[749] R. Henning, Die deutschen Runendenkmäler, Strassburg 1889, S. 27
ff.
[750] Über Tempelschätze vgl. Richthofen, Untersuchungen über
friesische Rechtsgeschichte 2, 1, 431.
[751] Über die Begabung der isländischen Tempel vgl. Maurer, Bekehrung
2, 212 ff.
[752] Über die dänischen Haupttempel vgl. H. Petersen, om Nordboernes
gudedyrkelse og gudetro i hedenold S. 7 ff.
[753] Ein Verzeichniss der in den Quellen genannten und aus Ortsnamen
zu erschliessenden Tempel Norwegens gibt Munch, Nordmændenes ældste
gudeog heltesagn, Christiania 1854, S. 164 ff.
[754] Über die isländischen Tempel und ihre Bedeutung vgl. Maurer,
Island S. 38 ff., S. 54 ff.
[755] Ammianus Marcellinus 28, 5 _nam sacerdos omnium maximus apud
Burgundios vocatur sinistus et est perpetuus, obnoxius discriminibus
nullis ut reges_. Got. burg. _sinista sinisto_ ist der Superlativ zu
einem sonst verlorenen Positiv _*sins_ (aind. _sanas_, air. _sen_,
lit. _sẽnas_, lat. _senex_), wovon das got. _sineigs_ (senex) und
_siniskalk_ d. h. Altknecht, abgeleitet sind; vgl. Feist, Grundriss
der got. Etymologie, Strassburg 1888, S. 100; Brugmann, Grundriss der
vergleichenden Grammatik der idg. Sprachen, Band 2, S. 248 u. 407.
[756] Über das lautliche Verhältniss zwischen got. _gudja_, aisl.
_guđe_, _gođe_ vgl. Noreen, Abriss der urgerman. Lautlehre S. 176.
[757] Vgl. Maurer, Zur Urgeschichte der Godenwürde in ZfdPh. 4, 125
ff.; über _goding_, _cotinc_ Weinhold, ZfdPh. 21, 11.
[758] Bei Thorsen, De danske runemindesmærker 1, 334-338 Anm. 1.
[759] _Þuríđr hofgyđja_, Landnáma 4 Kap. 10; _Þúríđr gyđja_, ebenda
3 Kap. 4; Vatnsdæla Kap. 27; _Þorlaug gyđja_, Landnáma 1 Kap. 21;
_Friđgerđr gyđja_, Kristnisaga Kap. 2; Þorvalds þáttr víðfǫrla Kap. 4;
_Steinvǫr hofgyđja_, Vopnfirðingasaga S. 10.
[760] Über die isländischen Goden vgl. Maurer, Die Entstehung des
isländ. Staats und seiner Verfassung, München 1852, S. 82 ff.; Island
von seiner ersten Entdeckung bis zum Untergange des Freistaates,
München 1874, S. 36 ff.
[761] Über den friesischen _âsega_, insbesondere auch über seinen
Zusammenhang mit dem nordischen _lǫgmann_, dem isländischen
_lǫgsǫgumann_ vgl. Richthofen, Untersuchungen über friesische
Rechtsgeschichte 2, 455 ff., 487 ff. Über den nordischen
Gesetzsprecher, der sich aber allmälig als Sonderamt aus dem
ursprünglichen Priestertum losgelöst zu haben scheint, vgl. Maurer,
Das Alter des Gesetzsprecheramtes in Norwegen, München 1875;
Sitzungsberichte der Münchener Akademie 1887, phil.-hist. Klasse II,
3, 363 ff. und die dort verzeichnete Litteratur; zur ganzen Frage vgl.
Richard Schröder, Gesetzsprecheramt und Priestertum bei den Germanen in
der Zeitschrift für Rechtsgeschichte 1883, Germanistische Abteilung, 4.
Band, S. 215 ff.
[762] Vgl. Müllenhoff, ZfdA. 12, 346 ff.; über den Zusammenhang
zwischen Priestertum und Adel, J. Grimm, Rechtsaltertümer 267 ff.
[763] Dass der Eidring, der auf dem Altar des isländischen Tempels lag,
aber bei jeder Rechtshandlung vom Goden an der Hand getragen wurde,
auch in Deutschland und bei den Goten vorkam (vgl. den Eigennamen
_Eidring_ in einer Lorscher Urkunde vom Jahre 834 und die _brachiales_
bei Mansi, Concil. 3, 617), schliesst Müllenhoff, ZfdA. 17, 428 f.
[764] Über die Vereinigung von weltlicher Oberhoheit, insbesondere
Königtum, und Opferleitung im Norden vgl. H. Petersen, om nordboernes
gudedyrkelse og gudetro i hedenold, Kjöbenhavn 1876, S. 1 ff.
[765] Die Berichte über Hakons Teilnahme am Opfer bei Maurer, Bekehrung
1, 158 ff.
[766] Vgl. die ältere Olafssaga helga Kap. 33/8; die jüngere Kap.
107/8; Maurer, Bekehrung 1, 532 ff.
[767] Vgl. die ältere Olafssaga helga Kap. 112/5; die jüngere Kap.
101/4; Maurer, Bekehrung 1, 528 ff.
[768] Über germanische Priesterinnen und Weissagerinnen vgl. J. Grimm,
Myth. 84 ff.; 374 ff.; Weinhold, Die deutschen Frauen, 2. Aufl. Wien
1882, Bd. 1, S. 62 ff.
[769] Über Weleda vgl. Tacitus Germ. 8; Hist. 4, 61, 65; 5, 22,
24; Statius, Silv. 1, 4, 90; Müllenhoff, Zur Runenlehre S. 55; der
Name Weleda ist vielleicht nur eine Standesbezeichnung „weise Frau,
Seherin“, gleich urkelt. _velet_, Seher, Dichter; vgl. Windisch,
Philol. Wochenschrift, 1883, S. 930 und A. Fick, Vergleichendes
Wörterbuch der idg. Sprachen, 4. Aufl., Bd. 2, 1894, S. 277.
[770] Über Albrûna, die mit elbischer Runenkraft Begabte, vgl.
Müllenhoff, Zur Runenlehre S. 51, 53.
[771] Über die germanischen Chorlieder, die als _laikaȥ_, mhd. _leich_
bezeichneten Hymnen, die aber natürlich vom Chore nur gesungen, nicht
auch gedichtet wurden, vgl. Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur
I, 1, 7 ff.
[772] Ztschr. d. deutschen morgenländischen Gesellschaft 37, 1883, S.
54 ff, 67 ff., u. ebenda Bd. 39, 1885, S. 52 ff.; die Vergleichung
der indischen Form mit der germanischen führt Kögel, Geschichte der
deutschen Litteratur I, 1, 98 durch.
[773] Die Poesie im germanischen Recht behandelt Kögel, Geschichte der
deutschen Litteratur I, 1, 97 u. 242 ff., wo der Nachweis versucht
wird, dass die friesische Rechtspoesie zum grossen Teile stabreimend
war; vgl. J. Grimm, Rechtsaltertümer S. 31 ff. über die Formeln.
[774] Über solche Formeln vgl. J. Grimm, Rechtsaltertümer 39 ff.;
die ausführlichste nordische Formel bietet die Heiðarvígasaga in den
Ĭslendinga sögur 2, 379 ff.
[775] Vgl. Haug, Sitzungsberichte der Münchener Akademie 1875, 2, S.
457 ff. Vedische Rätselfragen und Rätselsprüche; den Zusammenhang mit
dem mythologischen Rätselliede der Nordleute heben Wilmanns, ZfdA. 20,
252 ff., Müllenhoff, Altertumskunde 5, 238 u. Kögel, Geschichte der
deutschen Litteratur I, 1, 64 hervor.
[776] Über die Gleichheit indischer und germanischer Segenssprüche vgl.
A. Kühn, Ztschr. f. vergl. Sprachforschung 13, 49 ff.; 113 ff. Die
indischen Sprüche enthält namentlich der Atharvaveda. Die Atharvans
und Angiras sind Priestergeschlechter, die demnach als die besten
Gewährsmänner auf dem Gebiete der Spruchdichtung betrachtet wurden.
[777] Über die germanischen Wörter für Zauberlied und ihre Bedeutung
vgl. Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 79 ff.; E.
Schröder, ZfdA. 37, 259 ff.
[778] Vgl. E. Schröder, Über das Spell, ZfdA. 37, 241 ff.
[779] Germ. 10 _auspicia sortesque ut qui maxime observant: sortium
consueludo simplex. virgam frugiferae arbori decisam in surculos
amputant eosque notis quibusdam discretos super candidam vestem
temere ac fortuito spargunt. mox, si publice consultetur, sacerdos
civitatis, sin privatim, ipse pater familiae, precatus deos caelumque
suspiciens ter singulos tollit, sublatos secundum impressam ante
notam interpretatur. si prohibuerunt, nulla de eadem re in eundem
diem consultatio; sin permissum, auspiciorum adhuc fides exigitur._
Über die Sitte des Loosens vgl. Müllenhoff, Zur Runenlehre, Halle
1852, S. 33; Homeyer, Über das germanische Loosen, Monatsberichte der
Berliner Akademie, December 1853; R. Keyser, Samlede afhandlinger S.
372 ff.; Mogk in den „Kleineren Beiträgen zur Geschichte von Docenten
der Leipziger Hochschule“, Festschrift zum deutschen Historikertag in
Leipzig, 1894, S. 81 ff. Über Wahrsagerei im heutigen Brauche vgl.
Wuttke, Der deutsche Volksaberglaube, Berlin 1869, § 327 ff. Die
germanischen Wörter für dieses Verfahren lauten folgendermaassen: got.
_hlauts_, ags. _hlýt_ oder _hlét_, as. _hlôt_, ahd. _hlôȥ_, überall
ursprünglich Masculinum, ist das Nomen actionis des „_lieȥens_“,
des Loosens und des Wahrsagens, dann das, wodurch dies geschieht,
κλῆρος, sors, das Looszeichen; das nord. Femin. und Neutrum _hlaut_
ist das, woraus oder mit dessen Hilfe geweissagt wird, das Opferblut.
An. _hlutr_, ags. _hlot_, nds. _lott_, ahd. _hluȥ_, mhd. _luȥ_ ist
eigentlich _portio_, das Erlooste. Vgl. Gudbrand Vigfusson, dictionary
269; Müllenhoff, Altertumskunde 5, 155. Das Stäbchen, worauf die
Zeichen standen, hiess got. _tains_, an. _teinn_, afries. _tên_, ags.
_tân_, ahd. mhd. _zein_.
[780] Die Hauptstellen, wo vom _fella blótspán_ die Rede ist, sammelt
Fritzner, Ordbog I², 160. In der Fagrskinna 40 heisst es: er fällte den
Opferspan, und es ward offenbar, dass er die passende Tageszeit zum
Schlagen haben sollte. Auch hier bestimmt der Ausspruch der Loose die
Schlacht. Vgl. noch Landnáma 3, 8. In der Livländ. Reimchronik 2483
u. 7239 heisst es wie im Nordischen „der Span fällt“ statt „das Loos
fällt“; J. Grimm, Myth. 3, 321.
[781] Zum friesischen Looswurf vgl. Richthofen, Untersuchungen über
friesische Rechtsgeschichte 2, 450 ff.
[782] Lex Frisionum tit. 14 _tunc unusquisque illorum septem faciat
suam sorlem i. e. tenum de virga et signet signo suo, ut eam tam ille
quam caeteri qui circumstant cognoscere possint_. Es sind vermutlich
die Hausmarken der einzelnen Leute gemeint, die vielfache Verwendung
beim Loosen fanden, vgl. Homeyer, Die Haus- und Hofmarken, Berlin 1870.
[783] Vgl. E. Schröder, ZfdA. 37, 262.
[784] Fornmannasögur 11, 128 ff.; Flateyjarbók 1, 188 ff.; zur Stelle
R. Keyser, Samlede afhandlinger S. 376.
[785] Über Angang und andere von selber sich darbietende Vorzeichen
vgl. J. Grimm, Myth. 1072 ff.; Vorzeichen aus nordischen Quellen bei
Maurer, Bekehrung 2, 122 ff.; das meiste Material steht bei A. Wuttke,
Der deutsche Volksaberglaube der Gegenwart. 2. Aufl. Berlin 1869, § 262
ff.
[786] Ahd. _fogalrarta_ (_rarta_ = got. _razda_, Stimme), _fogilrartôd_
wird mit _auspicium, augurium_ glossiert; ebenso ags. _fugelhƕâte_;
vgl. J. Grimm, Myth. 3, 324. Über Augurien und Auspicien vgl. W.
Wackernagel, ἔπεα πτερόεντα in den Kleineren Schriften 3, 196 ff., 205
ff.
[787] Germ. Kap. 10 _proprium gentis equorum quoque praesagia ac
monitus experiri. publice aluntur isdem nemoribus ac lucis, candidi et
nullo mortali opere contacti; quos pressos sacro curru sacerdos ac rex
vel princeps civitatis comitantur hinnitusque ac fremitus observant.
nec ulli auspicio maior fides, non solum apud plebem, sed apud
proceres, apud sacerdotes; se enim ministros deorum, illos conscios
putant._
[788] Zur Etymologie von _hlaut_ vgl. Gudbrand Vigfusson, Dictionary
269; Müllenhoff, Altertumskunde 5, 155; vgl. auch oben S. 631 Anm. 1.
[789] Über Frauennamen auf _rûn_ und ihre Bedeutung vgl. Müllenhoff,
Zur Runenlehre S. 44 ff.; mit, _rûn_ gebildete Namen bei Förstemann,
Namenbuch 1, 1062 f.
[790] Über _spáfarar ok útiseta_, d. h. draussensitzen, um die Zukunft
mit Hilfe der Geister zu erforschen, was in Norges gamle love 1, 19
verboten wird, vgl. S. 648 Anm.; für die spätere Zeit vgl. Jón Árnason,
íslenzkar þjóðsögur 1, 436 f.
[791] Über got. _haljarûna_, welche aus Jordanes 24 _magas mulieres,
quas patrio sermone haliurunnas cognominant_, erschlossen wird,
vgl. Müllenhoff, Zur Runenlehre S. 44 ff.; mit ahd. _hellirûna_
gleichbedeutend begegnet _dohotrunu_ d. i. _dôtrûna_. Die sächsischen
_dâdsisas super defunctos_, die Totengesänge, betrachtet Kögel,
Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 52 als das Gegenteil vom
_valgaldr_, als einen Zauber, der die Rückkehr des Verstorbenen auf die
Erde, also das Wiedergehen verhinderte.
[792] Den Valgaldr schildert Saxo I S. 12 mit den Worten: _diris
admodum carminibus ligno insculptis iisdemque linguae defuncti per
Hadingum suppositis hac voce cum horrendum auribus carmen edere coegit._
[793] Über das Orakelsitzen vgl. J. Grimm, Myth. 3, 306; Kögel,
Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 29 f.
[794] Hrsg. von G. Storm, Kopenhagen 1893, S. 14 ff.; Reeves, The
finding of Wineland the good, London 1890, S. 108 ff., 126 ff.
[795] Dass Wahrsagerei mit Hilfe von Geistern geschieht, spricht die
Homilia de sacrilegiis III 5 deutlich aus: _qui diuinos uel diuinas
id est pitonissas, per quos demones responsa dant, consulit_ ... In
der Eirikssaga rauða heissen solche weissagende Geister _natúrur_,
Naturwesen. Die Lieder, mit denen sie beschworen werden, heissen nach
der Hauksbók _varđlokkur_, nach der Handschrift Am. 557 _vardlokr_
(vgl. das Facsimile bei Reeves, The finding of Wineland the good S.
109 u. 127). Wol dieselbe Art von Liedern sind im Grógaldr 7 gemeint:
_urþar lokur_. _varđlokkur_ begegnet im schott. _warlock_, böser
Geist. _Varđlokkur_ sind Zauberlieder, aber der etymologische Sinn
ist dunkel. _Varđ-_ ist deutsch _wart-_, an. _Varđrún_ zu _Wartrûn_;
_warten_ heisst bewahren, schützen. _Lokkur_ kann zu _lokka_ gehören,
etwa Lockung; _lokur_ sind Riegel, Schlösser. Die Bedeutung wird nicht
klarer. Schwerlich liegt in _varđ-_ der Begriff Geist, Gespenst, es
müsste denn zu _urđr_ (_urđir_, Schicksalsgöttinnen) gehören, oder
wie norwegisch _vord_, schwed. _vård_, Wächter, Schutzgeist, aus
engerer Bedeutung sich zum Begriff „Geist“ überhaupt erweitert und
verallgemeinert haben. Die Geister scheinen aber an. _gandar_ genannt
worden zu sein. _Gand_ begegnet in deutschen (_Ganthar_, _Gantfrid_,
_Gantrih_ bei Förstemann, Namenbuch 1, 468) und nord. (_Gandalfr_,
_Gandvik_) Namen. Gleichviel welchen Ursprungs das german. Wort sein
mag, die Bedeutung Zaubergegenstand und zauberhaftes Wesen, Gespenst,
scheint sicher; vgl. Müllenhoff, Altertumskunde 5, 110; Fritzner,
Ordbog I², 544; Kögel, Litteraturgeschichte I, 1, 52. Wie man die
Gandar beschwor, zeigt die Vǫl. 28/30. Die Volva sitzt zur Beschwörung
draussen (_ein sat úte_), als Odin zu ihr trat. Er gab Ringe und
Halsband zur Entlohnung hin und empfing dafür von der Volva weise
Kunde und Weissagung der Geister (_spǫ́ ganda_), welche die Volva zu
diesem Behufe beschworen hatte. Nach Vǫl. 22 sind die _gandar_ auch
bei Heids Zauberei, bei ihrem Seid, im Spiele (_vitte ganda_). Die
Fóstbrœðrasaga Kap. 9 erzählt: „Es ereignete sich, dass Thordis nachts
im Schlafe sich übel geberdete, und die Leute sprachen davon, dass man
sie wecken solle. Ihr Sohn Bodwar sprach: Lasst meine Mutter ihres
Traumes geniessen, denn es kann sein, dass der Alten etwas erscheint,
das sie wissen will. Und sie ward nicht geweckt. Als sie aber erwachte,
holte sie schwer Atem. Ihr Sohn Bodwar sprach: Du gehubst dich übel
im Schlafe, Mutter; ist dir etwas erschienen? Thordis antwortete:
Weit herum habe ich diese Nacht die Geister getrieben (_víđa hefi ek
gǫndum rennt i nótt_) und habe nun Dinge erfahren, die ich zuvor nicht
wusste.“ _Gandreiđ_, Zauberritt, heisst in der Njálssaga Kap. 126 die
Erscheinung eines gespenstischen Reiters vor grossen Ereignissen, vgl.
Maurer, Bekehrung 2, 404.
[796] Diese Auslegung gab Finn Magnusen, den äldre Edda, Kopenhagen
1821, Bd. 1, 5; Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 5, 42; Heinzel,
AnzfdA. 12, 49 Anm. vermutet Zusammenhang mit slav. _volchvŭ_?
[797] Vgl. E. H. Meyer, Völuspa S. 9 ff.
[798] Über _seiđr_ vgl. Uhland, Schriften 6, 392 ff.; Maurer, Bekehrung
2, 136 ff.; R. Keyser, Samlede afhandlinger 363 f. Für den Zusammenhang
zwischen Seid und Finnenzauber sind Uhlands treffliche Bemerkungen
maassgebend.
[799] Lokas. 24 ist mit Bugge, Studien 138 _vitku líke_ für Hds. _vitka
líke_ zu lesen. Nie wird Odin _seiđlmađr_ benannt, seine Galdr und
Runen bilden ja eben den Gegensatz zum unehrlichen _Seiđr_. Yngl. Kap.
7 „Odin verstand sich auf die Fähigkeit, die am mächtigsten wirkt, und
übte sie, die Seid heisst“ enthält einen offenkundigen Irrtum; Snorri
sagt selber kurz vorher Kap. 4, Seid sei den Asen fremd gewesen.
[800] Noreen, Indogerm. Forschungen 4, 326 nimmt zwei Formen,
ahd. _hazusa_ und _hagazusa_ aus _haga-hazusa_ an. _Hazusa_ ist
Participbildung zu got. _hatan_, ahd. _hazzên_; _hazusa_ ist die
Feindliche, Unholde, _hagazusa_ die feindliche Waldfrau; vgl. auch
Kaufmann, Beiträge 18, 155 Anm. 1.
[801] Die Ausdrücke dafür sind _finnfǫr, trúa á Finna, fara til Finna,
gera finnfarar, fara til Finnmerkr at spyrja spá_. Der Name Finnen
umfasst in der alten Zeit auch die Lappen. Über die Zauberkunst dieser
Völker, die so häufig als Lehrmeister der Nordleute erscheinen, vgl.
Fritzner, Lappernes hedenskab og trolldomskunst in der norsk historisk
tidskrift 1, 4, 164 f.; 184 ff.; 208 ff.
[802] Drauma-Jónssaga hrsg. von H. Gering, Halle 1893.
[803] Vgl. Wuttke, Der deutsche Volksaberglaube, Berlin 1869, § 220
ff. Zauberbücher sind Fausts dreifacher Höllenzwang, seit Ende des 16.
Jhrh. oft gedruckt (vgl. Düntzer in Scheibles Kloster 5, 116), eine
Anleitung zum Geisterbann; das Romanusbüchlein, in diesem Jahrh. in
Süddeutschland verbreitet, eine Sammlung von Gebeten und Segensformeln,
des Albertus Magnus egyptische Geheimnisse, der wahrhaftige feurige
Drache oder Herrschaft über die himmlischen und höllischen Geister und
über die Mächte der Erde und der Luft, der wahre geistliche Schild, das
6. u. 7. Buch Mose u. dgl. mehr. In dem Wuste von Unsinn taucht auch
öfters manche Erinnerung an ältere sinnvollere Zauberbräuche auf.