[748] Eyrbyggjasaga Kap. 4, 9, 10.

[749] R. Henning, Die deutschen Runendenkmäler, Strassburg 1889, S. 27

ff.

[750] Über Tempelschätze vgl. Richthofen, Untersuchungen über

friesische Rechtsgeschichte 2, 1, 431.

[751] Über die Begabung der isländischen Tempel vgl. Maurer, Bekehrung

2, 212 ff.

[752] Über die dänischen Haupttempel vgl. H. Petersen, om Nordboernes

gudedyrkelse og gudetro i hedenold S. 7 ff.

[753] Ein Verzeichniss der in den Quellen genannten und aus Ortsnamen

zu erschliessenden Tempel Norwegens gibt Munch, Nordmændenes ældste

gudeog heltesagn, Christiania 1854, S. 164 ff.

[754] Über die isländischen Tempel und ihre Bedeutung vgl. Maurer,

Island S. 38 ff., S. 54 ff.

[755] Ammianus Marcellinus 28, 5 _nam sacerdos omnium maximus apud

Burgundios vocatur sinistus et est perpetuus, obnoxius discriminibus

nullis ut reges_. Got. burg. _sinista sinisto_ ist der Superlativ zu

einem sonst verlorenen Positiv _*sins_ (aind. _sanas_, air. _sen_,

lit. _sẽnas_, lat. _senex_), wovon das got. _sineigs_ (senex) und

_siniskalk_ d. h. Altknecht, abgeleitet sind; vgl. Feist, Grundriss

der got. Etymologie, Strassburg 1888, S. 100; Brugmann, Grundriss der

vergleichenden Grammatik der idg. Sprachen, Band 2, S. 248 u. 407.

[756] Über das lautliche Verhältniss zwischen got. _gudja_, aisl.

_guđe_, _gođe_ vgl. Noreen, Abriss der urgerman. Lautlehre S. 176.

[757] Vgl. Maurer, Zur Urgeschichte der Godenwürde in ZfdPh. 4, 125

ff.; über _goding_, _cotinc_ Weinhold, ZfdPh. 21, 11.

[758] Bei Thorsen, De danske runemindesmærker 1, 334-338 Anm. 1.

[759] _Þuríđr hofgyđja_, Landnáma 4 Kap. 10; _Þúríđr gyđja_, ebenda

3 Kap. 4; Vatnsdæla Kap. 27; _Þorlaug gyđja_, Landnáma 1 Kap. 21;

_Friđgerđr gyđja_, Kristnisaga Kap. 2; Þorvalds þáttr víðfǫrla Kap. 4;

_Steinvǫr hofgyđja_, Vopnfirðingasaga S. 10.

[760] Über die isländischen Goden vgl. Maurer, Die Entstehung des

isländ. Staats und seiner Verfassung, München 1852, S. 82 ff.; Island

von seiner ersten Entdeckung bis zum Untergange des Freistaates,

München 1874, S. 36 ff.

[761] Über den friesischen _âsega_, insbesondere auch über seinen

Zusammenhang mit dem nordischen _lǫgmann_, dem isländischen

_lǫgsǫgumann_ vgl. Richthofen, Untersuchungen über friesische

Rechtsgeschichte 2, 455 ff., 487 ff. Über den nordischen

Gesetzsprecher, der sich aber allmälig als Sonderamt aus dem

ursprünglichen Priestertum losgelöst zu haben scheint, vgl. Maurer,

Das Alter des Gesetzsprecheramtes in Norwegen, München 1875;

Sitzungsberichte der Münchener Akademie 1887, phil.-hist. Klasse II,

3, 363 ff. und die dort verzeichnete Litteratur; zur ganzen Frage vgl.

Richard Schröder, Gesetzsprecheramt und Priestertum bei den Germanen in

der Zeitschrift für Rechtsgeschichte 1883, Germanistische Abteilung, 4.

Band, S. 215 ff.

[762] Vgl. Müllenhoff, ZfdA. 12, 346 ff.; über den Zusammenhang

zwischen Priestertum und Adel, J. Grimm, Rechtsaltertümer 267 ff.

[763] Dass der Eidring, der auf dem Altar des isländischen Tempels lag,

aber bei jeder Rechtshandlung vom Goden an der Hand getragen wurde,

auch in Deutschland und bei den Goten vorkam (vgl. den Eigennamen

_Eidring_ in einer Lorscher Urkunde vom Jahre 834 und die _brachiales_

bei Mansi, Concil. 3, 617), schliesst Müllenhoff, ZfdA. 17, 428 f.

[764] Über die Vereinigung von weltlicher Oberhoheit, insbesondere

Königtum, und Opferleitung im Norden vgl. H. Petersen, om nordboernes

gudedyrkelse og gudetro i hedenold, Kjöbenhavn 1876, S. 1 ff.

[765] Die Berichte über Hakons Teilnahme am Opfer bei Maurer, Bekehrung

1, 158 ff.

[766] Vgl. die ältere Olafssaga helga Kap. 33/8; die jüngere Kap.

107/8; Maurer, Bekehrung 1, 532 ff.

[767] Vgl. die ältere Olafssaga helga Kap. 112/5; die jüngere Kap.

101/4; Maurer, Bekehrung 1, 528 ff.

[768] Über germanische Priesterinnen und Weissagerinnen vgl. J. Grimm,

Myth. 84 ff.; 374 ff.; Weinhold, Die deutschen Frauen, 2. Aufl. Wien

1882, Bd. 1, S. 62 ff.

[769] Über Weleda vgl. Tacitus Germ. 8; Hist. 4, 61, 65; 5, 22,

24; Statius, Silv. 1, 4, 90; Müllenhoff, Zur Runenlehre S. 55; der

Name Weleda ist vielleicht nur eine Standesbezeichnung „weise Frau,

Seherin“, gleich urkelt. _velet_, Seher, Dichter; vgl. Windisch,

Philol. Wochenschrift, 1883, S. 930 und A. Fick, Vergleichendes

Wörterbuch der idg. Sprachen, 4. Aufl., Bd. 2, 1894, S. 277.

[770] Über Albrûna, die mit elbischer Runenkraft Begabte, vgl.

Müllenhoff, Zur Runenlehre S. 51, 53.

[771] Über die germanischen Chorlieder, die als _laikaȥ_, mhd. _leich_

bezeichneten Hymnen, die aber natürlich vom Chore nur gesungen, nicht

auch gedichtet wurden, vgl. Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur

I, 1, 7 ff.

[772] Ztschr. d. deutschen morgenländischen Gesellschaft 37, 1883, S.

54 ff, 67 ff., u. ebenda Bd. 39, 1885, S. 52 ff.; die Vergleichung

der indischen Form mit der germanischen führt Kögel, Geschichte der

deutschen Litteratur I, 1, 98 durch.

[773] Die Poesie im germanischen Recht behandelt Kögel, Geschichte der

deutschen Litteratur I, 1, 97 u. 242 ff., wo der Nachweis versucht

wird, dass die friesische Rechtspoesie zum grossen Teile stabreimend

war; vgl. J. Grimm, Rechtsaltertümer S. 31 ff. über die Formeln.

[774] Über solche Formeln vgl. J. Grimm, Rechtsaltertümer 39 ff.;

die ausführlichste nordische Formel bietet die Heiðarvígasaga in den

Ĭslendinga sögur 2, 379 ff.

[775] Vgl. Haug, Sitzungsberichte der Münchener Akademie 1875, 2, S.

457 ff. Vedische Rätselfragen und Rätselsprüche; den Zusammenhang mit

dem mythologischen Rätselliede der Nordleute heben Wilmanns, ZfdA. 20,

252 ff., Müllenhoff, Altertumskunde 5, 238 u. Kögel, Geschichte der

deutschen Litteratur I, 1, 64 hervor.

[776] Über die Gleichheit indischer und germanischer Segenssprüche vgl.

A. Kühn, Ztschr. f. vergl. Sprachforschung 13, 49 ff.; 113 ff. Die

indischen Sprüche enthält namentlich der Atharvaveda. Die Atharvans

und Angiras sind Priestergeschlechter, die demnach als die besten

Gewährsmänner auf dem Gebiete der Spruchdichtung betrachtet wurden.

[777] Über die germanischen Wörter für Zauberlied und ihre Bedeutung

vgl. Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 79 ff.; E.

Schröder, ZfdA. 37, 259 ff.

[778] Vgl. E. Schröder, Über das Spell, ZfdA. 37, 241 ff.

[779] Germ. 10 _auspicia sortesque ut qui maxime observant: sortium

consueludo simplex. virgam frugiferae arbori decisam in surculos

amputant eosque notis quibusdam discretos super candidam vestem

temere ac fortuito spargunt. mox, si publice consultetur, sacerdos

civitatis, sin privatim, ipse pater familiae, precatus deos caelumque

suspiciens ter singulos tollit, sublatos secundum impressam ante

notam interpretatur. si prohibuerunt, nulla de eadem re in eundem

diem consultatio; sin permissum, auspiciorum adhuc fides exigitur._

Über die Sitte des Loosens vgl. Müllenhoff, Zur Runenlehre, Halle

1852, S. 33; Homeyer, Über das germanische Loosen, Monatsberichte der

Berliner Akademie, December 1853; R. Keyser, Samlede afhandlinger S.

372 ff.; Mogk in den „Kleineren Beiträgen zur Geschichte von Docenten

der Leipziger Hochschule“, Festschrift zum deutschen Historikertag in

Leipzig, 1894, S. 81 ff. Über Wahrsagerei im heutigen Brauche vgl.

Wuttke, Der deutsche Volksaberglaube, Berlin 1869, § 327 ff. Die

germanischen Wörter für dieses Verfahren lauten folgendermaassen: got.

_hlauts_, ags. _hlýt_ oder _hlét_, as. _hlôt_, ahd. _hlôȥ_, überall

ursprünglich Masculinum, ist das Nomen actionis des „_lieȥens_“,

des Loosens und des Wahrsagens, dann das, wodurch dies geschieht,

κλῆρος, sors, das Looszeichen; das nord. Femin. und Neutrum _hlaut_

ist das, woraus oder mit dessen Hilfe geweissagt wird, das Opferblut.

An. _hlutr_, ags. _hlot_, nds. _lott_, ahd. _hluȥ_, mhd. _luȥ_ ist

eigentlich _portio_, das Erlooste. Vgl. Gudbrand Vigfusson, dictionary

269; Müllenhoff, Altertumskunde 5, 155. Das Stäbchen, worauf die

Zeichen standen, hiess got. _tains_, an. _teinn_, afries. _tên_, ags.

_tân_, ahd. mhd. _zein_.

[780] Die Hauptstellen, wo vom _fella blótspán_ die Rede ist, sammelt

Fritzner, Ordbog I², 160. In der Fagrskinna 40 heisst es: er fällte den

Opferspan, und es ward offenbar, dass er die passende Tageszeit zum

Schlagen haben sollte. Auch hier bestimmt der Ausspruch der Loose die

Schlacht. Vgl. noch Landnáma 3, 8. In der Livländ. Reimchronik 2483

u. 7239 heisst es wie im Nordischen „der Span fällt“ statt „das Loos

fällt“; J. Grimm, Myth. 3, 321.

[781] Zum friesischen Looswurf vgl. Richthofen, Untersuchungen über

friesische Rechtsgeschichte 2, 450 ff.

[782] Lex Frisionum tit. 14 _tunc unusquisque illorum septem faciat

suam sorlem i. e. tenum de virga et signet signo suo, ut eam tam ille

quam caeteri qui circumstant cognoscere possint_. Es sind vermutlich

die Hausmarken der einzelnen Leute gemeint, die vielfache Verwendung

beim Loosen fanden, vgl. Homeyer, Die Haus- und Hofmarken, Berlin 1870.

[783] Vgl. E. Schröder, ZfdA. 37, 262.

[784] Fornmannasögur 11, 128 ff.; Flateyjarbók 1, 188 ff.; zur Stelle

R. Keyser, Samlede afhandlinger S. 376.

[785] Über Angang und andere von selber sich darbietende Vorzeichen

vgl. J. Grimm, Myth. 1072 ff.; Vorzeichen aus nordischen Quellen bei

Maurer, Bekehrung 2, 122 ff.; das meiste Material steht bei A. Wuttke,

Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 2. Aufl. Berlin 1869, § 262

ff.

[786] Ahd. _fogalrarta_ (_rarta_ = got. _razda_, Stimme), _fogilrartôd_

wird mit _auspicium, augurium_ glossiert; ebenso ags. _fugelhƕâte_;

vgl. J. Grimm, Myth. 3, 324. Über Augurien und Auspicien vgl. W.

Wackernagel, ἔπεα πτερόεντα in den Kleineren Schriften 3, 196 ff., 205

ff.

[787] Germ. Kap. 10 _proprium gentis equorum quoque praesagia ac

monitus experiri. publice aluntur isdem nemoribus ac lucis, candidi et

nullo mortali opere contacti; quos pressos sacro curru sacerdos ac rex

vel princeps civitatis comitantur hinnitusque ac fremitus observant.

nec ulli auspicio maior fides, non solum apud plebem, sed apud

proceres, apud sacerdotes; se enim ministros deorum, illos conscios

putant._

[788] Zur Etymologie von _hlaut_ vgl. Gudbrand Vigfusson, Dictionary

269; Müllenhoff, Altertumskunde 5, 155; vgl. auch oben S. 631 Anm. 1.

[789] Über Frauennamen auf _rûn_ und ihre Bedeutung vgl. Müllenhoff,

Zur Runenlehre S. 44 ff.; mit, _rûn_ gebildete Namen bei Förstemann,

Namenbuch 1, 1062 f.

[790] Über _spáfarar ok útiseta_, d. h. draussensitzen, um die Zukunft

mit Hilfe der Geister zu erforschen, was in Norges gamle love 1, 19

verboten wird, vgl. S. 648 Anm.; für die spätere Zeit vgl. Jón Árnason,

íslenzkar þjóðsögur 1, 436 f.

[791] Über got. _haljarûna_, welche aus Jordanes 24 _magas mulieres,

quas patrio sermone haliurunnas cognominant_, erschlossen wird,

vgl. Müllenhoff, Zur Runenlehre S. 44 ff.; mit ahd. _hellirûna_

gleichbedeutend begegnet _dohotrunu_ d. i. _dôtrûna_. Die sächsischen

_dâdsisas super defunctos_, die Totengesänge, betrachtet Kögel,

Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 52 als das Gegenteil vom

_valgaldr_, als einen Zauber, der die Rückkehr des Verstorbenen auf die

Erde, also das Wiedergehen verhinderte.

[792] Den Valgaldr schildert Saxo I S. 12 mit den Worten: _diris

admodum carminibus ligno insculptis iisdemque linguae defuncti per

Hadingum suppositis hac voce cum horrendum auribus carmen edere coegit._

[793] Über das Orakelsitzen vgl. J. Grimm, Myth. 3, 306; Kögel,

Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 29 f.

[794] Hrsg. von G. Storm, Kopenhagen 1893, S. 14 ff.; Reeves, The

finding of Wineland the good, London 1890, S. 108 ff., 126 ff.

[795] Dass Wahrsagerei mit Hilfe von Geistern geschieht, spricht die

Homilia de sacrilegiis III 5 deutlich aus: _qui diuinos uel diuinas

id est pitonissas, per quos demones responsa dant, consulit_ ... In

der Eirikssaga rauða heissen solche weissagende Geister _natúrur_,

Naturwesen. Die Lieder, mit denen sie beschworen werden, heissen nach

der Hauksbók _varđlokkur_, nach der Handschrift Am. 557 _vardlokr_

(vgl. das Facsimile bei Reeves, The finding of Wineland the good S.

109 u. 127). Wol dieselbe Art von Liedern sind im Grógaldr 7 gemeint:

_urþar lokur_. _varđlokkur_ begegnet im schott. _warlock_, böser

Geist. _Varđlokkur_ sind Zauberlieder, aber der etymologische Sinn

ist dunkel. _Varđ-_ ist deutsch _wart-_, an. _Varđrún_ zu _Wartrûn_;

_warten_ heisst bewahren, schützen. _Lokkur_ kann zu _lokka_ gehören,

etwa Lockung; _lokur_ sind Riegel, Schlösser. Die Bedeutung wird nicht

klarer. Schwerlich liegt in _varđ-_ der Begriff Geist, Gespenst, es

müsste denn zu _urđr_ (_urđir_, Schicksalsgöttinnen) gehören, oder

wie norwegisch _vord_, schwed. _vård_, Wächter, Schutzgeist, aus

engerer Bedeutung sich zum Begriff „Geist“ überhaupt erweitert und

verallgemeinert haben. Die Geister scheinen aber an. _gandar_ genannt

worden zu sein. _Gand_ begegnet in deutschen (_Ganthar_, _Gantfrid_,

_Gantrih_ bei Förstemann, Namenbuch 1, 468) und nord. (_Gandalfr_,

_Gandvik_) Namen. Gleichviel welchen Ursprungs das german. Wort sein

mag, die Bedeutung Zaubergegenstand und zauberhaftes Wesen, Gespenst,

scheint sicher; vgl. Müllenhoff, Altertumskunde 5, 110; Fritzner,

Ordbog I², 544; Kögel, Litteraturgeschichte I, 1, 52. Wie man die

Gandar beschwor, zeigt die Vǫl. 28/30. Die Volva sitzt zur Beschwörung

draussen (_ein sat úte_), als Odin zu ihr trat. Er gab Ringe und

Halsband zur Entlohnung hin und empfing dafür von der Volva weise

Kunde und Weissagung der Geister (_spǫ́ ganda_), welche die Volva zu

diesem Behufe beschworen hatte. Nach Vǫl. 22 sind die _gandar_ auch

bei Heids Zauberei, bei ihrem Seid, im Spiele (_vitte ganda_). Die

Fóstbrœðrasaga Kap. 9 erzählt: „Es ereignete sich, dass Thordis nachts

im Schlafe sich übel geberdete, und die Leute sprachen davon, dass man

sie wecken solle. Ihr Sohn Bodwar sprach: Lasst meine Mutter ihres

Traumes geniessen, denn es kann sein, dass der Alten etwas erscheint,

das sie wissen will. Und sie ward nicht geweckt. Als sie aber erwachte,

holte sie schwer Atem. Ihr Sohn Bodwar sprach: Du gehubst dich übel

im Schlafe, Mutter; ist dir etwas erschienen? Thordis antwortete:

Weit herum habe ich diese Nacht die Geister getrieben (_víđa hefi ek

gǫndum rennt i nótt_) und habe nun Dinge erfahren, die ich zuvor nicht

wusste.“ _Gandreiđ_, Zauberritt, heisst in der Njálssaga Kap. 126 die

Erscheinung eines gespenstischen Reiters vor grossen Ereignissen, vgl.

Maurer, Bekehrung 2, 404.

[796] Diese Auslegung gab Finn Magnusen, den äldre Edda, Kopenhagen

1821, Bd. 1, 5; Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 5, 42; Heinzel,

AnzfdA. 12, 49 Anm. vermutet Zusammenhang mit slav. _volchvŭ_?

[797] Vgl. E. H. Meyer, Völuspa S. 9 ff.

[798] Über _seiđr_ vgl. Uhland, Schriften 6, 392 ff.; Maurer, Bekehrung

2, 136 ff.; R. Keyser, Samlede afhandlinger 363 f. Für den Zusammenhang

zwischen Seid und Finnenzauber sind Uhlands treffliche Bemerkungen

maassgebend.

[799] Lokas. 24 ist mit Bugge, Studien 138 _vitku líke_ für Hds. _vitka

líke_ zu lesen. Nie wird Odin _seiđlmađr_ benannt, seine Galdr und

Runen bilden ja eben den Gegensatz zum unehrlichen _Seiđr_. Yngl. Kap.

7 „Odin verstand sich auf die Fähigkeit, die am mächtigsten wirkt, und

übte sie, die Seid heisst“ enthält einen offenkundigen Irrtum; Snorri

sagt selber kurz vorher Kap. 4, Seid sei den Asen fremd gewesen.

[800] Noreen, Indogerm. Forschungen 4, 326 nimmt zwei Formen,

ahd. _hazusa_ und _hagazusa_ aus _haga-hazusa_ an. _Hazusa_ ist

Participbildung zu got. _hatan_, ahd. _hazzên_; _hazusa_ ist die

Feindliche, Unholde, _hagazusa_ die feindliche Waldfrau; vgl. auch

Kaufmann, Beiträge 18, 155 Anm. 1.

[801] Die Ausdrücke dafür sind _finnfǫr, trúa á Finna, fara til Finna,

gera finnfarar, fara til Finnmerkr at spyrja spá_. Der Name Finnen

umfasst in der alten Zeit auch die Lappen. Über die Zauberkunst dieser

Völker, die so häufig als Lehrmeister der Nordleute erscheinen, vgl.

Fritzner, Lappernes hedenskab og trolldomskunst in der norsk historisk

tidskrift 1, 4, 164 f.; 184 ff.; 208 ff.

[802] Drauma-Jónssaga hrsg. von H. Gering, Halle 1893.

[803] Vgl. Wuttke, Der deutsche Volksaberglaube, Berlin 1869, § 220

ff. Zauberbücher sind Fausts dreifacher Höllenzwang, seit Ende des 16.

Jhrh. oft gedruckt (vgl. Düntzer in Scheibles Kloster 5, 116), eine

Anleitung zum Geisterbann; das Romanusbüchlein, in diesem Jahrh. in

Süddeutschland verbreitet, eine Sammlung von Gebeten und Segensformeln,

des Albertus Magnus egyptische Geheimnisse, der wahrhaftige feurige

Drache oder Herrschaft über die himmlischen und höllischen Geister und

über die Mächte der Erde und der Luft, der wahre geistliche Schild, das

6. u. 7. Buch Mose u. dgl. mehr. In dem Wuste von Unsinn taucht auch

öfters manche Erinnerung an ältere sinnvollere Zauberbräuche auf.

Handbuch der Germanischen Mythologie · 第 68 / 68 段