[310] J. Grimm, Myth. 1, 141 nach Gryse’s 1593 erschienenem Spegel des

antichristischen pawestdoms. _„daher denn ok noch an dissen orden dar

heiden gewanet, bi etliken ackerlüden solker avergelövischer gebruk

in anropinge des Woden tor tid der arne gespöret ƕerd, und ok oft

desülve helsche jeger, sonderliken im winter des nachtes up dem velde,

mit sinen jagethunden sik hören let.“_ Vgl. auch Bartsch, Sagen aus

Mecklenburg 2, 307. Die weiteren nds. Bräuche bei Grimm a. a. O. Von

diesen Wodeopfern handelt ausführlich aber unkritisch U. Jahn, Die

deutschen Opferbräuche S. 163 ff.

[311] Den bayer. Brauch des _Waude-Opfers_ verzeichnet Panzer, Beitrag

zur deutschen Myth. 2, 216; J. Grimm, Myth. 3, 59; _Woude_ für

_Wuode_, ou = uo Weinhold, Bayr. Gr. § 103. Das _Wudfutter_ U. Jahn,

Die deutschen Opferbräuche 1884 S. 165; übers _Guetisheer_ Rochholz,

Schweizersagen aus dem Aargau 1, 91. Über das schwed. _Odinsopfer_

J. Grimm, Myth. 1, 140; Hyltén-Cavallius, Wärend och Wirdarne 212.

Was mit Wodan und seinen Beziehungen zum Ackerbau zusammenhängt,

sammelt U. Jahn a. a. O. besonders S. 163 ff.; nur zieht er allzuviel

Unbrauchbares heran z. B. den _„Vergodendeel“_, dessen wahre Bedeutung

Knoop, Zeijtschr. f. Volkskunde 3, 41 ff. erkannte.

[312] Ynglingasaga Kap. 8; Lokka táttur 10 bei Hammershaimb, færöiske

kvæder 1, 140.

[313] Die urgermanische Form des Namens war _ƕôdanaȥ_, as. _Wôdan_,

ags. _Wóden_, anorw. aisl. _Oþenn Ođinn_, aschw. _Oþan_; zu den

nordischen Formen Noreen, An. Gr. 1. Aufl. § 167, 3b; ebenda 2. Aufl.

§ 228, 1. Über Suffix -_ana_ Kluge, Nominale Stammbildungslehre § 20,

Brugmann, Grundriss 2 § 67, S. 144. Im Althochdeutschen kommt zwar der

Gott selber nicht vor, aber der Name teils als Appellativum _ƕuotan_,

_tyrannus_, _herus malus_ in Glossen, teils als Mannsname _Wuotan_ in

Urkunden; Belege bei J. Grimm, Myth. 1, 120; 3, 48 ff. Der ahd. Name

ist natürlich vom Gott abgeleitet und zeigt, dass Wodan in der späteren

Zeit des Heidentums auch im Süden nicht unbekannt war. Die Erklärung

des Namens hat vom Begriff „_Wut_“ auszugehen. J. Grimm, Myth. 1, 121

schlug vor das Verb. _ƕadan ƕôd_, an. _vađa óđ_, waten, durchdringen.

Wôdan sei demnach das allmächtige, alldurchdringende Wesen, _qui omnia

permeat_. Die Ableitung ist viel zu geistig. Zimmer, ZfdA. 19, 172,

179 f., Mannhardt, ebenda 22, 4 stellen den indischen Windgott _Vâta_

als Urbild des german. Wodan auf. Ihnen folgen Mogk und E. H. Meyer.

Doch _vâta_ ist idg. _u̯éto_, gr. ἀϝήτες Brugmann, Grundriss 2 § 79,

S. 210, eine Nebenform zu _u̯ento_, Wind, und entspricht lautlich

keineswegs Wodan. Im Anschluss an Zimmers Behauptung zeigt V. Rydberg,

undersökningar i germanisk mythologi 2, 29 ff. das glänzende Bild des

_Vàta-Vâyu_ als Sturm- und Kriegsgott, natürlich um Wodans Gestalt

als indogermanisch zu retten. Man lernt nur, wie sich eine solche

Göttergestalt aus der Naturbeseelung, aus dem persönlich gedachten

Sturm auch anderswo entwickeln kann. Kluge (bei Bradke, Dyâus Asura,

Halle 1885, S. X Anm.) vermutet idg. _u̯âtenós_ (lat. _vates_, air.

_fáith_), germ. _ƕôdanaȥ_, Herr des Gesanges. Gleich der Deutung J.

Grimms nimmt auch die Kluges Wodan in seiner höchsten und letzten

Entwicklung zum Ausgangspunkt, verzichtet auf die nächstliegende

natürliche Anknüpfung und sucht eine künstliche auf. Das Rechte sah

schon Adam von Bremen, wenn er sagt: _Wodan id est furor_.

[314] Die Übersetzung Wodans mit Merkur ist sehr treffend, da beide

Götter einander wesensgleich sind. Merkur ist Windgott und stürmischer

Liebhaber, Seelenführer, Förderer der Fruchtbarkeit, Gott der Erfindung

und Listen u. s. f. Er trägt Hut und Stab, die Wünschelrute. Vgl.

Roscher, Hermes als Windgott, Leipzig 1878, S. 104 ff. Nur die

kriegerische Seite, das Heldentum, gehört Wodan allein.

[315] Tac. Germ. 9 _deorum maxime Mercurium colunt, cui certis diebus

humanis quoque hostiis litare fas habent._ Ann. 13, 57 im Krieg

zwischen Hermunduren und Chatten wird das feindliche Heer dem Tiuȥ und

Wodan zum Opfer geweiht. Im Gespräch zwischen Chrothild und Chlodowech,

wo die heidnischen Götter dem Christengott gegenübergestellt werden

(Gregor Tur. hist. Franc. 2, 29), finden sich zwar offenbar gelehrte

Bezüge auf klassische Mythen; mit Mars und Merkur können aber auch

Tiu und Wodan gemeint sein. Dass Mercurius die interpretatio romana

für Wodan ist, bezeugt ausser _dies Mercurii_ = _Wodans dag_ Paulus

Diaconus I, 9 _Wodan sane, quem adiecta litera Gƕodan dixerunt,

ipse est, qui apud Romanos Mercurius dicitur._ Jonas von Bobbio,

vita Columbani _illi aiunt, deo suo Wodano, quem Mercurium vocant

alii, se velle litare_. In einem alten aus dem 10. Jahrh. stammenden

Bücherverzeichniss von Werlamacester (J. Grimm, Myth. 1, 110) heisst

es: _coluerunt Mercurium, Woden anglice appellatum_. Bei Galfred von

Monmouth lib. 6 sagt Hengist zu Vortigern: _ingressi sumus maria,

regnum tuum duce Mercurio petivimus. colimus maxime Mercurium, quem

Woden lingua nostra appellamus. huic veteres nostri dicaverunt quartam

septimanae feriam, quae usque in hodiernum diem nomen Wodenesdai de

nomine ipsius sortita est. post illum colimus deam inter ceteras

potentissimam, cui et dicaverunt sextam feriam, quam de nomine eius

Fredai vocamus_.

[316] Über Wodans allmäliges Aufkommen vgl. Müllenhoff, ZfdA. 18, 251;

23, 8; 30, 219.

[317] Auf einem Weihstein im obern Ahrthal bei Blankenheim steht

MERCVRI

CHANNINI

was Siebs ZfdPh. 24, 1 ff. als _Mercurio Channini_ liest und aus

germanischer Sprache zu deuten sucht. _Channini_ soll Dativ eines wg.

Nom. Sing, χ_anniê_ sein, dessen Form ahd. as. _*henno_, afries. ags.

_*henna_ wäre. Dazu stellt sich der unerklärte mhd. Ausruf _iâ henne_!

Henne der Teufel bei Agricola; sächs. fries. _henneklêd_, Totenkleid.

Ob Freund Hein, der Tod, daraus etwa verderbt ist? χ_anni̯ê_ wäre als

Töter zu deuten, der Stein ist Wodan dem Totengott, dem Seelenführer

geweiht. Wodan-Mercurius zur Zeit des Tacitus war also nach Siebs

Totengott. Much, ZfdA. 35, 207 u. Anzeiger 17, 184 stellt _hanno_ zu

an. _hannarr_ geschickt, kunstfertig, griech. κοννεῖν, kennen. Es

sei Wodan, der listenreiche Gott gemeint. Aber der nord. Zwergname

_Hannarr_ ist sehr bedenklich für diese Etymologie. Scherer, Berliner

Sitzungsberichte 1884, 1, 577 dachte an eine Verkürzung: _Mercurio

Channini[fatium]_, an Wodan der Canninefaten. Alle Deutungen sind ganz

unsicher.

[318] Belege bei J. Grimm, Myth. 1, 114 f.; 3, 47. Frühzeitig bietet

sich ags. _Wódnes dag_; mfries. aus dem 14. Jahrh. zu belegen,

Richthofen, Fries. Wb. 1142, _Wonsdeg_; die mndl. Form lautet schon im

13. Jahrh. _Woensdach_; fürs Niederrhein. bieten Urkunden des 14/15.

Jahrh. _Gudestag_, _Gudenstag_. Ortsnamen mit Wodan bei Grimm, Myth. 1,

138 ff., 3, 58 f.; W. Arnold, Ansiedlungen und Wanderungen deutscher

Stämme, Marburg 1877, S. 335; die engl. Namen bei Kemble, the Saxons 1,

343.

[319] Die um 772 verfasste Taufformel bei Müllenhoff-Scherer, Denkmäler

LI _ec forsacho allum dioboles uuercum and uuordum Thunaer ende Uuôden

ende Saxnôte ende allum thêm unholdum thè hira genôtas sint_. Im

_indiculus superstitionum_ ist _de sacris Mercurii vel Iovis_ und _de

feriis quae faciunt Iovi vel Mercurio_ die Rede.

[320] Jonas von Bobbio, _vita Columbani_, kurz nach 620 (Mabillon,

ann. Bened. 2, 26) _sunt etenim inibi vicinae nationes Suevorum; quo

cum moraretur et inter habitatores illius loci progrederetur, reperit

eos sacrificium profanum litare velle, vasque magnum, quod vulgo

cupam vocant, quod viginti et sex modios amplius minusve capiebat,

cerevisia plenum in medio habebant positum. ad quod vir dei accessit et

sciscitatur, quid de illo fieri vellent? illi aiunt: deo suo Wodano,

quem Mercurium vocant alii, se velle litare._

[321] Alles auf Woden bezügliche stellte Kemble, The Saxons in England

1,335-46 zusammen. Die ags. Genealogien bei J. Grimm, Myth. 3, 377

ff.; die um 600 geschriebene _vita Kentigerni_ (_Acta sanctorum_ 1,

820) nennt _Woden principalem deum Anglorum_. In den Denksprüchen des

Exeterbuchs 133 bei Wülcker. Kleinere ags. Dichtungen, Halle 1882, S. 48

_Wóden ƕorhte ƕeos, ƕuldor alƕalda

rúme roderas: þæt is ríce god_

wird Wodan als der, welcher Teuflisches wirkte, dem wahren allwaltenden

Gott, dem Schöpfer der Himmel gegenübergestellt. In _ƕeos_ steckt

jedenfalls _ƕóh ƕó_ (as. _ƕáh_, got. _ƕâhs_), Böses. Übles, denn der

ags. Spruch gibt die Psalterstelle _omnes dii gentium daemonia, dominus

autem coelos fecit_, wieder; Vgl. Strobl, ZfdA. 31, 59; an _ƕeo_ =

_ƕih_, Tempel, Heiligtum, ist nicht zu denken. Im Neunkräutersegen

(Wülcker, a. a. O. 35) werden neun Kräuter aufgezählt, die gegen Gift

wirksam sind. Ein Wurm naht und will sie zerreissen. Da nahm Woden

neun herrliche Zweige und schlug die Natter, dass sie in acht (Stücke

auseinander fiel und) entfloh.

32 _đá genam Wóden VIIII ƕuldortánas

slóh đá đá næddran, đæt heo on VIII tofléah._

Woden ist also auch hier ähnlich wie im Merseburger Zaubersegen im

Besitz kräftigen Zaubers, mit dem er das Böse bannt.

[322] Aethelweard im 10. Jahrh. Chron. lib. II Kap. 2 sagt von Hengist

und Horsa: _hi nepotes fuere Uuoddan regis barbarorum, quem post,

infanda dignitate, ut deum honorantes, sacrificium obt ulerunt pagani,

victoriae causa sive virtutis. -- -- Wothen, qui et rex multarum

gentium, quem pagani nunc ut deum colunt aliqui._

[323] Die Sage steht in der um 670 entstandenen _origo gentis

Langobardorum_ in _MG. leges_ 4, 641; ausführlicher erzählt Paulus

Diaconus _de gestis Langobardorum_ 1, 7 u. 8; die Texte auch bei Carl

Meyer, Sprache und Sprachdenkmäler der Langobarden, Paderborn 1877,

S. 108 u 118. Die Sage gebe ich nach der Übersetzung von O. Abel,

Paulus Diaconus und die übrigen Geschichtschreiber der Langobarden,

Berlin 1849 S. 1 ff. Vgl. auch Bethmann, Archiv 10, 351 ff. Die Brüder

Grimm gaben die Erzählung in den Deutschen Sagen, Bd. 2, Nr. 390. Dass

dem Berichte der lateinischen Quellen unmittelbar ein stabreimendes

langobardisches Lied zu Grunde liegt, erweisen Kögel, Geschichte

der deutschen Litteratur I, 1, 107 ff.; Bruckner, Die Sprache der

Langobarden, Strassburg 1895, S. 19 ff.

[324] Im Codex Exoniensis wird auf ein Liebesabenteuer _Géats_

angespielt.

_We đæt Mæđhilde monge gefrunon

wurdon grundléase Géates frige

đæt him séo sorglufu slǽp ealle binom._

Wir vernahmen, dass Géats Liebe zu Mæðhild so bodenlos war, dass ihm

Liebessorge den Schlaf raubte. Wenn Géat, Gautr Beinamen Wodans sind,

dann mag auch diese Sage zu Odins Liebesgeschichten zu zählen sein.

Kemble, The Saxons 1, 370.

[325] Eine Erklärung der vom Verbum _geotan gaut gutum gotans_

gebildeten Volksnamen (_Gautôs_ und _Gutans Gotans_), in denen der

Begriff überströmender Menge (ags. _mid géotendan here_) liegt, gab

Laistner, Württb. Vierteljahrshefte f. Landesgesch. N. F. 1892, S.

9/10. Damit verbietet sich die Meinung von selbst, das Volk sei

nach dem Gott benannt; vgl. E. H. Meyer, Myth. S. 234. Für uralten

Zusammenhang der Namen Wodan und Gaut können die ags. Namen _Sigegéat_

und _Wódelgéat_, ahd. _Wuotilgôȥ_ angeführt werden, d. h. Gaut als der

sieghafte Wodan. Zur Etymologie des Volksnamens vgl. noch Axel Erdmann,

om folknamen Göter och Goter in der antiquarisk tidskrift för Sverige

1891, del 11, nr. 4.

[326] Genaueres über die Walsungensage und Wodans Eingreifen wird unten

bei Behandlung der nordischen Berichte mitgeteilt. Dass schon Wodan,

nicht erst Odin die Geschicke der Helden lenkte, erwies Müllenhoff,

ZfdA. 23, 116 ff.

[327] Im ags. Gespräch zwischen Salomo und Saturn heisst es: Sag mir,

wer zuerst Buchstaben setzte? Ich sage dir, Mercurius der Riese (_se

gygand_). Ob mit Kemble, The Saxons in England 1, 339 unter Merkur

Wodan zu nehmen ist, ob vom deutschen oder römischen Gott und seinen

Fähigkeiten geredet wird, lässt sich nicht entscheiden.

[328] Vgl. Dahn, Bausteine 1, 1879 Wodan und Donar als Ausdruck des

deutschen Volksgeistes.

[329] Saxo III S. 129 _dii, quibus praecipue apud Byzantium sedes

habebatur, Othinum .... collegio suo submovendum duxerunt_. Saxo I S.

42 _ea tempestate cum Othinus quidam Europa tota falso divinitatis

titulo censeretur, apud Upsalam tamen crebriorem diversandi usum

habebat_. Die nordischen Könige schicken seine goldene Bildsäule nach

Byzanz. Also schon Saxo weiss von einer Abstammung des schwedischen

Odinkultes aus dem Osten. Snorri erzählt das Hierhergehörige im Formáli

der Edda Kap. 8-11, und in der Ynglingasaga Kap. 1-5.

[330] In der ausführlichen Olafssaga helga, Fornmanna sögur 5, 239

_Ólafr konungr kristnađi þetta ríki allt: ǫll blót braut hann niđr ok

ǫll gođ, sem pór Engilsmannagođ ok Oðin Saxagođ ok Skjǫld Skánungagođ

ok Frey Sviagođ ok Gođorm Danagođ_. In Schonen und Dänemark werden

Könige als Götter aufgeführt. Thor als englischer Gott ist ein

Missverständniss. Vielleicht soll damit der Hauptgott der in England

ansässigen Nordleute gekennzeichnet werden.

[331] Vgl. oben im Kapitel über Freyr S. 220 ff.

[332] _Odins vi_ bei H. Petersen, gudedyrkelse og gudetro S. 104 ff.

Schwedische Odinsplätze verzeichnet Lundgren, språkliga intyg om

hednisk gudatro i Sverige S. 34 ff., norwegische sammelt O. Rygh in der

Neuausgabe von Munch’s norr. gude- og heltesagn, vgl. den Index.

[333] Ynglingasaga Kap. 3; darauf bezieht sich auch Lokas. 26, wenn

Loki Frigg vorhält, sie habe als Odins Weib doch Wili und We Gunst

gegönnt.

[334] Saxo III S. 126 ff. Rindr als Mutter Walis wird im Liede Baldrs

draumar 11 erwähnt. Der Skald Kormak (937-976) singt (SE. I, 236) _seiþ

Yggr til Rindar_: Odin bezauberte Rindr, womit offenbar auf dieselbe

Sage, die Saxo kennt, angespielt ist. Ob Hǫ́v. 95-101 mit Billings

Maid, die den liebeverlangenden Gott foppt, Rindr gemeint ist, lässt

sich nicht mit Gewissheit behaupten. Doch ist es wol möglich. Vgl.

Finnur Jónsson, litteraturs historie I, 234. Weitere Vermutung über das

Verhältniss Odins zu Ollerus vgl. im Abschnitt über Ullr.

[335] Die Sage von Mitothin Saxo I S. 42 ff. Zur Erklärung von

_mitoth-inn_, aisl. _mjǫtuđr-inn_, ags. _meotod_, and. _metod_ vgl.

Munch, det norske folks historie 1, 217; Das heroische Zeitalter der

nord. germ. Völker 30 Anm. 2; unabhängig kam neuerdings Kauffmann,

Beiträge 18, 188 zur selben Erklärung.

[336] Das Schiff Skidbladnir wird sonst allein dem Freyr zugeschrieben.

[337] Odins kriegerisches Aussehen nach Gylfag. Kap. 51 (SE. 1, 190);

Gylfag. Kap. 49 (SE. 1, 176); Saxo II S. 106 _Othin armipotens, uno

contentus ocello, albo clypeo tectus, flectit equum, horrendus Friggae

maritus_ vgl. Yggr, der Schreckliche. Adam von Bremen 4, 26 _Wodanem

sculpunt armatum sicut nostri Martem sculpere solent_. Odin mit Helm

und Schwert Sigrdr. 14; über Gungnir Skáldsk. Kap. 3; die Sagen über

Gungnir stellt A. Raszmann, in Ersch-Grubers Encyklopädie I. Section,

Bd. 97 (1878), S. 281 ff. zusammen. Über Sleipnir Gylfag. Kap. 42;

zur Erklärung des Namens als Läufer, Springer (*_sklæipnir: hlaupa_)

Noreen, An. Gr.² § 149, 1; § 256. Odin als Wanderer wird in den

folgenden Sagen, welche sein Eingreifen in die Geschicke der Menschen

zeigen, geschildert. Mantel, Hut, Ross gehören schon dem deutschen

Wodan, wahrscheinlich auch Speer und Helm.

[338] Draupnir findet sich schon bei Kormak, corpus poet. 2, 66. In

den Eddaliedern kommt zwar der Name nicht vor, aber Skírn. 21 bezieht

sich deutlich darauf. Über Draupnir Skáldsk. Kap. 3 und Gylfag. Kap. 49

(nach dem Text des Codex Wormianus und Regius). SE. 1, 260 heisst Baldr

„_Draupnis eigandi_“.

[339] Ólafssaga Tryggvasonar (Heimskringla) Kap. 28.

[340] Reginsmǫ́l 20.

[341] Hákonar saga góða (Heimskringla) Kap. 16 u. 18.

[342] Die jüngere Olafssaga helga Kap. 101 (Fornmanna sögur 5, 233).

[343] Skirnesmǫ́l 33

_reiþr’s þér Óþenn, reiþr’s þér ása bragr,

þik skal Freyr fiask._

Beim Fluch auf Eirik ruft der Skald Egil Freyr, Njord und den Landas

(Thor) an. Aber auch Odin und alle andern Götter: _reiþr sé rǫgn ok

Oþenn_. Gudbrand Vigfusson, corpus poet. 2, 72.

[344] Walhall ist geschildert in den Grimnesmǫ́l; vgl. auch

Vafþrúþnesmǫ́l 41; Gylfag. Kap. 14, 20, 24, 30-41. Bragar. 1.

[345] Vingolf begegnet nur SE. I 38, 62, 84. Eine Strophe, wo der

sterbende Hadding singt: „Sehen kann ich Fjolnirs Mädchen (die

Walküren), euch hat Odin mir gesandt; gern wollte ich nach Vingolf

folgen und mit den Einherjern Bier trinken“ bei Finn Magnusen, Lex.

Myth. 557. Zur Deutung des Namens „Halle der Liebenden?“ Braune,

Beiträge 14, 369; Finnur Jónsson, arkiv f. nord. filologi 7, 280;

Kaufmann, ZfdA. 36, 32.

[346] J. Grimm, Myth. 135 Anm. macht auf eine merkwürdige Ähnlichkeit

aufmerksam. Basil und Gregor dem Grossen gab eine weisse Taube, die auf

der Schulter oder auf dem Haupte sass, Worte der Weisheit ein. Nach

einem Kindermärchen (Nr. 33) setzen sich zwei Tauben auf des Pabstes

Schulter und sagen ihm alles ins Ohr, was er vorzunehmen hat.

[347] Über Heidrun und Eikthyrnir Bugge, Studien S. 506 ff.; H. Falk,

aarböger for nordisk oldkyndighed og historie, 2. Reihe, 6. Band, 1891,

S. 280.

[348] Nur SE. I 84 Gylfag. Kap. 20 heissen die Einherjer _óskasynir_.

Lokas. 16 _óskmegir_ geht nicht auf sie; zu der dunkeln Strophe Bugge,

Beiträge 13, 188 ff. Übrigens müsste der Ausdruck gleich verstanden

werden als _filius adoptivus_, was durch _óskmǫgr_, _óskasonr_

übersetzt wird.

[349] Die Stelle in den Bjarkamǫ́l (Saxo II S. 81)

_en, maxime Rolvo,

magnates cecidere tui, pia stemmata cessant.

non humile obscurumque genus, non funera plebis

Pluto rapit vilesque animas, sed fata potentum

implicat et claris complet Phlegethonta figuris --_

muss wol so in die nordische Mythensprache aus den antiken

Verzierungen umgesetzt werden: O grosser Hrolf, deine Edelinge fielen,

dahingestreckt liegen die treuen Geschlechter. Nicht niederes Volk von

dunkler Herkunft, nicht Leichen des Pöbels und wertlose Seelen rafft

Walvater dahin, der Mächtigen Schicksal verflicht er in der Schlacht,

mit ruhmvollen Helden erfüllt er Walhall. Also tapfere, edelgeborene

Helden versammelt Odin in seinen Saal. Dazu Hárb. 24

Zu Odin kommen die Edlen, die das Eisen wegrafft,

Und der Tross der Knechte zu Thor.

[350] _Valmeyjar_ begegnet nur SE. I, 420. Zur Schilderung ihrer

Erscheinung Vǫl. 31; Helg. Hjǫrv. 28; Helg. Hund. II 15, 6; ihre Namen

Vǫl. 31; Grimn. 36; SE. I 557 wo sie _Ođins meyjar_ heissen; Njálssaga

Kap. 157.

[351] Gudbrand Vigfusson, corpus poeticum boreale I, 255 ff.

[352] So Ulf Uggason in der Húsdrápa.

[353] Prosa nach Helg. Hund. II 37.

[354] Krákumál 29 corpus poet. II 345.

[355] Finn Magnusen, Lex. Myth. 557. Auch diese Strophe ist nicht alt.

[356] Wie Walvater und die _óskmegir_ auf einander zielen, so auch

_óskmeyjar_ und _Ođins meyjar_, _Herjans nǫnnor_. In der Volsungasaga

Kap. 1 schickt Odin _óskmey sína_, _dóttur Hrímnis jǫtuns_, seine

Adoptivtochter, die leibliche Tochter Hrímnirs aus. Brynhild, nach

nord. Sage Budlis leibliche Tochter wird _óskmær_, Oddrúnargrátr 15;

auch hier ist zu denken Wunschtochter Odins.

[357] Saxo II nach Uhland 7, 202 ff.

[358] Zeugnisse für die hier erwähnten bewaffneten Germanenfrauen und

für die nordischen Schildjungfrauen sind gesammelt bei Grolther, Der

Valkyrjenmythus in den Abhandlungen der Münchener Akademie I. Kl. 18.

Band, 2. Abth. S. 406 ff.

[359] _Hliđskjalf_ Thürbank von _hliđ_, Thüre, Thor und _skjalf_,

ags. _scylfe_, mnds. _schelf_, engl. _shelf_. Über Hlidskjalf die

Prosaeinleitung zum Grimnirlied, Gylfag. Kap. 9 und 17.

[360] Die Halle _valhǫll_ in der Atlakviþa 2 und 15, die Dingbude

Sturlunga IV Kap. 48; V K. 12 und 30.

[361] Vol. 24.

[362] Eyrbyggja Kap. 44.

[363] Styrbjarnar þáttr Kap. 2; Fms. 5, 250.

[364] Hervararsaga Kap. 28 (Fornaldar sögur 1, 105).

[365] In der Helgakviþa Hund. II.

[366] Gautrekssaga Kap. 7 (Fornaldar sögur 3, 31 ff.); nach Uhland,

Schriften 6, 359.

[367] Hálfssaga Kap. I, Fornaldar sögur 2, 25 ff.

[368] Jüngere Olafssaga helga Kap. 204.

[369] Saxo IX S. 446.

[370] Ynglingasaga Kap. 29.

[371] Ynglingasaga Kap. 18.

[372] Ynglingasaga Kap. 47.

[373] Hromundarsaga Greipssonar Kap. 2; Fornald. s. 2, 366.

[374] Hervararsaga Kap. 5; Fornald. s. 1, 423.

[375] Ragnarssaga Kap. 9; Fornald. s. 265.

[376] Landnáma 5 Kap. 10; Islendinga sögur 1, 307.

[377] Hálfssaga Kap. 11 u. 13; Fornaldar sögur 2, 39 u. 45.

[378] Ynglingasaga Kap. 16.

[379] Ynglingasaga Kap. 52.

[380] Krákumál 29.

[381] Weinhold, Sitzungsberichte der Berliner Akademie 1891, II S.

566 erklärt den Unterschied so: „Was in den dänisch-norwegischen

Vorstellungen von Odins Walhalla ausgesponnen ist, von der vornehmen

Gesellschaft, in welche schöne Schild- und Helmmädchen einführen, ist

jüngeres Erzeugniss der Wikingerzeit. Die Bekenner anderer Kulte als

des Odinkults waren ausgeschlossen; sie wurden der Wanin Freyja oder

dem Bauerngotte Thor überlassen.“ Man muss noch die Hel, Ran, die

Trolle und Elben hinzusetzen.

[382] Lokasenna 22; ähnlich Hárb. 25; der Skald Egill tadelt im

Sonartorrek Odins Willkür und Gewaltherrschaft.

[383] Gautrekssaga, Fornaldar sögur 3, 17 ff, 32 ff.

[384] Eingang zum Grimnirliede.

[385] Vǫlsungasaga Kap. 1 u. 2; über Odins Eingreifen und dessen

Bedeutung Müllenhoff, ZfdA. 23, 116 ff.

[386] Vǫlsungasaga Kap. 3 u. 11.

[387] Vǫlsungasaga Kap. 12.

[388] Die Sage von Harald bei Saxo VII u. VIII, S. 361 ff.; der

isländische Bericht im _Sögubrot af nokkrum fornkonungum í Dana ok

Svía veldi_ (Fornaldar sögur 1, 361 ff.). Vgl. Uhland, Schriften 7,

234 ff. Dass Odin Könige und Freunde gegen einander verhetzt, wird

auch Hárb. 24 u. Helg. Hund. II, 33 gesagt. In der späten Erzählung

Sǫrlaþáttr (Fornaldar sögur I S. 391 ff. Flateyjarbók I 275 ff.)

veranlasst Freyja auf Odins Geheiss den Kampf zweier mächtiger Könige,

der in alle Ewigkeit währen soll. Es ist der Hedeninge sagenberühmte

Geisterschlacht. Odins und Freyjas Einmischung scheint aber junge

Erfindung in Nachahmung antiker Sagen. Bugge, Studien 99 ff.

[389] Saxo V S. 238.

[390] Reginsmǫ́l.

[391] Vǫlsungasaga Kap. 13 u. 18.

[392] Saxo II S. 61.

[393] Vǫlsungasaga Kap. 18.

[394] Saxo VIII S. 415.

[395] Vǫlsungasaga Kap. 42.

[396] Hrolfssaga Kraka (Fornaldar sögur I) Kap. 38 ff. 47 ff. Saxo II

S. 106. Bjarco fragt Ruta:

_Et nunc ille ubi sit, qui vulgo dicitur Othin,

armipotens, uno semper contentus ocello?

dic mihi, Ruta, precor, usquam si conspicis illum?_

Hierauf lässt ihn Ruta durch den eingestemmten Arm spähen. Bjarco sagt:

_Si potero horrendum Friggae spectare maritum,

quantumcunque albo clypeo sit tectus et altum

flectat equum, Lethra nequaquam sospes abibit:

fas est belligerum bello prosternere divum._

Vgl. Uhland Schriften 7, 144, 151, 154, 160. Ob im Namen Hrani _rani_,

Schweinsschnauze, _svinfylking_, _caput porcinum_ d. h. keilförmige

Schlachtordnung, als deren Erfinder Odin gilt, anklingt, steht dahin;

vgl. Bugge, norrön fornkvædi S. 339.

[397] Ketilssaga Hængs Kap. 5; Fornaldar sögur 2, 132, 135, 139.

[398] Harðarsaga Grimkelssonar Kap. 15.

[399] _Frá dauđa Sinfjǫtla_; Vǫlsungasaga Kap. 10, J. Grimm, Myth. 790

ff.

[400] Hallfreðarsaga Kap. 5 (Fornsögur hrsg. von Gudbrand Vigfusson

und Th. Möbius S. 91). Ein Beiname Odins ist _farmaguđ_ Gylf. Kap.

20, _farmatýr_ Grimn. 48, Eyvind SE. II 160, d. h. Gott der Frachten,

Schiffslasten. Vielleicht ist auch hier Odin als Beschützer der

Schifffahrt und des Handels gleich Merkur bezeichnet; W. Müller, System

der altds. Religion 187; J. Grimm, Myth. 3, 55; Simrock, Myth.⁵ 169; E.

H. Meyer, Myth. 233.

[401] Hyltén-Cavallius, Wärend och Wirdarne 218 ff.

[402] Hǫ́vomǫ́l 95-101; 102-109; Bragar. Kap. 4. Vgl. Finnur Jónsson,

Litteraturshistorie 1, 233 ff.

[403] Über die verschiedenen Teile der Hǫ́vamǫ́l vgl. Müllenhoff,

Deutsche Altertumskunde 5, 250 ff. Dass überall in allen Stücken

Odin der Sprecher ist, weist gegen Müllenhoff Finnur Jónsson,

Litteraturshistorie 1, 224 ff. nach.

[404] _Galdrs faþer_ heisst Odin Baldrs Dr. 3; Aufzählung der

Zauberlieder Hǫ́vamǫ́l 146 ff.

[405] Der Skald Kormak sagt: _seiþ Yggr til Rindar_ SE. 1, 236; Saxo

III 128 _quam [Rindam] protinus cortice carminibus adnotato contingens

lymphanti similem reddidit._

[406] Sigrdr. 13; Odins Runenkunde behandelt in unnachahmlich schöner

Weise Uhland, Schriften 6, 225 ff.

Handbuch der Germanischen Mythologie · 第 62 / 68 段