electus dei Gallus retia lymphae laxabat in silentio noctis, sed
inter ea audivit demonem de culmine montis pari suo clamantem, qui
erat in abditis maris. Quo respondente, „adsum“ montanus e contra:
„surge“ inquit „in adjutorium mihi; ecce peregrini venerunt, qui me de
templo ejecerunt;“ nam deos conterebant, quo incolae isti colebant;
insuper et eos ad se convertebant; „veni, veni, adjuva nos expellere
eos de terris!“ Marinus demon respondit: „en unus illorum est in
pelago, cui nunquam nocere potero. Volui enim retia sua ledere, sed
me victum proba lugere. Signo orationis est semper clausus, nec
umquam somno oppressus.“ Electus vero Gallus haec audiens munivit se
undique signaculo crucis dixitque ad cos: „in nomine Jesu Christi
praecipio vobis, ut de locis istis recedatis, nec aliquem hic ledere
praesumatis!“_
[118] Vgl. die Armanns Saga; Maurer, Bekehrung 1, 234 Anm. 13.
[119] Über Beowulf vgl. Müllenhoff, ZfdA. 7, 419 ff.; Beowulf,
Untersuchungen über das Epos, Berlin 1889; Sarrazin, Beowulf-Studien,
Berlin 1888; ten Brink, Beowulf, Untersuchungen, Strassburg 1888;
Uhland, Schriften 8, 479 ff.; Laistner, Nebelsagen S. 88 ff.; 264 ff.;
Kögel, ZfdA. 37, 268 ff.; Literaturgeschichte I, 1, 109 ff. Dass ein
Unhold, und zwar häufig ein Wassergeist, eine menschliche Behausung
unbrauchbar macht, bis ein beherzter Mann ihn daraus vertreibt, ist
ein beliebter Märchenzug; vgl. Simrock, Beowulf 177 ff.; Laistner,
Rätsel der Sphinx 2, 15 ff. Der Name Grendel macht Schwierigkeit. Den
deutschen Sprachen ist das Wort _grendel_, _grindel_ = Riegel, ganz
geläufig. Der Teufel heisst Höllriegel. Sollte Grendels Name und seine
Mutter aus christlichen Volksvorstellungen vom Teufel stammen? Das
Beowulf-Gedicht ist mit Teufelsaberglauben ja vertraut und verweist den
Wasserriesen ausdrücklich zu den Teufeln. Unter Beziehung aufs mndl.
Wörterbuch 2, 2129 erklärt Kögel ZfdA. 37, 275 Grendel als Schlange,
und leitet den Namen aus dem Zeitwort _grinden_, knirschen, zischen,
brausen. Grendel ist die brausende Wasserschlange, die hereintosende
Sturmflut. Da in der SE. 2, 480 _grindilt_ eine Bezeichnung des Sturmes
ist, und das Wort möglicherweise zu _grenja_, heulen, tosen (vom Sturm
und Wasser gebraucht) steht, wurde auch diese Etymologie vorgeschlagen;
vgl. Mogk, Grundriss 1, 1043.
[120] _ægir_ ist aus _âgu̯iaz_ entfaltet und steht zu got. _ahua_, lat.
_aqua_; völlig verschieden ist _œgir_, der Schrecker, zum ablautenden
Zeitwort _agan_, _ôg_ fürchten, an. _œgiask_ sich fürchten; vgl. K.
Gislason, aarböger f. nord. oldkyndighed og historie 1876, S. 313 ff.;
Noreen, Abriss der urgermanischen Lautlehre S. 59; von Ägir erzählen
Hym., Lokas., Bragar; über seine Deutung vgl. Uhland, Schriften 6, 92
ff.
[121] Vgl. Weinhold, Riesen S. 235 f.; zu _hlé_, Obdach, gestellt ist
Hlér der Deckende, Schützende.
[122] Die Stellen, welche Gymir nennen, sammelt Sveinbjörn Egilsson,
Lexicon 282; Gymir fällt im Wortsinn mit Hlér zusammen, es bedeutet
Schützer, zum Verbum _geyma_, bewahren, beschützen; Kaufmann, Beiträge
18, 175.
[123] Von Hymir erzählt die Hymeskviþa u. Gylfag. Kap. 48, wo der Name
Ymir und Eymir verschrieben ist; vgl. K. Gislason in Danske vidensk.
selsk. skr. 5, 4 (1874), S. 435 ff. Hymir steht wol zu _humr_ m., _hum_
n., Dämmerung, Dunkelheit, graue Meerflut. Hymirs Wesen erklärt Uhland,
Schriften 6, 91 f.; in den Beiträgen 18, 170 ff. deutet Kauffmann Hymir
als den Dümmling, den Blöden, zu _hýma_, dösig sein.
[124] Über Wado vgl. Müllenhoff, ZfdA. 6, 62 ff.
[125] Über Starkad Aludreng, d. h. Spross des Ala vgl. der Hervararsaga
Kap. 1 und die Gautrekssaga Kap. 3; dazu Uhland, Schriften 6, 101 ff.
[126] Über Meerungeheuer vgl. Maurer, Isländische Volkssagen 30 ff.
[127] Über die Weltschlange Vǫl. 50; Hym. 22/4; Gylfag. Kap. 34, 47,
48, 51; vgl. ferner unten im Abschnitt über Thor.
[128] Über Fenrir Vǫl. 40, 53, 54; Vafþ. 46/7; Hyndl. 40; Gylfag. Kap.
34 u. 51; dazu die Abschnitte über Tyr und Odin.
[129] Gr. δράκων, lat. _draco_, ags. _draca_, an. _dreki_, ahd.
_traccho_. Litteratur über den Drachen als Giessbach bei Laistner,
Nebelsagen 256 f.
[130] Über Mimir vgl. Uhland, Schriften 6, 197 ff.; Weinhold, Riesen
243 ff.; Müllenhoff, Altertumskunde 5, 101 ff., und unten im Abschnitt
über Odin. Namen, die mit Mimir zusammengesetzt sind, verzeichnet
Fürstemann, Namenbuch 1, 931 ff. (Mimo, Mimilo, Mimolt, Mimidrud,
Mimihilt, Mimigard) u. 2² (Ortsnamen) S. 1099 ff.
[131] Litteratur zum wilden Jäger bei E. H. Meyer, Mythologie 236 ff.
[132] Abgedruckt nach einer Münchener Handschrift von J. Grimm, Myth.
3, 493 f.; ebenda 494 der deutsche Segen. Nach Wackernagel, ZfdA. 6,
290 f. steht der im Ahd. belegte Name _Scrâƕunc_, zu mhd. _schrâ_,
Hagel, Reif, Schnee, als Wetter- und Hagelmacher neben Fasolt und
Mermeut, den Wind- und Wetterriesen.
[133] Hrungnir wird von Weinhold, Riesen 272 Anm. aus an. _hrang_,
Schall, Getöse, und _hringja_, läuten, _hringla_, klingeln als der
Schallende, Rauschende erklärt.
[134] Vgl. J. Aasen, norsk ordbog 348; J.E. Rietz, ordbok öfver svenska
allmogespråket 379.
[135] Hrímþursar in Vafþr. 33; Skírn. 35; Grímn. 31; Hǫ́v. 108 und an
mehreren Stellen der SE.
[136] Vgl. _bergrisar_, _bergbúar_, _bergjarlar_, _bergdanir_,
_bergmærir_, _bergstjórar_ (Bergbeherrscher), _bergýrar_
(Bergauerstiere), _bjarga gætir_ (montium custos), _hraundrengr_
(Gesteins- oder Lavaleute), _hraunbúar_ (Lavabauern), _hraunhvalr_
(Lavaseehund), _gljúfrskeljungr_ (Klippenseehund), _fjallagyldir_
(Bergwolf), _gitja grundar gramr_ (Beherrscher des Klüftelandes),
_hellis burr_ (Höhlensohn), _fjǫro þjóđ_ (Strandvolk) u. s. w.
[137] Vgl. J. Grimm, Myth. 518; 3, 158; ZfdA. 4, 503 f.
[138] Die Watzmannssagen bei Vernaleken, Alpensagen 101; Panzer,
Beitrag zur deutschen Mythologie 1, 245 ff.
[139] Vgl. Weinhold, Riesen 268.
[140] Zum Mühlenlied Finnur Jónsson, den oldnorske og oldislandske
litteraturs historie 1, 214 ff.; ein Mühlenmärchen, dessen Verhältniss
zum Grottasǫngr aufzuklären ist, bietet Jón Árnason, íslenzkar
þjóðsögur 2, 9 ff.; Lehmann-Filhés, Isländische Volkssagen 2, 45 ff.;
Uhlands Deutung, Schriften 7, 106 ff.; über Wunschmühlen Laistner,
Nebelsagen 324 ff.
[141] In der Vǫlsungasaga Kap. 1 erscheint übrigens ebenso die Tochter
des Riesen Hrimnir namens Hljod als Wunschmaid Odins, eine Riesin als
Walküre.
[142] Über den wilden Mann vgl. Mannhardt, Der Baumkultus der Germanen
S. 105 und öfters; über Waldriesinnen ebenda S. 88 ff.; über die rauhe
Else S. 108 ff.
[143] Zu _hyrr_, Feuer und _rok_, Wirbel; so Weinhold, Riesen S. 278;
Bugge, Studien S. 230, Anm. 4 schlägt die Lesart Hyrrokkin vor und
erklärt _hyr-hrokkin_, die Feuergekräuselte; bei der Lesart Hyrrokin
stellt er _rokin_ zu _rjúka_, rauchen, dampfen, also die feurig
Rauchende.
[144] Über Surt vgl. Vǫl. 52; Vafþr. 50/1; Gylfag. Kap. 4, 5, 13, 51
sowie unten im Abschnitt über den Weltbrand. Eine grosse Lavahöhle
Islands ist nach Surt benannt, _Surtshellir_; nach der Landnáma 3 Kap.
10 dichtete ein Isländer ein Lied zu Ehren des Riesen in der Höhle.
Die Pechkohle heisst auf Island _Surtar brandur_; vgl. Jón Árnason,
Þjóðsögur íslenzkar 1, 142; 657; 665.
[145] Vgl. Uhlands Abhandlung über die deutschen Volkslieder, Abschnitt
I Sommer und Winter.
[146] Der Segen bei Müllenhoff-Scherer, Denkmäler³ IV, 6; dazu die
Anmerkungen im 2. Bande S. 53; vgl. J. Grimm, Kl. Schriften 2, 147;
Myth. 3, 153; Kögel, Litteraturgeschichte I, 1, 265.
[147] Zur Etymologie Kluge, Etym. Wb. unter Gott; Brugmann, Grundriss
2, 212; Feist, Gotische Etymologie, Strassburg 1888 S. 46; im Altind.
lautet die Participialform _hutá_, _hûtá_, im Avest. _zûta_; im Veda
ist _puruhûta_ ein stehendes Beiwort des vielgerufenen Indra. Ältere
Erklärungsversuche des Wortes Gott verzeichnet Schade, Altdeutsches
Wörterbuch 1², 342.
[148] Die Runeninschrift von Kragehul (Dänemark) zeigt den Namen
_asugisalas_ für _ansugisalas_ (an. _Ásgísl_); vgl. Noreen An. Gr.² S.
260; in der Þrymskviþa 16 ist vielleicht _ǫ́sur_ für _ǫ́ss_ zu lesen,
vgl. Symons, Die Lieder der Edda I, 1 S. XV.
[149] Urverwandt ist aind. _devas_, gr. δῖος, lat. _divus_, air. _dia_.
Die an. _díar_, welche beim Skald Kormak und in der Ynglingasaga
begegnen, sind der irischen Sprache entlehnt, vgl. Bugge, Studien S.
30. Wie sich der Dativ sing, _tívor_ in Vǫl. 32 zu dem Plur. _tívar_
und dem dazu gehörigen Sing. _tír_ (Noreen, An. Grammatik² § 72 Anm.
7) verhält, ist rätselhaft. Es wird ein Nom. Sing. _tívurr_, Gott,
angesetzt.
[150] Die Stellen, wo ausserdem im Ags. _meotudsceaft_ im Sinne von
Verhängniss, Tod, vorkommt (im Crist 888 bedeutet es jüngstes Gericht),
bei Grein, Ags. Sprachschatz 2, 240; über _regano_ und _metodogiscapu_
vgl. Vilmar, Deutsche Altertümer im Heliand, 2. Ausg. Marburg 1862,
S. 12 ff. u. 16; _metod_ als Richter erklärt Kauffmann, Beiträge 18,
180 mit Hinweis auf gr. μεδέων und irisch _coimdiu_ aus *_com-mediu_
„Richter“.
[151] Diese Auslegung Odrerirs schlägt Bugge, Studien über die
Entstehung der nordischen Götter und Heldensagen S. 563 f. vor.
[152] Zum Alter der Vǫlospǫ́ en skamma vgl. Finnur Jónsson, Litteraturs
historie 1, 204.
[153] Über die Form des idg. _*di̯eu̯-_ _*dii̯eu̯-_ (zur Wurzel
_dĭ̄u̯_) Brugmann, Grundriss der vergl. Grammatik d. idg. Spr. II S.
451; an. _Týr_ < _Tieuȥ_ Noreen An. Gr.² § 68, 7; ags. _Tíƕ, Tíg_ zu
erschliessen aus überliefertem _Tíƕes-Tigesdæg_, Sievers Ags. Gr.²
§ 250, 1 Anm. 2; das Fries. gewährt _Tiesdi_, _Tisdei_, Richthofen,
Afries. Wb. 1084; ahd. _Zio_, _Ziu_, aus überliefertem _Ziestag_,
Graff, Ahd. Sprachschatz 5, 358, 361, mhd. _zîstag_, Lexer, Mhd. Wb.
III 1136, schwäb. _zisteg_, _zeisteg_, Schmeller, Bair. Wb. II 1071. Zu
den Verderbnissen in _zinstag_, _dingstag_, _dienstag_ Grimm, Deutsches
Wb. II 1119, Andresen, ZfdA. 30, 415, Kluge, Etym. Wb. unter Dienstag.
Ob die ahd. Glosse _ziu_, turbines hergehört? J. Grimm, Myth. 184
erklärte „Wetter der Schlacht“ „Mars trux oder saevus“. In Deutschland
sind keine Orts- oder Eigennamen mit Sicherheit auf Zio zurückzuführen.
Ziolf Förstemann II, 1658 gehört nicht her. Über _Ciesburg Ciuuari_
vgl. S. 205 Anm. _Teƕesley_ in England neben _Thursley_ (_Thunresléah_)
und _Wanborough_ (_Wódenesbeorh_) weist vielleicht auf ags.
_Tíƕesléah_; Kemble, the Saxons in England I, 351. Ganz anders erklärt
Bremer (Indogerm. Forschungen 3, 301 f.) den Namen. Auf Grund von
ags. _Tíƕ_, afries. _Tî_ an. _tífar_, mhd. _zîstac_ setzt er urgerm.
_Tîƕaȥ_ = lat. _dívus_, aind. _dēva_, air. _dia_, lit. _dë̃vas_ in
der Bedeutung „Gott, göttlich“ an. Ahd. _Zîo_ wurde zu _Zî_ und _Zio_
(Braune Ahd. Gr. § 108 Anm. 2, § 43, Anm. 6). Ein Zusammenhang mit dem
griech. lat. aind. Himmelsgott sei ausgeschlossen; vgl. auch Kögel,
Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, S. 14 Anm.
[154] Tac. Hist. IV 64 _igitur Tencteri, Rheno discreta gens, missis
legatis mandata apud concilium Agrippinensium edi iubent, quae
ferocissimus e legatis in hunc modum protulit: redisse vos in corpus
nomenque Germaniae communibus deis et praecipuo deorum Marti grates
agimus._
[155] Tac. Germ 9 _Herculem ac Martem concessis animalibus placant._
[156] Tac. Germ. 39 _vetustissimos nobilissimosque Sueborum Semnones
memorant; fides antiquitatis religione firmatur. Stato tempore in
silvam auguriis patrum et prisca formidine sacram omnes eiusdem
sanguinis populi legationibus coeunt caesoque publice homine celebrant
barbari ritus horrenda primordia. est et alia luco reverentia: nemo
nisi vinculo ligatus ingreditur, ut minor et potestatem numinis prae se
ferens. si forte prolapsus est, attolli et insurgere haud licitum: per
humum evolvuntur. eoque omnis superstitio respicit, tanquam inde initia
gentis, ibi regnator omniun deus, cetera subiecta atque parentia._
[157] Tac. An. XIII, 57 _sed bellum Hermunduris prosperum, Chattis
exitiosius fuit, quia victores diversam aciem Marti ac Mercurio
sacravere, quo voto equi viri, cuncta viva occidioni dantur. et minae
quidem hostiles in ipsos vertebant._ Zur Erklärung der Worte vgl. J.
Grimm, Myth. 999 Anm.
[158] Prokop, _bell. got. 2, 15_ von den Thuliten d. h. den
Skandinaviern: θύουσι δὲ ἐνδελεχέστατα ἱερεῖα πάντα καὶ ἐναγίζουσι.
τῶν δὲ ἱερείων σφισὶ τὸ κάλλιστον ἀνθρωπός ἔστιν, ὅνπερ ἄν δοριάλωτον
ποιήσαιντο πρῶτον. τοῦτον γὰρ τῷ Ἄρει θύουσιν, ἐπεὶ θεὸν αὐτὸν
νομίζουσι μέγιστον εἶναι.
[159] Jord. Get. 5 _quem Martem Gothi semper asperrima placavere
cultura. nam victimae eius mortes fuere captorum, opinantes bellorum
praesulem aptius humani sanguinis effusione placandum. huic praedae
primordia vovebantur, huic truncis suspendebantur exuviae._
[160] Amm. Marc. XVII, 12 von den Quaden: _eductis mucronibus, quos pro
numinibus colunt, iuravere se permansuros in fide._
[161] Jord. Get. 35 _cum pastor quidam gregis unam buculam conspiceret
claudicantem, nec causam tanti vulneris inveniret, sollicitus vestigia
cruoris insequitur, tandemque venit ad gladium, quem depascens herbas
incauta calcaverat, effossumque protinus ad Attilam defert. quo ille
munere gratulatus, ut erat magnanimis, arbitratur se mundi totius
principem constitutum et per Martis gladium potestatem sibi concessam
esse bellorum._
[162] Tac. Germ. 24 _genus spectaculorum unum atque in omni coetu idem.
nudi iuvenes, quibus id ludicrum est, inter gladios se atque infestas
frameas saltu iaciunt. exercitatio artem paravit, ars decorem, non in
quaestum tamen aut mercedem: quamvis audacis lasciviae pretium est
voluptas spectantium._ Vgl. Müllenhoff, Über den Schwerttanz (in den
Festgaben für Gustav Homeier) Berlin 1872; weitere Litteratur gibt John
Meier in Pauls Grundriss II 1, 835.
[163] Tac. Germ. 10 _proprium gentis equorum quoque praesagia ac
monitus experiri. publice aluntur isdem nemoribus ac lucis, candidi et
nullo mortali opere contacti; quos pressos sacro curru sacerdos ac rex
vel princeps civitatis comitantur hinnitusque ac fremitus observant.
nec ulli auspicio maior fides, non solum apud plebem, sed apud
proceres, apud sacerdotes; se enim ministros deorum, illos conscios
putant._
[164] Panzer, Beitrag zur deutschen Mythologie 1, 291. Chr. Petersen,
Hufeisen und Rosstrappen im Archiv der schlesw.-holst.-lauenb.
Gesellschaft für vaterländ. Geschichte Band 19, 194 ff.
[165] Im November 1883 wurden zu Housesteads am Hadrianswall in England
zwei Altäre und ein hoher giebelartiger Aufsatz gefunden mit bildlichen
Darstellungen und Inschriften versehen. Die Reliefbilder sind durchaus
römisch und so auszulegen. Eine mit Helm, Speer und Schild bewaffnete
Kriegergestalt, zu ihrer Rechten ein Vogel, steht in der Mitte eines
bogenförmigen Halbrunds. Auf beiden Seiten sind nackte Figuren mit
Kränzen und Stäben angebracht. Es ist Mars mit der Gans und zwei
Viktorien oder Eroten. Eine Beziehung auf germanische Vorstellungen,
wie Hoffory in dem Relief des Aufsatzes sie findet, ist unstatthaft.
Die Inschriften der Altäre lauten: _Deo Marti et duabus Alaisiagis et
numinibus Augustorum Germani cives Tuihanti cunei Frisiorum Ver. Ser.
Alexandriani v[otum] s[olverunt] l[ibenter] m[erito]. Deo Marti Thingso
et duabus Alaesiagis Bede et Fimmilene et numinibus Augustorum Germani
cives Tuihanti v. s. l. m._
Hierzu vgl. die Abhandlungen von Hübner, Westdeutsche Zeitschrift
3, 120, 287; Mommsen, Hermes 19, 232; Scherer, Sitzungsberichte der
Berliner Akademie 1884, 571; Brunner, Zeitschrift der Savignystiftung
(1884) 5, 226; W. Pleyte, mededeelingen d. kon. akad. van wetenschappen
(afdeel. letterkunde) 3, 2, 110; F. Möller, Westd. Zeitschrift 5, 321;
M. Ihm, Bonner Jahrbücher 1883, 173 ff.; R. Schröder, Rechtsgeschichte
1, 17, 36; Hoffory, Gött. Nachrichten 1888, 426; Weinhold, ZfdPh. 21,
1; Jäckel ebenda 22, 257; Hübner, Römische Herrschaft in Westeuropa,
Berlin 1890, 57 ff.; Heinzel, Wiener Sitzungsberichte phil.-hist.
Klasse Bd. 119, 50 ff.; Kauffmann, Beiträge 16, 200; Siebs, ZfdPh. 24,
434 ff.
[166] Die Glosse _Cyuuari suapa_ steht in der Wessobrunner Handschrift
(Müllenhoff-Scherer, Denkm. 3. Aufl. II 1 f.) aus dem Ende des 8.
Jahrh.; Laistner vermutet urspr.: _recia suapolant reciuuari suapa.
Civitas Augustensis id est Ciesburc_, findet sich in einem alten
Verzeichniss von Städtenamen der Germania prima Bouquet, recueil des
historiens des Gaules et de la France II, 10; Bachlechner, ZfdA. 8,
587; Chroniken deutscher Städte 4, 281 Anm. 7. Verwertet wurden die
Schwaben als Ziuleute von J. Grimm, Myth. 180; Müllenhoff, Schmidts
Zeitschr. 8, 247 und öfters. Zur Frage sehr beachtenswert L. Laistner,
Württb. Vierteljahrshefte für Landesgeschichte N. F. 1892, 2 ff.
[167] Germania 2 _celebrant carminibus antiquis, quod unum apud illos
memoriae et annalium genus est, Tuistonem deum terra editum et filium
Mannum originem gentis conditoresque. Manno tris filios assignant,
e quorum nominibus proximi oceano Ingaevones, medii Herminones,
ceteri Istaevones vocentur._ Bei Plinius hist. nat. 4. 99 _Germanorum
genera quinque: Vandili, quorum pars Burgundiones, Varinnae, Charini,
Gutones; alterum genus Ingvaeones, quorum pars Cimbri, Teutoni et
Chaucorum gentes; proximi autem Rheno Istvaeones quorum pars Cimbri (l.
Sigambri?); mediterranei Hermiones, quorum Suebi, Hermunduri, Chatti,
Cherusci; quinta pars Peucini, Bastarnae supra dictis contermini
Dacis._ Plinius, an welchen Tacitus wahrscheinlich sich anlehnt, weiss
nichts von den Stammesheroen. In der um 520 verfassten fränkischen
Völkertafel erscheinen aber _tres fratres, Erminus, Inguo el Istio_.
Müllenhoff, Abhandlungen der Berliner Akademie 1862, S. 532 ff.
[168] Zur Wortbildung von Tuisto oder Tuisco vgl. Brugmann, Grdr. II
468 und 507; got. _tvis_ auseinander; mhd. _zƕis_, aisl. _tvisvar_
2mal; ahd. _zƕisk_, _zƕiski_, zweifach; aisl. _tvistr_, zwiespältig;
engl. _tƕist_ zweifädiger Strick; nhd. _zƕist_; gr. δίς, lat. _bis_
< _duis_. Zur Auslegung Wackernagel ZfdA. 6, 19; Müllenhoff, ebenda
9, 261. Schade, Altdeutsches Wörterbuch 2. Aufl. S. 974 f. weist auf
mundartliches nhd. _tƕister_, „Zwitter“ hin.
[169] Müllenhoff, über Tuisco und seine Nachkommen in der allgemeinen
Zeitschrift für Geschichte, hrsg. von A. Schmidt, Bd. 8, 209 ff.;
Scherer, Sybels histor. Zeitschrift, N. F. 1, 160; Müllenhoff, ZfdA.
10, 562; ebenda 23, 1 ff.; Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur
I, 1, 13 ff.; Hoffory, Gött. gelehrte Anzeigen vom 1. März 1888 und
Nachrichten der kgl. Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen 1888,
No. 15; vgl. auch Hoffory, Eddastudien I Berlin 1889, 101 ff., 153 ff.;
Ludwig Laistner, Germanische Völkernamen, in den württembergischen
Vierteljahrsheften für Landesgeschichte, N. F. 1892, 1 ff Auch bei den
meisten andern neueren Gelehrten tritt die hieratische Auslegung der
germ. Völkernamen merklich zurück.
[170] Runenlied 68.
_Ing ƕæs ærest mid Eastdenum
geseƕen secgun, oþ he siđđan est
ofer ƕæg geƕat, ƕæn æfter ran:
đus heardingas đone hæle nemdun._
Heardingas ist nicht als Eigenname, sondern appellativ im Sinn von
Helden, Männern zu fassen. J. Grimm, Myth. 316; Müllenhoff, ZfdA. 23,
11. Eigennamen mit Ingu- sammelt Müllenhoff, ZfdA. 9, 250.
[171] Müllenhoff, ZfdA. 7, 410 ff.; Müllenhoff, Beovulf, Untersuchungen
über das ags. Epos und die älteste Geschichte der germanischen
Seevölker, Berlin 1889, S. 6 ff.; Binz, Beiträge 20, 147 ff. Dass die
Mythen von Skéaf auf Ingvo zurückgehen, führt Müllenhoff a. a. O. 11
aus. Dem Göttermythus entstammt die spätere Sage vom Schwanritter, die
nach den Niederlanden verlegt wurde.
[172] Widukind 1, 12 nach dem Sieg der Sachsen über die Thüringer bei
Scheidungen: _Mane autem facto ad orientalem portam ponunt aquilam,
aramque victoriae construentes, secundum errorem paternum, sacra sua
propria veneratione venerati sunt, nomine Martem, effigie columpnarum
imitantes Herculem, loco Solem, quem Graeci appellant Apollinem. ex hoc
apparet aestimationem illorum utcumque probabilem, qui Saxones originem
duxisse putant de Graecis, quia Hirmin, vel Hermis graece, Mars
dicitur; quo vocabulo ad laudem vel ad vituperationem usque hodie etiam
ignorantes utimur._ Um die Stelle richtig zu verstehen, muss man erst
Widukinds gelehrte Weisheit von Apollo, Hermis und Hercules absondern;
hiezu Müllenhoff, Schmidts Zeitschrift 8, 242 ff.
[173] Müllenhoff, Allgem. Zeitschrift f. Gesch. Hrsg. von Adolf
Schmidt, Band 8, 268.
[174] Über Týr vgl. Gylfag. Kap. 25, 34, 51. Hym. 5, Lokas. 38-40,
Sigrdr. 6. _Týs áttungr_ heissen die Könige Egill Tunnadólgr und Sigurd
jarl in der Ynglingasaga, Kap. 30 und der Haraldssaga Gráfelds, Kap. 6.
Für Eigennamen und sonstige Zusammensetzungen, in denen Týr vorkommt,
vgl. Sveinbjörn Egilsson, Lexicon poeticum 828.
[175] Göttingische gelehrte Anzeigen 1891, S. 193 ff.
[176] Stephens, aarböger for nordisk oldkyndighed og historie 1875, S.
109 ff. Tyr auf Thor zu beziehen, wie H. Petersen, gudedyrkelse S. 97
will, geht nicht an.
[177] J. Grimm, Mythologie 182; Mogk, Pauls Grundriss I, 1055;
Schmeller, Bayer. Wb. I, 127; im ags. Runenlied steht _tír_ und _ear_
für das Zeichen ᛠ, W. Grimm, Über deutsche Runen, Göttingen 1821, Tafel
III; _ziu_ im cod. Vind. 64, ebenda Tafel I, _aer_ im cod. Sang. 270,
Tafel II.
[178] In der Stammtafel der Ostsachsen begegnen die Namen
_Seaxnéat_(Mars), _Gesecg_ und _Andsecg_ (Symmachus und Antimachus),
_Sveppa_ (einer, der Getümmel anrichtet), _Sigefugel_ (siegverkündendes
Zeichen), _Heđca_ und _Bedeca_ (viri caedis et stragis), alles
Beiwörter eines und desselben Wesens: die Momente der Schlacht sind als
Söhne des Kriegsgottes dargestellt. Müllenhoff, Schmidts Zs. f. Gesch.
S, 249; ZfdA. 11, 291. Die Stammtafeln übersichtlich bei Grimm, Myth.
3, 377 ff.; O. Haack, Zeugnisse zur aengl. Heldensage, Kieler Dissert.
1893, 23 ff.
[179] Den Volksnamen als einen ‚hieratischen‘ leiten J. Grimm, Myth.
185, Müllenhoff, Schmidts Zeitschrift 8, 252, vom Gott ab; die oben
vorgetragene Ansicht vertritt Laistner, württb. Vierteljahrshefte f.
Landesgeschichte, N. F. 1892, S. 29.
[180] Tac. Germ. 43 _apud Nahanarvalos antiquae religionis
lucus ostenditur. praesidet sacerdos muliebri ornatu, sed deos
interpretatione Romana Castorem Pollucemque memorant. ea vis numini,
nomen Alcis, nulla simulacra, nullum peregrinae superstitionis
vestigium; ut fratres tamen, ut juvenes venerantur_. Vgl. Myriantheus,
Die Açvins oder arischen Dioskuren, München 1876. Müllenhoff, ZfdA. 12,
346 ff. 30, 217 ff. Roediger, Zeitschrift des Vereins f. Volkskunde l,
241 ff. Wolfskehl, German. Werbungssagen, Darmstadt 1893, S. 18 ff.
[181] Tas. Germ. 40, _Reudigni deinde et Aviones et Anglii et Varini
et Eudoses et Suardones et Nuithones fluminibus aut silvis muniuntur.
nec quisquam notabile in singulis, nisi quod in commune Nerthum, id
est terram matrem, colunt eamque intervenire rebus hominum, invehi
populis arbitrantur. est in insula oceani castum nemus, dicatumque
in eo vehiculum, veste contectum; attingere uni sacerdoti concessum.
is adesse penetrali deam intellegit vectamque bubus feminis multa
cum veneratione prosequitur. laeti tunc dies, festa loca, quaecumque
adventu hospitioque dignatur. non bella ineunt, non arma sumunt;
clausum omne ferrum; pax et quies tunc tantum nota, tunc tantum amata,
donec idem sacerdos satiatam conversatione mortalium deam templo
reddat. mox vehiculum et vestes et, si credere velis, numen ipsum
secreto lacu abluitur. servi ministrant, quos statim idem lacus haurit.
arcanus hinc terror sanctaque ignorantia, quid sit illud, quod tantum
perituri vident._