ Jaffé, Bibliotheca 3,
94.
[686] Jüngere Olafssaga Tryggvasonar Kap. 165; Heimskringla Kap. 74.
[687] Ammianus Marcellinus XXVIII, 5, § 14.
[688] Tieropfer bei J. Grimm, Myth. 40 ff.; Maurer, Bekehrung 2, 198 f.
[689] Über den Hergang beim Opfer J. Grimm, Myth. 49 ff.; über
das nordische Opfer Maurer, Bekehrung 2, 199 ff.; H. Petersen, om
nordboernes gudedyrkelse og gudetro 25 ff.
[690] Die germanische Bezeichnung für „Fest“ lebt im oberdeutschen
„_dult_“, got. _dulþs_, ahd. _tuld_, mhd. _dult_ (vgl. Schmeller,
Bayer. Wörterbuch I² 502 f.) noch weiter.
[691] Tac. Ann. 1, 65 _nox per diversa inquies, cum barbari festis
epulis, laeto cantu aut truci sonore subiecta vallium ac resultantis
saltus complerent_. Über Opferleiche und Spiele vgl. Kögel, Geschichte
der deutschen Litteratur I, 1, 7 ff.; 19 ff.; 24 ff.; über das gotische
Spiel Conrad Müller, ZfdPh. 14, 442 ff.; Kögel a. a. O. 34 ff.; dagegen
C. Kraus, Beiträge 20, 224 ff., wo jede Beziehung des got. Spieles zum
german. Kult geleugnet wird. Über den Wettlauf im deutschen Volksleben
vgl. Weinhold, Zs. d. Vereins f. Volkskunde 3, 1 ff.
[692] Die heidnische Sitte des Minnetrinkens lebt in der christlichen
Gertrudenminne und Johannisminne fort; vgl. J. Grimm, Myth. 53 ff.;
Zingerle, Johannissegen und Gertrudenminne, Sitzungsberichte der Wiener
Akademie Bd. 40, 1862, 177 ff. Besonders deutlich tritt die Ablösung
des heidnischen Brauches durch den christlichen im Norden hervor. Dem
König Olaf Tryggvason erscheint der heilige Bischof Martinus im Traume
und sagt, es sei Landessitte gewesen, Thors, Odins und andrer Asen
Minne bei den Gastmählern zu trinken, in Zukunft aber solle zu Ehren
Gottes, seiner selbst und aller Heiligen getrunken werden. Vgl. Maurer,
Bekehrung 1, 285.
[693] Saxo S. 278 _quod apud Upsalam sacrificiorum tempore constitutus
effoeminatos corporum motus scenicosque mimorum plausus ac mollia
nolarum crepitacula fastidiret_.
[694] Nach U. Jahn, Die deutschen Opfergebräuche bei Ackerbau und
Viehzucht. Breslau 1884; vgl. auch H. Pfannenschmid, German. Erntefeste
im heidnischen und christlichen Kultus, Hannover 1878; Wuttke, Der
deutsche Volksaberglaube der Gegenwart, Berlin 1869, § 423 ff. Ich
wiederhole im Texte die Ergebnisse Jahns, aber mit Vorbehalt. Jahns
Methode, alle überlieferten Einzelheiten heutiger Volksbräuche in
einem grossen, heidnisch-germanischen Gesamtbild aufgehen zu lassen,
ist bedenklich. Der geschichtlichen Entwicklung, den vielen späteren
Neuerungen ist viel zu wenig Rechnung getragen.
[695] Über das Notfeuer J. Grimm, Myth. 570; Jahn, Die deutschen
Opferbräuche S. 26 ff., wo fast das gesamte überlieferte Material
ausgeschöpft ist. Schon im _indiculus superstitionum_ treffen wir
das Feuer: _de igne fricato de ligno id est nodfyr_. Das Wesentliche
ist eben die Erzeugung des wilden Feuers, das unmittelbar und neu
hervorspringt, nicht schon im Dienste der Menschen abgenutzt ward.
Daher scheint auch der Name zu stammen, der zum Zeitwort _niuƕan_,
_nûan_, reiben, steht; vgl. O. Schade, Altdeutsches Wörterbuch 1, 659
u. 654; schwedisch heisst es _vrideld_, _gnideld_ zu _vrida_, drehen,
_gnida_, reiben, also ebenfalls geriebenes, durch Reibung oder Drehung
entfachtes Feuer.
[696] Über Scheibentreiben vgl. Vogt in d. Zs. d. Vereins f. Volkskunde
3, 350 ff.
[697] Die angelsächsische Flurbesegnung bei Grein-Wülker, Bibliothek
der ags. Poesie 1, 312 ff.; Wülker, Grundriss der ags. Litt. 347 ff.;
Kögel, Geschichte der deutschen Litt. I, 1, 40 ff.
[698] Über Aufzüge, mit Chorgesang verbunden vgl. J. Grimm, Myth.
159, 560; W. Müller, Altdeutsche Religion 113 f.; Müllenhoff, De
antiquissima Germanorum poesi chorica S. 10 ff.; 21 ff.; Kögel,
Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, S. 6, 30 ff.
[699] Sozomenus, Historia ecclesiastica 6, 37.
[700] Über Schlachtgesang und Kriegsgeschrei vgl. Müllenhoff, De
antiquissima Germanorum poesi chorica S. 16 ff.; Kögel, Geschichte der
deutschen Litteratur I, 1, 17 ff. Tacitus Germ. 3 nennt allerdings den
Gesang der Lieder barditus (_carmina, quorum relatu, quem barditum
vocant, accendunt animos_). Über barditus vgl. Vegetius, De re milit.
3, 18; Ammianus 31, 7, 11, wo der Kriegsruf gemeint ist und barritus
steht. Barditus gehört entweder zu an. _barđi_, Schild, und bedeutet
„Schildruf“, „Schildgeschrei“ oder zu _bard_ (barba) und bedeutet
„Bartruf“. Von Thor heisst es, dass er zornig den Bart schüttelte
(Þrymskv. 1 _skegg nam at hrista_); zornig bläst er in seinen roten
Bart und erhebt den donnernden Bartruf (_skeggrǫdd_, _skeggraust_)
gegen seinen Feind (Fornmanna sögur 1, 303 Olafssaga Tryggvasonar).
[701] Bäda, _de temporum ratione_ Kap. 13 gewährt die Form _giuli_;
_december giuli eodem quo ianuarius nomine vocatur_. Spätere ags.
Denkmäler ziehen die Form _geola_ vor; vgl. J. Grimm, Gesch. der ds.
Spr. 79 ff.; Weinhold, Die deutschen Monatsnamen, Halle 1869.
[702] Jul aus urgerm. _*jehƕela_, ags. _gehhol_, _geohhol_ = _joculus_
erklären Kluge, Englische Studien 9, 311 ff; Bugge, Arkiv f. nordisk
filologi 4, 135. Diez, Etym. Wörterbuch der roman. Sprachen, 5. Aufl.
1887, S. 166, Körting, Latein.-roman. Wörterbuch 1891, S. 425, leiten
frz. _joli_, it. _giulivo_ von altnord. _jól_, dem Freudenfeste, ab.
[703] Den Weihnachtsaberglauben bezeugen reichlich alle Sagensammlungen
im Norden und Süden. Den besten Überblick gewährt A. Tille, Deutsche
Weihnachten, Leipzig 1893, 148 ff.
[704] Zeugnisse für die nordischen Jahresopfer sind gesammelt bei
Maurer, Bekehrung 2, 232 ff.
[705] Der Behauptung H. Petersens, Nordboernes gudedyrkelse og
gudetro S. 27, dass das heidnische Julfest auf Ende Januar oder
Anfang Februar fiel, kann ich nicht zustimmen. Sie hat nur in der
Hervararsaga schwache Gewähr, während andre Zeugnisse dagegen
sprechen. Die _Spurcalien_ im Februar, deren Aldhelm († 709) und
der indiculus gedenken, welche die homimilia de sacrilegiis als
_dies spurcos_ erwähnt, weisen allerdings auf ein den nds. Stämmen
gehöriges heidnisches Opferfest hin. Aber es ist schwerlich ein
grosses Volksopfer gemeint, vielmehr ein Gemeindeopfer. Der Name
ist keinesfalls germanischen Ursprungs, sondern von lat. _spurcus_,
_spurcitia_ nach der Analogie von Vulcanalia, Saturnalia, Neptunalia
u. ä. gebildet und soll den Brauch der deutschen Bauern verächtlich als
etwas Wüstes, Schmutziges (vgl. _spurciliae gentilitatis_) hinstellen;
vgl. Caspari in der Ausgabe der homilia de sacrilegiis S. 36 f. Ob der
ndl.-nds. Name des Februar _Sporkele_, _Spurkele_, der im Volksmunde
wie auch andere Tag- und Monatnamen personificiert wurde, von den
_Spurcalien_ zu leiten oder anders zu erklären ist, lässt sich nicht
bestimmen. Vgl. Weinhold, Die deutschen Monatsnamen S. 56 f.; zum Namen
Sporkel vgl. noch Ehrismann, Beiträge 20, 64 f.
[706] Vgl. Maurer, Bekehrung 2, 237, Anm. 186.
[707] Tacitus, Germ. Kap. 39.
[708] Über die Zeiten vgl. Müllenhoff, Schmidts allgemeine Zeitschrift
für Geschichte 8, 266 ff.; ZfdA. 23, 25.
[709] Widukind 1, 12 _per triduum igitur dies victoriae agentes et
spolia hostium dividentes exequiasque caesorum celebrantes laudibus
ducem in coelum attollunt, divinum ei animum inesse coelestemque
virtutem acclamantes, qui sua constantia tantam eos egerit perficere
victoriam. acta sunt autem haec omnia, ut maiorum memoria prodit,
die Kal. Octobris, qui dies erroris religiosorum sanctione virorum
mutati sunt in ieiunia et orationes, oblationes quoque omnium nos
praecedentium christianorum_. Vgl. Müllenhoff, Schmidts allgemeine
Zeitschrift für Geschichte 8, 254.
[710] Vgl. J. Grimm, Mythologie S. 269 ff.; Müllenhoff, Schmidts
allgemeine Zeitschrift für Geschichte 8, 254; Laistner,
Württembergische Vierteljahrshefte für Landesgeschichte 1892, S. 5;
über Nachklänge solcher Jahreswendefeste H. Pfannenschmid, Germanische
Erntefeste 164 ff.
[711] Thietmar 1, 9; MG. 3, 739 _est unus in his partibus_ (sc.
_Northmannorum et Danorum_) _locus, caput istius regni, Lederun nomine,
in pago, qui Selon dicitur, ubi post 9 annos mense januario, post hoc
tempus quo nos theophaniam domini celebramus, omnes convenerunt, et
ibi diis suismet 99 homines et totidem equos, cum canibus et gallis
pro accipitribus oblatis, immolant, pro certo, ut predixi, putantes,
hos eisdem erga inferos servituros et commissa crimina apud eosdem
placaturos_. Zur Stelle J. Grimm, Myth. S. 42 ff.
[712] Adam 4, 27 MG. 7, 380 _solet quoque post novem annos communis
omnium Sueoniae provintiarum sollempnitas in Ubsola celebrari. ad quam
videlicet sollempnitatem nulli praestatur immunitas. reges et populi,
omnes et singuli sua dona transmittunt ad Ubsolam, et quod omni poena
crudelius est, illi qui iam induerunt christianitatem, ab illis se
redimunt cerimoniis. sacrificium itaque tale est. ex omni animante,
quod masculinum est, novem capita offeruntur, quorum sanguine deos
placari mos est. corpora autem suspenduntur in lucum, qui proximus est
templo. is enim lucus tam sacer est gentilibus, ut singulae arbores
eius ex morte vel tabo immolatorum divinae credantur. ibi etiam
canes et equi pendent cum hominibus, quorum corpora mixtim suspensa
narravit mihi aliquis christianorum 72 vidisse. ceterum neniae, quae
in eiusmodi ritu libationis fieri solent, multiplices et inhonestae,
ideoque melius reticendae_. Im Kap. 28 wird ein Priester, _qui ad
Ubsolam demonibus astare solebat_, erwähnt. Scholion 136 _nuper rex
Sueonum christianissimus Anunder, cum sacrificium gentis statutum
nollet demonibus offerre, depulsus a regno, dicitur a conspectu
concilii gaudens abisse, quoniam dignus habebatur pro nomine Jesu
Christi contumeliam pati_. Scholion 137 _novem diebus commessationes et
eiusmodi sacrificia celebrantur: unaquaque die offerunt hominem unum
cum ceteris animalibus, ita ut per novem dies 72 fiant animalia quae
offeruntur. hoc sacrificium fit circa aequinoctium vernale_.
[713] Weinhold, Über die deutsche Jahrteilung, Kiel 1862; Weinhold,
Die deutschen Monatsnamen, Halle 1869; Kluge, Die deutschen Namen
der Wochentage, im wissenschaftlichen Beiheft Nr. 8 zur Ztschr. des
allgemeinen deutschen Sprachvereins 1895.
[714] J. Grimm, Mythologie 59 f.
[715] J. Grimm, Geschichte der deutschen Sprache 116.
[716] Vgl. Graff, Ahd. Sprachschatz 4, 1015.
[717] Vgl. Wright-Wülcker, Anglo-saxon and old-english glossaries 1,
433, 501, 503, 517, 519.
[718] Sveinbjörn Egilsson, Lex. poeticum 380; Fritzner, Oldn. ordbog
2², 191; Sigurður Vigfússon, árbók hins íslenzka fornleifafélags
1880/1, S. 89 ff.
[719] Noreen, Abriss der urgermanischen Lautlehre S. 229 vergleicht
lat. carcer, Einfriedigung.
[720] Graff, Diutiska 1, 150 _qui ad aras sacrificat, de za demo paraƕe
ploaȥit_.
[721] Die Geschichte des Wortes mit Angabe aller Belege behandelt R.
Henning, Die deutschen Runendenkmäler, Strassburg 1889, S. 23 ff.
[722] Vgl. _Heiligenloh_, J. Grimm, Myth. 65; Arnold, Ansiedlungen und
Wanderungen deutscher Stämme, Marburg 1877, S. 117.
[723] Über heilige Wälder spricht Tacitus in der Germ. 7, 39, 40, 43;
Ann. 1, 61; 2, 12; 4, 73; Hist. 4, 14; 4, 22. Germ. 9 „_lucos ac nemora
consecrant deorumque nominibus appellant secretum illud, quod sola
reverentia vident_“, ist rhetorische Phrase, wie der Zusammenhang mit
dial. de orat. 12 lehrt.
[724] Vgl. J. Grimm, Myth. 64, wo die vita Meinwerci Kap. 17, MG. 11,
114 u. MG. 2, 377 Anm. k ausgehoben ist.
[725] J. Grimm, Myth. 65; Förstemann, Ortsnamen² 700.
[726] Das germanische Wort für den Tempel war got. _alhs_ (bei Wulfila
für ναός u. ἱερόν gebraucht), as. ahd. _alah_, ags. _ealh_. Damit sind
zahlreiche Personen- und Ortsnamen (Förstemann 2², 40), welche auf
altdeutsche Tempel schliessen lassen, zusammengesetzt; vgl. _Alahstat_,
_Alahdorf_, _Alahesfeld_, _Alahesheim_, _Alahpah_, _Alacfurd_,
_Alacmar_ u. ä.
[727] Vǫlsungasaga Kap. 2.
[728] Die hergehörigen Stellen aus MG. sammelt J. Grimm, Myth. 104 ff.;
W. Müller, Altdeutsche Religion S. 71 bringt die _irminsûl_ mit den
nordischen Hauspfeilern in Verbindung. Mannhardt, Baumkult der Germanen
S. 303 ff. erklärt die Irmensäule als den Lebensbaum des Volkes,
der neben dem Maibaum der Gemeinde und dem Baum des Einzelhofes aus
ähnlichen Grundvorstellungen entwickelt sei.
[729] MG. 2, 676 _truncum quoque ligni non parvae magnitudinis in altum
erectum sub divo colebant, patria eum lingua irminsul appellantes,
quod latine dicitur universalis columna, quasi sustinens omnia_. Damit
scheint eine Deutung als Säule des Irmin-Tiu ausgeschlossen, _irmin_
hat den in Zusammensetzungen ganz gewöhnlichen und geläufigen Sinn
„gross, gewaltig“.
[730] Über die Formen und Etymologie des Wortes, _ƕigbed_, _ƕeobed_,
_ƕeofod_ vgl. Kluge, Beiträge 8, 527; Sievers, Ags. Grammatik² § 43
Anm. 4; § 222 Anm. 1.
[731] „Man hat es zwar ohne weiteres angenommen, aber bisher m. W. noch
durch kein einziges Zeugniss belegt, dass die alten Deutschen Altäre,
wie die Griechen und Römer gehabt hätten; weil sie ihre Opfer nicht
verbrannten, überhaupt nach der ganzen Weise ihres Kultus scheinen doch
Altäre für sie sehr überflüssige Dinge gewesen zu sein.“ Müllenhoff,
Schmidts Zeitschrift f. Geschichte 8, 242.
[732] Friesische Tempel erweisen die mit _fran_ (ahd. _vrônô_,
_sanctus_) gebildeten Ortsnamen, wodurch heiliges, göttergeweihtes Land
angezeigt ist; aber auch von bestimmten Tempeln in allen Gauen und von
deren Brand und Bruch hören wir; vgl. Richthofen, Untersuchungen über
friesische Rechtsgeschichte 2, 439 ff.; die altfriesische Bezeichnung
für den Tempel war _alac_, a. a. O. 442 f.
[733] Alchuine vita Willibrordi Kap. 14 [Willibrordus] _pervenit ad
quandam vittam Walichrum nomine in qua antiqui erroris idolum remansit.
guod cum vir dei zelo fervens confringeret praesente eiusdem idoli
custode, qui nimio furore succensus quasi dei sui iniuriam vindicaret,
in impetu animi insanientis gladio caput sacerdotis Christi percussit.
sed deo defendente servum suum, nullam ex ictu ferientis laesuram
sustinuit. socii vero illius hoc videntes pessimam praesumptionem
impii hominis morte vindicare concurrerunt. sed a viro dei pio animo
de manibus eorum liberatus est reus ac dimissus. qui tamen eodem die
daemoniaco spiritu arreptus est et die tertio infeliciter miseram vitam
finivit_. Nach Aufzeichnungen aus dem 13. Jahrh. handelte es sich um
ein dem Mercurius-Wodan geweihtes Idol; Richthofen, Untersuchungen über
fries. Rechtsgeschichte 2, 434. In Wirklichkeit aber war das um 694 auf
einer Missionsreise von Willibrord zerstörte Heiligtum wahrscheinlich
ein Überbleibsel aus der Römerzeit, der Nehalennia-Isis-Tempel; vgl.
Kaufmann, Beiträge 16, 229 ff.
[734] Man hat schon versucht (vgl. z. B. Much, Germanische Grabmäler
und Tempelbauten, in den Mitteilungen der anthropologischen
Gesellschaft in Wien, Bd. 5, 1875, S. 173 ff.), in Erdwerken,
Kingwällen und terassenförmig abgestuften Hügeln Spuren germanischer
Heiligtümer, die auf Anhöhen in Wald und Haide lagen, nachzuweisen.
Hag und Wall schlossen die Weihstätte, die nur der Priester betreten
durfte, vor unberufenen Besuchern ab. Jedoch fehlen sichere Nachweise
des germanischen Ursprungs und sakralen Zweckes solcher Bauten. Über
Rundwälle in Norddeutschland vgl. Behla, Baltische Studien 24, 251 ff.,
290; weitere Litteratur bei E. H. Meyer, Myth. S. 56 f. § 86.
[735] Adam 4, 26 MG. 7, 379 _nobilissimum illa gens templum habet, quod
Ubsola dicitur, non longe positum ab Sictona civitate. in hoc templo,
quod totum ex auro paratum est, statuas trium deorum veneratur populus,
ita ut potentissimus eorum Thor in medio solium habeat triclinio; hinc
et inde locum possident Wodan et Fricco_. Scholion 134 _prope illud
templum est arbor maxima late ramos extendens, semper viridis in hieme
et aestate, cuius illa generis sit, nemo scit, ibi etiam est fons, ubi
sacrificia paganorum solent exerceri et homo vivus immergi. qui dum
non invenitur, ratum erit votum populi_. Scholion 135 _catena aurea
templum illud circumdat pendens supra domus fastigia, lateque rutilans
advenientibus, eo quod ipsum delubrum in planitie situm montes in
circuitu habeat ad instar theatri_.
[736] Die Hauptstellen über isländischen und norwegischen Tempelbau
sind Eyrbyggja Kap. 4, Kjalnesingasaga Kap, 2, Hákonarsaga góða Kap.
16. Vgl. Maurer, Bekehrung 2, 190 ff.; H. Petersen, om Nordboernes
gudedyrkelse og gudetro S. 21 ff., 33 ff.; Gudbrand Vigfusson, Corpus
poeticum boreale 1, 403 ff.; Sigurður Vigfússon, um hof og blótsiðu
í fornöld, in der árbók hins íslenzka fornleifafélags 1880/1, S. 79
ff.; ebenda 1882, S. 3 ff. Die eigentliche Bezeichnung des nordischen
Tempels ist _hof_; _Freys-_, _Ođins-_, _Þórshof_ vgl. Fritzner, Ordbog
2², 31; die häufige Formel _hof og hǫrgr_ meint Haupttempel und
kleinen Tempel, oder Opferstätte, Heiligtum. Allgemeine Ausdrücke sind
_gođahús_, _blóthús_, Opferhaus.
[737] Dass die eigentümlichen norwegischen Holzkirchen aus der
Nachahmung des Basilikastiles hervorgingen und somit keinesfalls mit
der Bauart der heidnischen Tempel zusammenhängen, ist von Dietrichson
und Munthe, Die Holzbaukunst Norwegens, Berlin 1893, eingehend
nachgewiesen.
[738] Die Stelle der im 16. Jahrh. verfassten längeren
Droplaugarsonasaga gibt Sigurður Vigfússon, árbók hins íslenzka
fornleifafélags 1882, S. 36 ff.; Kålund, Fljótsdœla hin meiri eller
den laengre Droplaugarsonasaga, Köbenhavn 1883, S. 108 ff.; über die
Entstehungszeit der Sage vgl. Kålunds Einleitung.
[739] Den Tempelhag erwähnen die Kjalnesingasaga Kap. 4, Færeyingasaga
Kap. 23 u. a.; Bäda, Hist. eccl. 2, 13 nennt _aras et fana idolorum cum
septis, quibus erant circumdata_, also ein Gehege um die Opferstätten.
[740] Über _effigies_ u. _signa_ vgl. Müllenhoff, De antiquissima
Germanorum poesi chorica, Kiel 1847, S. 13. Lindenschmit, Handbuch der
deutschen Altertumskunde, I, Braunschweig 1880/9, S. 278 ff.
[741] Vgl. Weinhold, Sitzungsberichte der Berliner Akademie 1891, 556.
[742] Zeugnisse über germanische Götterbilder sammelt J. Grimm, Myth.
S. 94 ff.; früher glaubte man, deutsche Götterbilder zu besitzen;
eine Übersicht über diese fragwürdigen Götzen gibt G. Klemm, Handbuch
der germanischen Altertumskunde, Dresden 1836, S. 347 ff; Tafel
XIX–XXI sind die wunderlichen Gestalten abgebildet. Heutzutage glaubt
niemand mehr an deren Echtheit. Teils stammen diese Bilder gar nicht
von deutschen, sondern ausserdeutschen Völkern, teils gehören sie
dem späten Mittelalter an. Irgend welche Beziehung zum Kult, also
der Beweis, dass es Götzen sind, fehlt gänzlich. Als missglückt muss
auch der Versuch, in altchristlichen Bildwerken heidnische Anklänge
zu finden, bezeichnet werden, wie er u. a. von Panzer, Beitrag zur
deutschen Mythologie, 2. Bd. München 1855, S. 1 ff., 308 ff.; J. W.
Wolf, Beiträge zur deutschen Mythologie 1. Bd. Göttingen 1852, S. 106
ff.; Simrock, Myth.⁵ 518 f. gemacht wurde.
[743] Vgl. Siebourg, Westdeutsche Zeitschrift 7, 100.
[744] Vgl. W. Müller, Altdeutsche Religion S. 71; Grimm, Myth. 3, 42.
[745] Vgl. Vita St. Galli in MG. 2, 7; ferner Walafrid Strabo in seiner
vita St. Galli, Acta Bened. sec. 2, p. 233.
[746] Götterbilder der Friesen, auch solche aus Stein, die aber wie
Nehalennia auf Walcheren römischen Ursprungs gewesen sein mögen,
erwähnen die Lebensbeschreibungen der Bekehrer mehrfach; Richthofen,
Untersuchungen über friesische Rechtsgeschichte 2, 421 f.; sächsische
Götterbilder a. a. O. 449.
[747] Die nordischen Götterbilder verzeichnet Maurer, Bekehrung 2, 192
ff.; über die Götter, denen Tempel mit Bildern geweiht waren, vgl. auch
Sigurður Vigfússon, árbók hins íslenzka fornleifafélags 1892, S. 17 ff.