[17] Zur Bekehrungsgeschichte vgl. Rettberg, Kirchengeschichte

Deutschlands, 2 Bde, Göttingen 1846/8; Friedrich, Kirchengeschichte

Deutschlands, 2 Bde 1867/9; Hauck, Kirchengeschichte Deutschlands,

2 Bde. Leipzig 1887 und 1890; die Bekehrung der Friesen schildert

Richthofen, Untersuchungen über friesische Rechtsgeschichte 2, 348 ff.;

über die Bekehrung des Nordens vgl. Maurer, die Bekehrung des norweg.

Stammes zum Christentum, 2 Bde, München 1855/6; Bd. 1 § 3, 10, 21, 35

behandelt auch die Christianisierung Dänemarks und Schwedens; vgl.

ferner Bang, Udsigt over den norske kirkes historie, Kristiania 1884;

A. D. Jörgensen, Den nordiske kirkes grundlæggelse, Köbenhavn 1874/8;

A. Taranger, Den angelsaksiske kirkes inflydelse paa den norske,

Kristiania 1890/91.

[18] Über die Quellen der germanischen Mythologie vgl. die ausführliche

Zusammenstellung bei E. H. Meyer, Germanische Mythologie S. 15-60.

[19] Das Wessobrunner Gebet (Müllenhoff-Scherer, Denkmäler³ Nr. I)

und das Muspilli (ebenda Nr. III) wurden lange als mythologische

Denkmäler verwendet, ohne die geringste Berechtigung. Ihr Inhalt

ist durchaus christlich. Fürs Muspilli wiesen Zarncke, Berichte der

sächsischen Gesellschaft der Wissenschaften 1866 S. 191 ff. u. F.

Vetter, Zum Muspilli, Wien 1872 S. 106 ff., Heinzel, Zeitschrift f. d.

österreichischen Gymnasien 43, 1892, S. 748 christlichen Gedankeninhalt

nach. Kögel, Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 317 ff. vermutet

wiederum heidnische Spuren darin, während die meisten Forscher das

Heidentum allmälig ganz auf den Ausdruck Muspilli eingeschränkt haben.

Bei Besprechung des Begriffes Muspilli, Muspell wird diese Frage

erörtert werden.

[20] Vgl. Ältere tirolische Dichter hrsg. von Zingerle, Bd. 1,

1874 die pluemen der tugent des Hans Vintler 7693-7995; 8197-8244;

die Anmerkungen des Herausgebers weisen u. a. auf ähnliche Stellen

mittelalterlicher Verfasser z. B. auf Berthold von Regensburg und

Geiler von Kaisersberg in der Emeis (A. Stöber, Zur Geschichte des

Volksaberglaubens im Anfang des 16. Jahrhunderts, Basel 1855).

[21] Vgl. E. H. Meyer, Mythologie S. 28 ff.; John Meier, Grundriss der

germanischen Philologie II, 1, 776 ff.; Brandl, ebenda 837 ff., Mogk,

ebenda II, 2, 265 ff.

[22] Die Quellen der nordischen Mythologie dürfen nur im engsten

Zusammenhang mit Kultur- und Litteraturgeschichte benutzt werden. Für

die nordische Literatturgeschichte verweise ich auf die Darstellung

Mogks im Grundriss der germ. Philologie II, 1, 71 ff. und auf Finnur

Jónssons oldnorske og oldislandske litteraturs historie Bd. 1

Kopenhagen 1895.

[23] Die beste Ausgabe der Liedersammlung verdanken wir Sofus Bugge

1867. Eine grosse Ausgabe mit Kommentar und Wörterbuch bereitet

Sijmons vor, wovon der erste Halbband, die Götterlieder enthaltend,

1888 erschien. Der Codex erschien 1891 in vorzüglicher fototypischer

Nachbildung, besorgt von Wimmer und Finnur Jónsson. Die brauchbarste

Verdeutschung, nach welcher in diesem Handbuch citiert wird, lieferte

H. Gering, Leipzig 1892.

[24] Vgl. Axel Olrik, kilderne til Sakses oldhistorie I u. II

Kopenhagen 1892 u. 94.

[25] Vgl. Lundell, Skandinavische Volkspoesie im Grundriss der

germanischen Philologie II, 1, 719-749.

[26] Die Bedeutung, die dem Alptraum bei der Mythenbildung zukommt,

hebt Laistner, Rätsel der Sphinx, Berlin 1889, hervor. Höchst geistvoll

ist die Entwicklung der Sage, der Mythologie auf der stetigen Grundlage

des Alptraumes nachgewiesen. Jedoch mit seinen Namendeutungen geht

Laistner entschieden zu weit. Die Namen müssten in Urzeiten mit

durchsichtiger, auf den Alptraum unmittelbar bezüglicher Bedeutung

entstanden und fest gehalten sein. Die Einkleidung, in welcher die

heutige Volkssage sich darbietet, ist aber meistens sehr jung und

ohne unmittelbaren, bewussten Zusammenhang mit dem ursprünglichen

abergläubischen Kerne. Statt auf diesen abergläubischen Kern sich zu

beschränken, legt Laistner ohne Bedenken die ganze darum gewachsene

Sagendichtung aus.

[27] Die wichtigsten Züge des Alpglaubens verzeichnet Wuttke, Der

deutsche Volksaberglaube § 402 ff.

[28] Über Seelen als Lufthauch Mannhardt, Germanische Mythen, Berlin

1858, S. 269 f.; 300 ff.; 404 f.; 709.

[29] Ein altes Zeugniss vom Zusammenhang des Maren- und

Gespensterglaubens bietet Gervasius von Tilbury Kap. 86 _ut autem

moribus et auribus hominum satisfaciamus, constituamus, hoc esse

foeminarum ac virorum quorundam infortunia, quod de nocte celerrimo

volatu regiones transcurrunt, domus intrant, dormientes opprimunt,

ingerunt somnia gravia, quibus planctus excitant_.

[30] Einen ähnlichen Typus gewährt Birlinger, Volkstümliches aus

Schwaben 1, 103: die Seele kriecht als weisse Maus aus dem Munde einer

Magd und wird ein _„schrättele“_ d. h. ein Alp, der Baum und Ross

bedrückt und plagt.

[31] Vielleicht gehört auch die Geschichte vom Rattenfänger

zu Hameln (Grimm, Deutsche Sagen 1 Nr. 245) hierher, nur muss

Verwirrung eingerissen sein. Die Ratten waren ursprünglich selber die

Kinderseelen, die der Spielmann in den Berg lockte.

[32] Vgl. Grimm, Deutsche Sagen 2, Nr. 433; dieselbe Geschichte, nur

dass die Seele als Rauchwölkchen (_bláleitr gufuhnođrinn_) erscheint,

findet sich auf Island; vgl. Maurer, isländ. Volkssagen der Gegenwart

S. 81 ff. Jón Árnason, _íslenzkar þjóđsögur_ 1, 356 f.

[33] Die zahlreichen nordischen Träume, worin die Seelen in Tiergestalt

erscheinen, verzeichnet W. Henzen, Über die Träume in der altnordischen

Sagenlitteratur, Leipzig 1890, S. 34 ff.

[34] Über die Etymologie des Wortes „Traum“ vgl. W. Henzen, Über die

Träume in der altnordischen Sagenlitteratur, Leipzig 1890, S. 1 ff.

[35] Vgl. Wackernagel, Kleinere Schriften 2, 399 ff.; E. Kuhn, in Jahns

Volkssagen aus Pommern S. VIII.

[36] Über das wilde Heer Uhland, Schriften 7, 605 ff.; eine

Zusammenstellung der verschiedenen Sagenformen bei E.H. Meyer, German.

Mythologie, S. 236 ff.

[37] Reiche Litteratur verzeichnet Koberstein, Weimarer Jahrbücher 1,

73 ff; Golther, Die Sage von Tristan u. Isolde, München 1887, S. 27 ff.

[38] Bräuche bei Tod und Begräbniss s. bei Wuttke, Volksaberglaube §

721 ff.; fürs Nordische Weinhold, Altnordisches Leben S. 474 ff.

[39] Zum Totenschuh J. Grimm, Myth. 795; 3, 249; Müllenhoff,

Altertumskunde 5, 114.

[40] Über den Ahnenkult vgl. Gudbrand Vigfusson, Corpus poeticum

boreale 1, 413 ff. Gudbrand dehnt aber den Ahnenkult viel zu weit aus,

indem er den gesamten Seelen-und Elbenkult begreift.

[41] Jordanes, Kap. 13 _iam proceres suos, quorum quasi fortuna

vincebant, non puros homines, sed semideos, id est ansis, vocaverunt._

Zum Beispiel zählt er den sagen- und liederumwobenen Stammbaum der

Amaler auf.

[42] Adam 4, 26 _colunt et deos ex hominibus factos, quos pro

ingentibus factis immortalitate donant, sicut in vita sancti Anscarii

leguntur Hericum regem fecisse._

[43] _Vita Anskarii_ Kap. 26 MG. 2, 711 _Contigit eo ipso tempore,

ut quidam illo (ad Byrca) adveniens diceret, se in conventu deorum,

qui ipsam terram possidere credebantur, affuisse, et ab eis missum,

ut haec regi et populis nunciaret: „Vos, inquam, nos vobis propitios

diu habuistis, et terram incolatus vestri cum multa abundantia nostro

adiutorio in pace et prosperitate longo tempore tenuistis; vos quoque

nobis sacrificia et vota debita persolvistis, grataque nobis vestra

fuerunt obsequia. at nunc et sacrificia solita sub-trahitis, et vota

spontanea segnius offertis, et, quod magis nobis displicet, alienum

deum super nos introducitis. si itaque nos vobis propitios habere

vultis, sacrificia omissa augete, et vota maiora persolvite; alterius

quoque dei culturam, qui contraria nobis docet, ne apud vos recipiatis,

et eius servicio ne intendatis. porro si etiam plures deos habere

desideratis, et nos vobis non sufficimus, Ericum quondam regem vestrum

nos unanimes in collegium nostrum asciscimus, ut sit unus de numero

deorum.“ -- -- -- templum in honore supradicti regis dudum defuncti

statuerunt, et ipsi tanquam deo vota et sacrificia offerre coeperunt._

[44] Müllenhoff, Altertumskunde 5, 69.

[45] Über den Wiedergeburtsglauben der Germanen und die darauf

beruhenden Taufbräuche vgl. Jiriczek, Mitteilungen der schlesischen

Gesellschaft für Volkskunde 1894/5, S. 34 f.; Maurer, Zeitschrift des

Vereins für Volkskunde 1895, S. 99.

[46] Über diesen Glauben vgl. W. Hertz, Der Werwolf, Beitrag zur

Sagengeschichte. Stuttgart 1862.

[47] Fylgjur als Wölfe im Traum erscheinend in der Njálssaga 123;

Fornaldar sögur 2, 413; 3, 77, 213, 560; Droplaugar sona saga 22;

þorðar saga hreðu 38; Gíslasaga Súrssonar 24.

[48] Fälle davon bei Hertz, Werwolf S. 54 ff.

[49] Kögel, Pauls Grundriss I, S. 1017 Anm. erklärt ahd. _ƕeriƕolf_

aus *_ƕariƕulf_, *_ƕaȥiƕulf_ (zu got. _ƕasjan_ as. _ƕerian_ kleiden).

Werwolf ist also eigentlich Wolfsgewand, úlfshamr; ähnlich bedeutet

vielleicht berserkr Bärengewand.

[50] Vgl. Mackel, Die german. Elemente in der französ. und provenzal.

Sprache. Heilbronn 1887, S. 14.

[51] Über Berserker als Werwölfe Maurer, Bekehrung 2, 108 ff.

[52] Glücks- und Schicksalsgeister in ihrer Marenabkunft erweist

Laistner, Rätsel der Sphinx 2, 342 ff.

[53] Kögel, Beiträge 16, 502 ff. nimmt eine urgermanische

Zusammensetzung _ĭ̄ƕ_ + _dîs_ an, wodurch die nord. Wörter _jódis_

und _dís_ und die westgerm. _ĭ̄dĭ̄s_ als zusammengehörig erwiesen

werden. _ĭ̄ƕ_ ist etymologisch unklar, zu nord. _dís_ steht got.

_filu-deisei_, Klugheit. _idisi_ und _dísir_ sind demnach kluge, weise

Frauen. Frühzeitig wurden auch die Kampfjungfrauen so bezeichnet. Zur

Etymologie vgl. noch v. Grienberger, ZfdPh. 27, 441.

[54] Schade, Altdeutsches Wörterbuch² 1, 657 deutet _norni_

aus *_norhni_, Verschlingung, Verknüpfung, als nornen agentis

Verschlingerin, Verknüpferin der Schicksalsfäden, zum verb. ahd.

_snerhan_ mhd. _snerhen_, verflechten, verknüpfen; vgl. Graff, Ahd.

Sprachschatz 6, 850; über den Wechsel von anlautendem sn: n vgl.

Noreen, Abriss der urgermanischen Lautlehre, S. 208; die Erklärung

ist aber sehr unsicher. Die Ableitung der deutschen „Nonnen“ (Panzer,

Beitrag zur deutschen Mythologie 1, 163, 184; Mannhardt, Germ. Mythen

532 u. 705; Simrock Myth. 351) aus „Nornen“ ist sehr fragwürdig.

[55] Über den Fatalismus der Nordleute und seine Wirkung auf das

Verhalten der Menschen vgl. Maurer, Bekehrung 2, 162 ff.

[56] Über Schicksalsfrauen im deutschen Volksglauben Mannhardt, German.

Mythen, Berlin 1858, S. 541 ff.; Fr. Panzer, Beitrag zur deutschen

Mythologie I, 1848, S. 1 ff., II 1855, S. 119 ff.

[57] Nornagreytur in der antiquarisk tidskrift 1849, S. 308; färösk

anthologi ved Hammershaimb og Jakob Jakobsen Bd. 2, 1891, S. 225.

[58] Vgl. z. B. Isidors etym. 8, 11, 92 _tria fata finguntur propter

trina tempora: praeteritum ... praesens ... futurum ... quas parcas

tres esse voluerunt, unam quae vitam hominis ordiatur, alteram

quae contexat, tertiam quae rumpat_. Die Stelle war im Mittelalter

hinlänglich verbreitet, mit Unrecht leugnet J. Grimm, Myth. 377 Anm.

ihre Beziehungen zur isländischen Nornendreizahl; muss er doch selbst

S. 378 zugestehen, dass nur Wurd ausserhalb des Nordens vorkommt, von

den zwei andern aber nicht eine Spur.

[59] Vgl. Golther, Der Valkyrjenmythus in den Abhandlungen der

Münchener Akademie der Wissenschaften, 1. Klasse, 18. Band, 2. Abth. S.

401 ff.

[60] Merkwürdig ist die Stelle bei Burchard von Worms (J. Grimm,

Myth. 3, 409), welche Hexen als kämpfende Weiber zeigt: _credidisti

quod quaedam mulieres credere solent, ut tu cum aliis diaboli membris

in quietae noctis silentio clausis januis in aerem usque ad nubes

subleveris, et ibi cum aliis pugnes, et ut vulneres alias, et tu

vulnera ab eis accipias_.

[61] Vgl. Grein-Wülcker, Bibliothek der ags. Poesie I, 317; Wülcker,

Kleinere ags. Dichtungen. Halle 1882, S. 33; zur Erklärung Kögel,

Geschichte der deutschen Litteratur I, 1, 93 f.

[62] Zur Erklärung des Spruches vgl. Müllenhoff und Scherer, Denkmäler

2³, S. 43 ff.; Kögel, Litteraturgeschichte I, 1, 89 f.; v. Grienberger,

ZfdPh. 27, 433 ff.

[63] Bei Saxo Buch III, S. 112 wird von Hotherus erzählt: _inter

venandum errore nebulae perductum incidisse in quoddam sylvestrium

virginun conclave, a quibus proprio nomine salutatus, quaenam essent,

perquirit. illae suis ductibus auspiciisque maxime bellorum fortunam

gubernari testantur; saepe enim se nemini conspicuas procliis

interesse, clandestinisque subsidiis optatos amicis praebere successus

... quippe conciliare prospera, adversa infligere posse pro libito

memorabant._ -- Die Mädchen gewähren dem Hother eine hieb- und

stossfeste Brünne und raten ihm listig, wie er den Sieg erlangen könne.

Man kann zweifeln, ob hier in Saxos Quelle von Kampfgöttinnen oder

Odins Walküren die Rede war. Im letzteren Fall hätte Saxo die Beziehung

zu Odin getilgt.

[64] Asmundarsaga in den Fornaldar sögur 2, 483.

[65] Haraldssaga hardráða, Fornmanna sögur 6, 402.

[66] Über herfjǫtur vgl. Maurer in Wolfs Zeitschrift für deutsche

Mythologie und Sittenkunde Bd. 2, 341 ff.; Bekehrung 2, 401 f.

[67] Die Hds. liest _alvitr_; Sven Grundtvig, Saemundar Edda 2. Aufl.

Kopenhagen 1874, S. 215 ff. bessert _álmvítr_, wie _hjálmvítr_, und

erklärt: bogenführender Wicht, Bogenjungfrau. Die Walküren wären somit

mit Helm (_hjálmvítr_), Brünne (_Brynhildr_), Schild (_skjaldmey_,

Schildmagd), Speer und vielleicht auch Bogen (_álmvítr_) bewehrt

gewesen.

[68] Saxo, Buch 6, S. 266 _ubi Fridlevus noctu speculandi gratia cum

inusitatum quendam icti aeris sonum cominus percepisset, fixo gradu

suspiciens trium olorum superne clangentium hoc aure carmen excepit

.... denique post ipsas alitum voces lapsum ab alto cingulum literas

carminis interpretes praeferebat._

[69] Über _unhulþô_, _unholda_ vgl. Kauffmann, Beiträge 18, 151 ff.

[70] Zur Erklärung des Wortes Hexe vgl. Weigandt, Deutsches Wörterbuch

1, 804; ältere Erklärung bei Schade, Altdeutsches Wb. 1, 363; die

Trennung der ahd. Wörter im Gegensatz zur früheren Auffassung, wonach

_haȥusa_ aus _hagaȥusa_ verkürzt sein sollte, vertreten Kauffmann,

Beiträge 18,155 Anm. 1 und Noreen, Indogerman. Forschungen 4, 326.

[71] Über _trute_, welche noch heute die bayerische Mundart kennt, vgl.

Grimm, Wörterb. 2, 1453 f.; Schmeller, Bayr. Wb. I², 648 ff.

[72] Sievers, Indogerm. Forschungen 4, 339: Bei _troll_ möchte man an

Zusammenhang mit got. _trudan_, an. _trođa_, ahd. _tretan_ denken, an.

_troll_ aus _trođla_, _trolla_ das Treten, Alpdrücken, Alp.

[73] Vgl. Soldans Geschichte der Hexenprocesse, neu bearbeitet von H.

Heppe, 2 Bde, Stuttgart 1880.

[74] Vgl. den ags. Segen gegen _hægtessan gescot_, _hægtessan geweorc_

bei Grein-Wülcker, Bibliothek der ags. Poesie 1, 317. Neben _hægtessan

gescot_ steht _ylfagescot_, Elbenschuss.

[75] Vgl. Thorsteins saga bœrjarmagns in den Fornmanna sögur 3, 175 ff.

[76] Ketils saga hængs in. den Fornaldar sögur 2, 131.

[77] Über die Wichte und Elbe und ihre Sagen bieten die verschiedenen

Sagensammlungen der Neuzeit reiches Material. Schon die deutschen Sagen

der Brüder Grimm enthalten fast alle Haupttypen. Über die Elfen handeln

die Brüder ausführlich in der Einleitung der irischen Elfenmärchen,

Leipzig 1826; jetzt auch abgedruckt in W. Grimms kleineren Schriften I,

438 ff.

[78] Die Alfar als Seelen erklärt Fritzner, Ordbog 1², 187.

[79] Vgl. Laistner, Nebelsagen, Stuttgart 1879.

[80] Altdeutsche Namen mit Alb- zusammengesetzt verzeichnet

Foerstemann, Namenbuch 1, 54 ff.

[81] Über den Namen Albi vgl. Wrede, Sprache der Ostgoten, Strassburg

1891, S. 103.

[82] Über die Etymologie des Wortes, das mit aind. _ṛbhu_ verwandt

scheint und auf eine idg. Wurzel _elbh olbh_ zurückweist, vgl. Kuhn in

der Zs. f. vergl. Sprachforschung 4, 109; Curtius, Griech. Etym.⁴ 293;

Laistner, Rätsel der Sphinx 1, 452 ff. Das idg. Wort bedeutet betrügen,

listig, geschickt sein. Den Elben eignet wie den ṛbhus Kunstfertigkeit,

sie sind dem Menschen hilfreich, aber auch trügerisch und tückisch.

[83] Vgl. J.Grimm, Myth. 447 ff.; 3, 138; Schmeller, Bayer. Wörterbuch

2, 610 ff.; 614 f.

[84] Über die Zwergensage im Ortnit vgl. Seemüller, ZfdA. 26, 201 ff.

[85] J. Grimm, Myth. 2, 1109; Haupt, ZfdA. 4, 389; Kuhn, Westfäl. Sagen

2, 19.

[86] Über die _álfar_ vgl. Maurer, Isländische Volkssagen der Gegenwart

S. 2 ff.; Jón Árnason, þjóðsögur 1, 1 ff.; Lehmann-Filhés, Isländische

Volkssagen 1, 3 ff.; Hammershaimb, færösk anthologi 1, 327.

[87] Vgl. Maerlant, Spiegel historial 1, 6 von den Alven; Jón Árnason,

_þjóđsögur íslenzkar_ 1, 5; ebenda wird das huldufolk in Holz und

Haide, Hügeln und Gestein aus dem Schwank von Evas ungleichen Kindern

abgeleitet; ein Elbe als ein mit Lucifer gefallener Engel schon bei

Caesarius von Heisterbach 5, 36.

[88] Die wichtigsten Typen der Koboldssagen, von denen jede

Sagensammlung zahlreiche Beispiele darbietet, enthalten die Deutschen

Sagen Nr. 72/8; vgl. namentlich die trefflichen Erzählungen von

Hütchen und Hinzelmann. Ein altes Zeugniss vom Hausgeist steht bei

Gervasius von Tilbury _otia imperialia_ p. 180. _in Anglia daemones

quosdam habent ... istis insitum est quod simplicitatem fortunatorum

colonorum amplectuntur, et cum nocturnas propter domesticas operas

agunt vigilias, subito clausis januis ad ignem calefiunt et ranunculas

ex sinu projectas prunis impositas comedunt, senili vultu, facie

corrugata, statura pusilli, dimidium pollicis non habentes. panniculis

consertis induuntur et si quid gestandum in domo fuerit aut onerosi

operis agendum, ad operandum se jungunt, citius humana facilitate

expediunt._ Sie führen den einsamen Reiter zur Nacht gern irre und

erheben ein Gelächter, wenn er, von ihnen getäuscht, in den Morast

gerät.

[89] Die Erklärung des Wortes Kobold nach dem Deutschen Wörterbuch

5, 1548 ff., vgl. auch Kluge, Etym. Wb. unter Kobold. Dem Wortsinne

nach ist schwed. _tomtekarl_, _tomtegubbe_ d. h. Hausmann, Hausgreis,

norweg. _tomtevätte_ Hauswicht, unsrem Kobold gleichbedeutend.

[90] Über den Butzenmann und andere Koboldsnamen handelt ausführlich,

ein geistvoller Aufsatz Laistners, ZfdA. 32, 145 ff. Die Grundbedeutung

der Koboldsnamen geht fast immer auf poltern, schrecken, Mummerei.

[91] Überhaupt nähern sich die vielfach gehegten Hausschlangen und

Hausunken dem Begriffe guter hilfreicher Hausgeister. Sie werden

täglich mit Milch gefüttert. Sie spielen mit dem Kinde und bringen ihm

Gedeihen. Sie leben ungestört in Hof und Stall. Werden sie verletzt

oder getötet, weichen sie vom Haus, so geht das Glück mit ihnen.

[92] Während der Kobold einerseits streng auf das gebührende

Speiseopfer hält, zeigt er sich wiederum durch anderweitige Gaben eher

gekränkt. Werden den hilfreichen Elben Kleider angefertigt und zurecht

gelegt, so fliehen sie mit dem klagenden Rufe „ausgelohnt, ausgelohnt“

davon und kehren nimmer wieder.

[93] Sagen vom Klabautermann bei Temme, Volkssagen aus Pommern S. 302;

Wolfs Zs. f. Mythologie 2, 141 ff.; Müllenhoff, Sagen aus Schleswig,

Holstein und Lauenburg 318 ff.; zur Etymologie Deutsches Wörterbuch 5,

888; Laistner, Nebelsagen S. 334.

[94] Ebenso J. Köhler, Volksbrauch, Aberglauben und Sagen im

Voigtlande, Leipzig 1867, S. 476.

[95] Baier in Wolfs Zs. f. Myth. 2, 141; Temme, Volkssagen aus Pommern

und Rügen, Berlin 1840, S. 302.

[96] Die ahd. Form lautet _nihhus_, crocodilus, die ags. _nicor_,

Wassergeist, Wasserungetüm, an. _nykr-vatnahestur_, Flusspferd,

dän. _nökk_, schwed. _nekk_. Aus der ahd. Form entwickelt sich mhd.

_niches_, _nickes_, woraus nhd. _nix_ entsteht; im Nds. begegnet

wie im Ags. das r-Suffix, _nicker_. Das Fem. ist ahd. _nihhussa_,

_nihhessa_, lympha, woraus mhd. _nickese_, nhd. _nixe_. Zu Grunde

liegt vermutlich eine germ. Wurzel _niq_ aus vorgerm. _nig_ (sanskrit

_nij_, griech. νίπτω, sich waschen, baden), so dass Nix eigentlich

der Badende, der Taucher wäre. Vgl. Kluge, Etym. Wörterbuch unter

Nix; über die Verschiedenheit der Ableitungssilben Noreen, Abriss der

urgerm. Lautlehre S. 65 und 136. An. _nykr_ ist aus älterem _nikwir_ zu

erklären (Noreen, An. Grammatik² § 72, 5), aus der an. Form entstehen

regelrecht die neunordischen.

[97] Weinhold, Zs. d. Vereins f. Volkskunde 5, 124 hält den

schlesischen Namen der Wasserjungfer Wasserlisse, Lisse für eine

Verderbniss aus Wassernixe.

[98] Witzschel, Sagen aus Thüringen 1, 236, 279, 285.

[99] Auch Weinhold, Zs. d. Vereins f. Volkskunde 5, 112 denkt bei den

fischschwänzigen Nixen an die Meerweiber des ausgehenden Altertums,

die dem deutschen Volke namentlich aus dem romanischen und gotischen

Baustil seit dem 10. Jh. vor Augen kamen. Freilich meint er auch

selbständige Bildung annehmen zu dürfen, aber mit Unrecht.

[100] Nixensagen in den Deutschen Sagen Nr. 49-69; 83; 305-308.

[101] Vgl. Maurer, Isländ. Volkssagen der Gegenwart S. 172 f.; Jón

Árnason, Þjóðsögur 1, 633; Lehmann-Filhés, Isländ. Volkssagen 2, 16 f.

[102] Nach Lehmann-Filhés, Isländ. Volkssagen 1, 65 f.; weiteres bei

Maurer, Isländische Volkssagen der Gegenwart S. 31 f.; Jón Árnason,

Þjóđsögur 1, 132 ff.; vgl. auch Hammershaimb, Färösk anthologi 1, 335.

[103] Vgl. Mannhardt, Wald- und Feldkulte. I. Der Baumkultus der

Germanen, II. Antike Wald- und Feldkulte, Berlin 1875 u. 1877;

Mythologische Forschungen, Strassburg 1884.

[104] Vgl. Mannhardt, Roggenwolf und Roggenhund, Danzig 1865, 2. Aufl.

1866; Die Korndämonen, Berlin 1867.

[105] Laistner, Rätsel der Sphinx 1, 31, 52; 2, 71.

[106] Über den _Bilwis_ vgl. J. Grimm, Myth. 441 ff.; Schmeller, Bayer.

Wörterbuch 1, 230; 2, 1037 ff.; Mannhardt, Antike Wald- und Feldkulte

175 f.; Laistner, Rätsel der Sphinx 2, 262, 266, 286; Nebelsagen 315 ff.

[107] Vgl. Weinhold, Die Riesen des germanischen Mythus, in den

Sitzungsberichten der Wiener Akademie der Wissenschaften Band 26, 1858,

S. 225-306.

[108] Vgl. die Deutschen Sagen der Brüder Grimm Nr. 45; Weiteres bei

Laistner, Nebelsagen S. 256.

[109] Ob die von Tacitus Germ. 46 erwähnten _Etionas als itjans_,

gefrässige Riesen gedeutet werden können (Müllenhoff, Altertumskunde 2,

354), bleibe dahingestellt.

[110] Vgl. Kögel, AnzfdA. 18, 49; aus derselben Wurzel ist der

Volksname _ermun-duri_ und _thuringi_ gebildet, und das nord. Zeitwort

_þora_, wagen. Die frühere Erklärung z. B. noch Mogk im Grundriss 1,

1041 zieht skrt. _tṛš_ lechzen, gierig sein, heran, indem das s in

_þurs_ als wurzelhaft betrachtet wird, was es aber schwerlich ist.

[111] Zur Etymologie von Hüne vgl. J. Grimm, Myth. 491; Deutsche

Grammatik 2, 462; Müllenhoff, ZfdA. 13, 576; Kögel, AnzfdA. 18, 50;

anders Kluge im Etym. Wb. unter Hüne.

[112] Teufelssagen, die aus alten Riesensagen stammen, verzeichnet J.

Grimm, Myth. 972 ff.

[113] Zur Stelle vgl. Vilmar, Deutsche Altertümer im Heliand S. 10;

die ags. Stellen, welche _enta geƕeorc_ nennen, bei Grein, Ags.

Sprachschatz 1, 228.

[114] Zur Sage vom Riesenbaumeister J. Grimm, Myth. 514 ff.; 3, 158;

Menzel, Odin 19 ff.; Scheibles Kloster 9, 7 ff.; Kuhn, Westfäl. Sagen

1, 29; 248 ff.; Simrock, Myth.⁵ 55 ff.; Henne am Rhyn, Die deutsche

Volkssage 242 ff.; Faye, Norske folkesagn 14 ff.; E. H. Meyer, Myth.

153.

[115] Die Erklärung des Namens, der im Ags. als _Forneot_ wiederkehrt,

ist _Forn-jótr_, alter Riese, Urriese, oder _For-njótr_, Vorbesitzer

des Landes, Oberherr (Uhland, Schriften 6, 22; Falk, Beiträge 14, 9);

Noreen, fornnordisk religion S. 2 schlägt _fórn-njótr_, Opfergeniesser,

vor.

[116] Von Forniots Geschlecht berichten die Fornaldar sögur 2, 3 ff.;

von Halogi ebenda 2, 383 ff.; zur Sage vgl. Uhland, Schriften 6, 20

ff.; Mogk, Grundriss 1, 1040.

Handbuch der Germanischen Mythologie · 第 58 / 68 段