posset, ascitis fabris aurum statuae detrahendum curavit. quibus
Othinus suspendio consumtis statuam in crepidine collacavit, quam etiam
mira artis industria ad humanos tactus vocalem reddidit. at nihilominus
Frigga, cultus sui nitorem divinis mariti honoribus anteponens, uni
familiarium se stupro subjecit; cujus ingenio simulacrum demolita,
aurum publicae superstitioni consecratum ad privati luxus instrumentum
convertit._ Der Vorwurf der Buhlerei Friggs mit Vili und Vé begegnet
in der Lokasenna 26 und in der Ynglingasaga Kap. 3. Odin war lange
Zeit abwesend, die Asen erwarteten seine Rückkehr nicht mehr. Da
teilten seine Brüder Vili und Vé sein Erbe und nahmen sein Weib Frigg
miteinander. Kurz darauf kam Odin zurück und nahm sich wieder seine
Frau. Zur Auslegung der Sage vgl. Müllenhoff, ZfdA. 30, 220.
[535] Über den schwedischen Volksglauben vgl. Hyltén-Cavallius, Wärend
och Wirdarne S. 236 f.; Rietz, svensk dialektlexicon 165; Friggjargras
nach J. Grimm, Myth. 279, Jón Árnason, íslenzkar þjóðsögur 1, 646; nach
Asbjörnsen, norske folke- og huldreeventyr 1, 201 u. 206 geht _Stor
Frigg_ mit elbischem Vieh.
[536] Über die Göttinnen vgl. Snorre in Gylfag. Kap. 35; der Skald
Kormak (937-967) nennt Sága, Hlín, Eir, Vár, Gná. Wie die Göttinnen
nur die eine Hauptgöttin Frigg vervielfältigen, so die in den
Fjǫlsvinnsmǫ́l 38 aufgezählten Jungfrauen ihre Herrin Menglod, in der
ebenfalls Frigg sich verbirgt. Die hilfreichen Mädchen heissen Hlif
(Beschützerin), Hlifthrasa (Schutz-?), Thiodwara (Volksbewahrerin),
Bjort (die Glänzende), Bleik (die Weisse), Blid (die Freundliche),
Frid (die Schöne), Aurboda (die Goldspenderin), Eir (die Pflegerin).
Zu den Göttinnen im allgemeinen Uhland, Schriften 6, 139 ff. Die
Handschriften der SE. 1, 116 u. 2, 274 unterscheiden zwischen Vár und
Vǫr. Vgl. darüber Müllenhoff, ZfdA. 16, 152; Mogk, Beitr. 6, 529 ff.;
Bugge, Aarböger f. nord. oldkyndighed 1875, S. 216 f.; Sijmons, Edda
I, 1, 148 Anm. Sunna betrachtet Kauffmann, Beitr. 15, 209 als Gen. von
Sunn = an. Syn; Eir vergleicht er (Beitr. 16, 201 ff.) den Alaisiagen,
den Allhilfreichen; gegen Kauffmanns Gleichstellung von Sunna und Syn
Gering, ZfdPh. 26, 149. Über Sinhtgunt Müllenhoff, Denkmäler 2³, 46;
Bugge, Studien 297 f., wo eine Mondgöttin behauptet wird.
[537] Über Freyja Gylfag. Kap. 24 u. 35; Grímn. 14; Ynglingasaga Kap. 4
u. 13. Freyjas Namen SE. 1, 304.
[538] _Freyja_ kennt die an. Sprache auch als Appellativum, so in
_húsfreyja_, wofür auch das vielleicht aus dem Deutschen entlehnte
_húsfrú_ eintritt; für _frú_ hat die ältere Sprache _frauva_, _froua_,
_frúva_, vgl. Noreen, An. Gr.² § 340,1. Snorre betont den Zusammenhang:
_af hennar nafni er þat tignarnafn, er ríkiskonur eru kallađar frúvor
(frúr)_. _snyrtifreyja_, _fægifreyja_ sind schwerlich eigentliche
Wörter, vielmehr skaldische Umschreibungen für den Begriff Frau. Dem
nordischen _Freyr_ (urgerm. _fraujaȥ_) steht möglicherweise wegen der
ags. und altdeutschen Namen _Fréaƕine_, _Frôƕin_ ein _Fréa_, _Frô_
(urgerm. _fraƕô_) gegenüber. Aber von einer deutschen _Frouƕa_ ist
keine Spur nachweisbar.
[539] Der _kviđlingr_ lautet in der ausführlichen Olafssaga
Tryggvasonar Kap. 217:
_vil ek eigi gođ geyja grey þykki mér Freyja
æ mun annat tveggja Óđinn grey eđa Freyja._
Ähnlich lautet der Vers in der Njálssaga Kap. 102. Ari in der
Íslendingabók Kap. 7 und Kristnisaga Kap. 9 haben nur die erste
Hälfte der Strophe, die Schelte auf Freyja, ohne Odin zu nennen.
Zur Überlieferung Njála, Köbenhavn 1875-79, Bd. II, 504 ff.; Finnur
Jónsson, Íslendingabók, Kaupmannahöfn 1887, S. XXXV.
[540] Jüngere Olafssaga helga Kap. 101 f (Flateyjarbók 1, 283); das
gleiche Versehen in der Bósasaga Kap. 12, wo dem Thor, Odin und der
Freyja (statt dem Freyr) Minne getrunken wird; vgl. Petersen, om
nordboernes gudedyrkelse og gudetro S. 94. Man muss berücksichtigen,
dass die spätere Bearbeitung der Olafssaga und die Bósasaga
zeitlich mit den Skíðarímur (14. Jahrh.), wo Freyja Odins Weib ist,
zusammenfallen. Das Versehen ist kein äusserliches, vielmehr war den
Schreibern, welche Freyja statt Freyr den Hauptgöttern Thor und Odin
zur Seite stellten, Freyja die wichtigste und höchste Asin, und durfte
somit, wie früher ehestens Frigg, mit Odin zusammen genannt werden.
[541] Hálfssaga Kap. 1.
[542] Egilssaga Kap. 81.
[543] Der Sörlaþáttr in den Fornaldar sögur 1, 391 und in der
Flateyjarbók 1, 275. Über Brísingamen Müllenhoff, ZfdA. 12, 304; über
das Halsband in seiner Beziehung zu Freyja Müllenhoff, ZfdA. 30, 220 f.
[544] _Brísinga men_ gehört der altgerman. Sage an, im Béowulf 1199
ist mit „_brosinga mene_“, das zu einem reichen Hort gehört, offenbar
dasselbe gemeint. An. _brísingar_ bedeutet die Zusammenflechter, die
kunstreichen Verfertiger und würde auf schmiedende Zwerge wol passen.
Dass die Künstler nachmals zu Zwergen wurden, versteht sich daraus,
dass die Zwerge im Besitz der Schmiedekunst sind. Dem Wortstamme
verwandt ist mhd. _brîsen_, einfassen, schnüren.
[545] Uhland, Schriften 6, 58; 154.
[546] Bugge, Studien 11; in der im 6. Jahrh. verfassten Abhandlung _de
origine idolorum_ sagt der Bischof Martinus von Braga von der Venus:
_etiam cum patre suo Jove et cum fratre suo Marte meretricata est_; Mai
class. auct. 3, 382.
[547] So Eilif Guðrúnarson SE. 1, 300.
[548] Auf Freyjas Buhlerei gehen die Anspielungen Hyndl. 47 u. 48.
Über das Gedicht Finnur Jónsson, Litteraturshistorie 1, 195 ff. Die
Entstehungszeit bestimmt Finnur auf 950-975. Den Schutz, welchen Freyja
dem Ottar gewährt, betrachtet Hyndla als unerlaubtes Verhältniss.
[549] Kögel, Indogerm. Forschungen 4, 313 erklärt _mardǫll_ als die
Hellglänzende, _mar-_, _mari-_ im Sinne von glänzend (vgl. μαρμαίρω
bei Fick, Vgl. Wörterbuch I⁴ 515) begegnet in deutschen Frauennamen
_Meridrûd_, _Meripurc_, _Merihilt_, _Merisƕind_ u. ä. In einem
isländischen Märchen, das um 1700 aufgezeichnet wurde, heisst ein
Mädchen _Mærþöll_; wenn sie weint, verwandeln sich ihre Thränen in
Gold; vgl. Jón Árnason, Þjóðsögur og æfintýri íslenzkar 2, 424 f. Die
goldene Thränen weinende Mærþöll (Mardǫll-Freyja) ist hier gelehrten
Ursprungs, nicht nachwirkende echte Volkssage.
[550] Zur Herkunft der fremden Züge in Freyjas Art Bugge, Christiania
Morgenbladet vom 16. Aug. 1881; gefälscht ist die Geschichte von _Woud_
und _Freid_, Schönwerth, Sagen u. Sitten aus der Oberpfalz 2, 312 ff.,
obwol J. Grimm, Kleinere Schriften 5, 427 f. und danach M. Hirschfeld,
Lokasenna 28 ff. sie für echt halten; weitere angebliche Freyjasagen s.
bei Mannhardt, Germanische Mythen, Berlin 1858, S. 288 Anm. 1 u. 295,
Anm. 5.
[551] D. h. das Gestein zerschmolz durch die Hitze zahlreicher
Opferfeuer zu Glas; Ottar ist ein eifriger Opferer.
[552] Über Gefjon Gylfag. Kap. 35; Lokas. 20, 21; Volsa-Þáttr, hrsg.
von Guðbrandr Vigfússon in Nordiske oldskrifter 27, 133 ff. und Corpus
poeticum boreale 2, 381 f.; die Bauerntochter beteuert: _þess sver ek
viđ Gefjon ok viđ gođin önnor_. Über den Namen Gefjon Bugge, Beiträge
12, 417; er vergleicht die inschriftlichen _Junones Gabiae_, _matronis
Gabiabus_, _Alagabiabus_ (Kern, Revue celtique 2, 156) und stellt dazu
got. gabei, Reichtum. Urverwandt sei _copia_. Gefjon wäre etwa einer
_Copia_ zur Seite zu setzen. Vgl. noch Much, ZfdA. 35, 316 f.; dagegen
Kauffmann, Zeitschr. d. Vereins f. Volkskunde 1892, S. 42 Anm.
[553] Dass _Gefn_ mit ags. _geofon_, as. _geƀan_, „Meer“ zusammenhänge
und auch Gefjon hierher gehöre (J. Grimm, Myth. 219), also etwa eine
Seegöttin, eine Wanin (Noreen, Abriss der urgerm. Lautlehre, Strassburg
1894, S. 50 u. 53, Vaner „die Seegötter“) bedeute, behauptet auch Much,
ZfdA. 35, 327. Die Beziehung ist zu unsicher, würde aber zu Freyja als
der Schwester des Freyr passen.
[554] SE. 1, 312 u. 282; corpus 2, 15 u. 17; ebenda 67.
[555] Gefjon als Pflügerin Gylfag. Kap. 1; Ynglingasaga Kap. 5. Auf
Grimms Etymologie gestützt, erklärt Weinhold (Riesen des germ. Mythus
S. 241) die Gefjon als Meerriesin, die Mythe vom Landpflügen als die
Erinnerung an eine furchtbare Sturmflut, die vom Norden hereinstürmend
in unvordenklicher Zeit Seeland von der skandinavischen Halbinsel
losriss.
[556] Über Idun Gylfag. Kap. 26; Bragar. 2; Lokasenna 17. Der Skald
Thjodolf in der Haustlǫng behandelt den Mythus vom Raube der Idun,
SE. 1, 306-314. Über Iduns Benennungen unter den Skalden SE. 1, 304.
_Iđunn_, auch als Frauenname auf Island bezeugt (Arkiv f. nordisk
filologi 5, 24 Anm.), bedeutet Erneuung, Verjüngung; der Name ist
gebildet vom Präfix _iđ_ iterum und vom in Frauennamen häufigen Suffix
_-unn_, vgl. Uhland, Schriften 6, 69, Bugge, Arkiv 5, 24. Sie trägt ihn
offenbar als Bewahrerin der Äpfel, die „_ellilyf_“, Heilmittel gegen
Alter heissen. Über die Idunsage und ihre Deutung Uhland, Schriften 6,
69 ff. und Bugge, Arkiv för nordisk filologi 5, 1 ff.
[557] Zur Deutung der Fjǫlsvinnsmǫ́l vgl. Müllenhoff, ZfdA. 30, 219.
[558] ZfdA. 30, 217 ff. Die oben ausgehobenen Stellen ebenda S. 243 u.
259.
[559] SE. 1, 304 heisst Freyja _eigandi fressa_, Eignerin der Katzen;
SE. 1, 96 e_kr hón kǫttum tveim ok sitr í reiđ_; SE. 1, 176 _Freyja
reiđ kǫttum sinum_. Snorri versteht also unter „_fress_“ Kater, Katze,
wie z. B. auch Grágás II 192 _kattbelgir af gǫmlum fressum_. Unter den
_heiti_ für _bjǫrn_, Bär, steht _fress_ SE. 1, 478 u. bei Kormak. Vgl.
Sveinbjörn Egilsson, Lex. poet. 202.
[560] Sohn der Jord heisst Thor Þrym. 1; Lokas. 58; beim Skald Ǫlvir
SE. 1, 254; in der Haustlǫng SE. 1, 278. Über Jord als Odins Weib
Gylfag. Kap. 9; nach Gylf. Kap. 10 und einer Strophe Hallfreds SE. 1,
320 u. 460 ist sie die Tochter des Riesen Onar und der Riesin Nótt.
[561] Frigg heisst Lokas. 26 _Fjǫrgyns mǽr_, d. h. Fjorgyns Geliebte,
wie Freyja _Oþs mǽr_, Ods Geliebte ist; SE. 1, 54 u. 304 ist der
Ausdruck missverstanden, _mær_ = _dóttir_ gefasst, also Fjǫrgyns
Tochter. Fjǫrgyn als Thors Mutter Vol. 56; Hárb. 56; SE. 1, 476; 585;
Oddrúnargrátr 10 steht _á fjǫrgynju_ = _á jǫrđu_. Zur Etymologie
des Namens Hirt, Indogermanische Forschungen 1, 479 ff.; Kauffmann,
Beiträge 18, 140; Noreen, Abriss der urgerm. Lautlehre S. 131. Von idg.
_perqos_ (_quercus_) abgeleitet sind kelt. _erkunia_, ἑρκύνιος δρυμός
(Eichwald), got. _faírguni_, Berg, mhd. _Virgunnia_ (Eichenwald, Name
des Böhmerwaldes und Erzgebirges).
[562] Den ags. Segen bei Grein-Wülker, Bibliothek der ags. Poesie,
Bd. 1, 1883, S. 312 ff.; die Litteratur darüber bei Wülker, Grundriss
zur Geschichte der ags. Litteratur, Leipzig 1885, S. 347 ff.; Kögel,
Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 39 ff.; _Erce_ erklärt Kögel
als eine Weiterbildung zum Grundwort _ero_, „Erde“ (über _ero_ Kögel,
Pauls Grundriss 2, 1, 196 und Müllenhoff-Scherer, Denkmäler 2³, 3); es
verhalte sich dazu wie _scinca_, „Schinken“ zu _scina_, „Beinschiene“,
_zinko_, „Zacken“ zu _zinna_, _funcho_, „Funke“ zu got. _fôn_,
_funins_, „Feuer“. Brynhilds Tagesgruss in den Sigrdrífumál 4.
[563] Lex. myth. 401; zur obigen Deutung Weinhold, Die Riesen im germ.
Mythus, Wien 1858, S. 60 ff. Kauffmann, Beiträge 18, 169 f. führt Rindr
auf Vrindr, „die Göttin mit dem Zauberstab“ zurück und stellt sie der
Hlodyn und Grid zur Seite; dagegen Rödiger, ZfdPh. 27, 6 f.
[564] Über Nerthus wurde bereits unter Freyr (S. 219, Anm. 2) das
Notwendige mitgeteilt. Für die Bedeutung des Nerthusfestes vgl.
Mannhardt, Wald- u. Feldkulte 1, 567 ff.; Kögel, Geschichte d.
deutschen Litteratur I, 1, 21 f.
[565] J. Grimm, Myth. 748, Nachträge 1225.
[566] Annalen 1, 51; zur Feststellung der Lesart des Namens Müllenhoff,
ZfdA. 9, 258; 23, 23.
[567] Überliefert ist tāfanę, was in Tanfanae oder Tamfanae aufzulösen
ist. Den Nasal erachten J. Grimm und Müllenhoff als infigiert, wie
λαμβάνω zu λαβ-, τύμπανον zu τύπ-τω u. ä.; sie deuten demnach, als ob
_Taƀana_ stünde. J. Grimm, Gesch. d. deutschen Spr. 232, 622, 828;
Kleinere Schriften 5, 418 ff. rät auf eine germanische Göttin des
Herdes und Feuers, Vesta, Ἑστία, skythisch _Tabiti_; die idg. Wurzel
läge in _tepere_, aind. _tapas_, Hitze. Müllenhoff, ZfdA. 9, 258; 23,
23 ff. vergleicht an. _tafn_, „Opfertier“ und die idg. Wurzel _dap_,
welche im lat. _daps_, _dapinare_, griech. δάπτω, δάπανος, δαψιλής,
δέπας erscheint. Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1,
19 Anm. erinnert an isl. _þamb_, Schwellung, Fülle, _þǫmb_, Fülle,
Gespanntheit; _þamba_, in vollen Zügen trinken; norweg. _temba_,
füllen, stopfen; _temba_, grosse Mahlzeit. Dann meint des Tacitus
Schreibung Tamfana eine germanische _Thamfana_, _þamƀana_. Immerhin ist
Kögels Versuch besser als die andern, nachdem die Wurzel „_dap_“ sonst
nirgends Nasalinfix aufweist. Unmöglich ist die Erklärung Jaekels,
ZfdPh. 24, 306 ff., wonach Tamfana aus _Tamna_(zu Wurzel _dam_, δαμάω,
_domare_) entstand und die alles bezwingende Todesgöttin bedeutet.
[568] Tac. Ann. 4, 73 _apud lucum quem Baduhennae vocant_. Nach
Müllenhoff, Schmids Zeitschr. f. Geschichtswissenschaft 8, 264 und
ZfdA. 9, 240 f. ist _h_ Trennungszeichen und _Baduennae_ zu lesen.
Man denkt beim Suffix an kelt. _Arduenna_, Zeuss Gramm. celtica² 774.
Siebs, ZfdPh. 24, 1 ff. erklärt _Baduhenna_ als Beiname Wodans, der
im Kampfe tötende Walvater; das ist abgesehen von anderm sprachlich
unmöglich.
[569] Vgl. v. Grienberger, Beiträge 19, 531 ff.
[570] Die Litteratur über den Stein wurde bereits im Abschnitt über
Tiuȥ S. 204 Anm. 2 mitgeteilt. Zum oben Vorgetragenen Heinzel, Westd.
Ztschr. 3, 292; Weinhold, ZfdPh. 21, 1 ff.; Kaufmann, Beiträge 16, 201
ff.; Siebs, ZfdPh. 24, 434 ff.
[571] _Hlóþyn_ begegnet Vǫl. 55; dass sie Widars, nicht Thors Mutter
ist, zeigt Kauffmann, Beiträge 18, 136 ff.; _Hlóþyn_ gleich Jord SE.
1, 474; in der Olafssaga Tryggvasonar Fms. 1, 123 _hlóþyn markar_,
terra silvae; in der Hervararsaga Fas. 1, 469 _í hlóþynjar skaut_,
in gremium terrae. Die wichtigsten Inschriften der _dea Hludana_
sind die rheinischen von Birten und Iversheim (vgl. Brambach, Corpus
inscriptionum rhenanarum 150; Bonner Jahrbücher 50, 184) und die
friesische (W. Pleyte, in den Verslagen der kon. akad. letterkunde 3,
6, 58). Über die Göttin Sculo Thorlacius, _de Hludana_, _Germanorum
gentilium dea_, Havniae 1782; Müllenhoff, Schmidts Ztschr. f.
Geschichtswissenschaft 8, 264 Anm.; Jäkel, ZfdPh. 23, 129 ff.; Siebs,
ZfdPh. 24, 457 ff.; Kauffmann, Beiträge 18, 134 ff.; Rödiger, ZfdPh.
27, 3. Gegen Mogk, Grundriss 1, 1094 Kauffmann a. a. O. 142. Bugge,
Studien 19 u. 575 trennt Hlóðyn, die er aus Latona ableitet, von
Hludana.
[572] Wol nach Ovid, Metam. 1, 393: _magna parens terra est, lapides in
corpore terrae ossa reor dici._
[573] Germania Kap. 9 _pars Sueborum et Isidi sacrificat: unde causa
et origo peregrino sacro, parum comperi, nisi quod signum ipsum in
modum liburnae figuratum docet advectam religionem_. Zu Isis M. Haupt,
Moriz von Craun S. 4; Kauffmann, Beiträge 16, 217 ff. Die von Aventinus
(Chronik 1566 fol. 37) angedeutete, durch Simrock Myth.⁵ 372 ff.
aufgenommene Ansicht, der Name der deutschen Göttin, etwa _Îsa_, Avent.
_fraƕ Eysen_ (vgl. auch J. Grimm, Myth. 244) habe Isis bei Tacitus
hervorgerufen als den nächstliegenden, ähnlich klingenden Namen, bedarf
keiner ernstlichen Widerlegung. Die Litteratur über die suevische Isis
verzeichnet Drexler in Roschers Lexicon der griech. u. röm. Mythologie
2, 548 ff.
[574] Die Nehalenniadenkmäler mit Abbildungen bei L. J. F. Janssen,
de romeinsche beelden en gedenksteenen van Zeeland. Middelburg 1845;
die rhein. Inschriften bei Brambach, Corpus inscriptionum rhenanarum
Nr. 441 u. 442. Das Material verwerten neuerdings die Abhandlungen
von Jäkel, ZfdPh. 24, 289 ff. und Kauffmann, Beiträge 16, 211 ff.
Die letztgenannte treffliche Arbeit ist für die oben vorgetragenen
Ansichten maassgebend. Dem gegenüber hat Muchs Aufsatz, ZfdA. 35, 324
ff. wenig Bedeutung. Detter, ZfdA. 31, 208 stellt Nehalennia zu νέκυς;
das Grundwort _nehal_ kehre in an. _njól_, die Nacht, wieder. Dagegen
Noreen, An. Gr.² § 106a u. 231; Abriss der urgerm. Lautlehre S. 14 u.
113, wonach _niól_ aus _niƀol_ abzuleiten ist.
[575] A. a. O. 228 ff.
[576] Die Bräuche des Schiffsumzuges bei J. Grimm, Myth. 237 ff.; 3,
86. Weiteres bei J. W. Wolff, Beiträge zur deutschen Mythologie 1,
1852, 149 ff. Die Hauptstelle für die niederländische Umfahrt in des
Abtes Rudolf († 1138) Klosterchronik von St. Trond, Buch 12, Kap. 11-14
(MG Script. 10, S. 310 ff.).
[577] Vgl. darüber Mannhardt, Wald- und Feldkulte 1, 553 ff.
[578] Dümmler, Rhein. Museum, N. F. 43, 355 ff.
[579] Das Schiff auf Rädern im Moriz von Craon gehört gewiss zum
Carneval und hat mit dem german. Heidentum nichts zu schaffen. Vgl. E.
Schröder, Zwei altdeutsche Rittermären, Berlin 1894, S. XXVIII; das
niederrheinische Schiff mag ebendaher stammen. Seine mythologische
Bedeutung wird mindestens sehr zweifelhaft.
[580] Das gesamte Material bei Ihm, Der Mütter- und Matronenkult und
seine Denkmäler, Bonner Jahrbücher des Vereins von Altertumsfreunden im
Rheinlande, Heft 83, 1887, S. 1-200; Much, ZfdA. 31, 354 ff. u. 35, 315
ff. germanische Matronennamen; Muchs Deutungen sind überaus unsicher,
da sie nicht von den Ortsnamen ausgehen; Kauffmann, Der Matronenkultus
in Germanien. Ztschr. d. Vereins f. Volkskunde, 1892, S. 24 ff.
[581] Zur _dea Sandraudiga_ J. Grimm, Geschichte der deutschen Sprache
588; Grienberger, ZfdA. 35, 390.
[582] Zu _dea Vercana_ Much, ZfdA. 31, 357 f.
[583] Zu _dea Vagdavercustis_ Grienberger, ZfdA. 35, 393 ff.; seine
Erklärung, „die Lebenskraft wirkende“, die spendende Erdgöttin, ist
sehr unsicher, zumal _vagda_ = ahd. _kiuuegida_, „vegetamen“; man würde
mindestens _*ƕagida_ erwarten; ebenso die Ableitung _vercustis_, der
zulieb ein unbelegtes _„ƕerkos“_ behauptet wird. Von weiteren Göttinnen
z. B. _dea Garmangabis_, Grienberger, ZfdA. 38, 189 ff., wird hier
besser geschwiegen.
[584] Widukind, Res gestae Saxonicae I, 23 MG. Script. 3, 428 _ut
a mimis declamaretur, ubi tantus ille infernus esset, qui tantam
multitudinem caesorum capere posset_. Dass hinter _infernus_ as.
_hella_ steht, meint J. Grimm, Myth. 761.
[585] Die Höllenfahrt beschreiben Baldrs Draumar 2 u. 3; Gylfag. Kap.
49; Helreiþ Brynhildar.
[586] Bugge, Studien 179 erklärt Garmr aus Kerberos verderbt. Noreen,
An. Gramm.² § 248 fasst Garmr als Metathesis zu Gramr, der Grimmige.
[587] Niflhel Baldrs. Dr. 2; Vafþr. 43; SE. 1, 136; Niflheim SE. 1, 38;
40; 68; 106; 136.
[588] Baldrs Draumar 6, 7; Gylfag. K. 49 SE. 1, 178.
[589] Die mittelalterlichen Christen meinten, die Leiber der
Ungläubigen und Unbussfertigen müssten in der Hölle grausigem Gewürm
zur Nahrung dienen. Den Angelsachsen ist die Hölle ein Schlangensaal
(_ƕyrmsele_); vgl. Bugge, Studien über die Entstehung der nordischen
Götter- und Heldensagen S. 482 ff.
[590] Über die Wanderung nach dem Tode und den eisigen, Schneiden mit
sich führenden Höllenfluss vgl. Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 5,
113 ff.
[591] Egilssaga Kap. 45 _til hásalar Heljar helgengnir_.
[592] Die Schilderung der Hel Gylfag. Kap. 34; über die Sage, wie sie
von Allvater hinunter nach Niflheim geschleudert wird, Bugge, Studien
511.
[593] Gylfag. Kap. 51 SE. 1, 190 _þar er ok þá Loki kominn ok Hrymr, ok
međ honum allir Hrímþursar, en Loka fylgja allir Heljar sinnar_. Danach
bessert Bugge Str. 51 der Vǫl., was Sijmons annimmt:
_kjóll ferr norþan: koma mono Heljar
of lǫg lýþer, en Loke stýrer._
Die Hss. haben _austan_ statt _norþan_, _muspellz_ statt _heljar_; aber
SE. setzt die Lesart Bugges voraus.
[594] Íslendinga sögur 2, 361 _an mér ǫlselja Heljar eplis_, die Frau
gönnt mir Hels Äpfel, d. h. will meinen Tod. Zur Stelle Sveinbjörn
Egilsson, Lex. poet. 318. Deutsche Seitenstücke zur griechischen Mythe
bei W. Müller, Niedersächsische Sagen S. 372 ff.
[595] Myth. 291; 3, 94. Unter den vielen Sagen von verwünschten
Jungfrauen, die Panzer, Beitrag z. deutschen Myth. 1, München 1848,
behandelt, kommt auch einmal eine schwarz und weiss gefärbte Jungfrau,
vom Volk die _Held_ genannt, vor; daraus eine germanische Halja zu
erschliessen, wie es seit Panzer beliebt, ist nicht zu billigen. Die
Sagen fallen ins Bereich des Gespensterglaubens, in den die höllische
Verdammniss oft hereinspielt.
[596] _Rán_ bedeutet Raub. Über die Ran vgl. SE. 1, 338; Reginsmǫ́l
Prosaeingang; Helgakv. Hj. 18; Helg. Hund. I, 31; die Strophe des
Ref, SE. 1, 326; Fóstbrœðrasaga älterer Text Kap. 4, jüngerer Text
Kap. 6; Friðþjofssaga Kap. 6; Eyrbyggjasaga Kap. 54; Sneglu-Halla
þáttr (Fornmannasögur 6, 376); Egill im Sonartorrek 7. Thjodolf in der
Haustlǫng nennt Ran, indem er das Meer als _Rán-himinn_ bezeichnet.
Das Netz der Ran führt Bugge, Studien 20 f. auf das Netz der Aranea
zurück; _Aranea casses in alto suspendit_ sei missverstanden, _in alto_
als in der Meerestiefe gefasst worden. Übrigens hat nach Kuhns märk.
Sagen, S. 374, der Wassermann auch ein Netz, und der Vita Sulpicii (†
614) zufolge wird in einem Wasserstrudel von Geistern mit Stricken
den Menschen nachgestellt (_repente funibus daemoniacis circumplexus
amittebat crudeliter vitam_); vgl. W. Müller, System der altdeutschen
Religion S. 375 Anm. 4.
[597] Eyrbyggjasaga Kap. 11.
[598] Vgl. oben S. 238 ff.; Detter, Beiträge 18, 76 ff. sucht Spuren
des Skaðimythus in andern Sagen nachzuweisen.
[599] So Müllenhoff, ZfdA. 23, 117.
[600] Dass Skadi eine Vertreterin der Finnen und Lappen, der
vorgermanischen Bevölkerung des Nordens sei, behaupten W. Müller,
Zur Mythologie der griechischen und deutschen Heldensage S. 101
und Müllenhoff, Deutsche Altertumskunde 2, 55 ff.; über den Namen
Skandinavia Müllenhoff, a. a. O. 357 ff.
[601] Über Thorgerd Hölgabrúðr, die in späterer Verderbniss auch als
_Hörđabrúđr_, _höldabrúđr_, _hörgabrúđr_ erscheint, vgl. G. Storm,
Arkiv for nordisk filologi 2, 124 ff.; Detter, ZfdA. 32, 394 ff.
[602] Belege sammelt Uhland, Schriften 6, 403.
[603] In der Jómsvíkinga saga Kap. 44 (Fornmannasögur 11, 134 ff.).
[604] Þáttr Þorleifs jarlaskálds, Flateyjarbók 1, 213.
[605] B. G. 6, 21 _deorum numero eos solos ducunt, quos cernunt et
quorum aperte opibus iuvantur, Solem et Vulcanum et Lunam, reliquos ne
fama quidem acceperunt_.
[606] J. Grimm, Myth. 666 f.
[607] Über Sol und die Sonnenpferde Vafþr. 23, 47; Grimn. 37; Sigrdr.
15; Gylfag. Kap. 11 u. 12. Vgl, E. H. Meyer, Die eddische Kosmogonie S.
105 f.; Mythologie 293 ff.
[608] Aind. _usrâ_, lit. _auszrà_, „Morgenröte“, kehrt im german. Stamm
_austra-_, „Osten“, wieder; vgl. _Ôstrogotha_; _Austro-_, _Austar-_ in
Eigennamen; an. _austr_, as. ahd. _ôstar_, „ostwärts“, dazu _ôstrun_,
ags. _éastro_, „Ostern“. Vgl. Brugmann, Grundriss 2, 185; Noreen,
Abriss der urgerm. Lautlehre 167; Kluge, Etym. Wb. unter Osten und
Ostern.
[609] Bäda _de tempor. rat._ cap. 13 _eosturmonath qui nunc pascalis
mensis interpretatur, quondam a dea illorum, quae Eostre vocabatur
et cui in illo festa celebrabant, a cuius nomine nunc paschale
tempus cognominant, consueto antiquae observationis vocabulo gaudia
novae solemnitatis vocantes._ -- _Hredmônath_ (März) _a dea illorum
Hreda cui in illo mense sacrificabant, nominatur_. Diese angeblichen
Göttinnen sind von Bäda erfunden und haben so wenig Gewähr als die
ndl. _Leva_, nach der _leumaent_, _laumaent_, der Laubmond, heissen
soll. Wir haben auch nicht persönlich gewordene, vom Volk geglaubte
Monate zu denken wie im isl. _Þorri_, _Gói_, _Einmanuđr_, _Harpa_, in
der rheinfränkisch-märkischen _Sporkele_, _Spurkele_ (Februar). Vgl.
Weinhold, Die deutschen Monatsnamen, Halle 1869 im alphabetischen
Verzeichniss der germanischen Namen.
[610] Ricen vermutet J. Grimm, Myth. 268 Anm. †; dagegen Sievers,
Beiträge 16, 366 ff.
[611] Zisa ist von den Gelehrten im Mittelalter aus dem Namen
Augsburgs Cisburg oder aus dem Cisatag (*_sisetag_ = _kartag_, Tag der
Totenklage) gefolgert; vgl. Bachlechner, ZfdA. 8, 587 f.; Laistner,
Würtemb. Vierteljahrshefte f. Landesgeschichte, Neue Folge; 1892, S. 5.
Vgl. oben S. 205.
[612] So z. B. die Frie und Fricke, der „_vergodendel_“, als Teil des
_frô Wodan_, wogegen Knoop, Ztschr. f. Volkskunde 2, 449 ff. u. 3, 41
ff.