10. Bereitung des Pilzextraktes.

Trotz der verschiedenen im Handel befindlichen »Würzen« steht zum

Verfeinern einer Suppe, einer Tasse Fleischbrühe, einer Bratentunke der

selbstgefertigte Pilzextrakt unübertroffen da. Derselbe kann fast aus

allen Pilzsorten gefertigt werden, aber auch hierbei gibt die Praxis

verschiedene wertvolle Winke. So können ganz besonders diejenigen

Pilzarten die vorzüglichste Verwertung finden, die mitunter in riesiger

Menge vorkommen, so daß sie kaum zur Speise bewältigt werden können,

zumal wenn in sogenannten Pilzjahren erstklassige Speisepilze reichlich

vorhanden sind. Ebenso finden solche Arten sofortige Verarbeitung, die

sich nur wenige Stunden halten und oft massig zu ernten sind. Erinnert

sei nur an den walzigen und an den Schopf-Tintling, die oft tausendweise

auf einer Wiese stehen. Und in welchen Mengen finden sich zu Zeiten der

echte Reizker, der Hallimasch, der Perlpilz, die Ritterlinge, die

Täublinge, die Gelblinge usw., ebenso der Sand-Röhrling. Die anderen

Röhrlinge eignen sich wegen ihres außerordentlich schleimigen Charakters

nicht so gut zum Extrakt wie die oben erwähnten Pilze.

Bei Herstellung desselben verfahre man in folgender Weise: Die geputzten

und gereinigten Pilze werden in gleicher Weise zunächst wie die Pilze

zur Speise behandelt, d. h. im eigenen Safte abgekocht, aber ohne

Natronzusatz, da dieser sonst den Extrakt schaumig macht. Diese Brühe

wird abgegossen, die abgeseihten Pilze nochmals mit etwas wenig

Salzwasser tüchtig ausgekocht und dieser Saft zur ersten Abkochung

getan. Die Pilze selbst werden, um allen Saft zu gewinnen, in einem

Säckchen einem leichten, dauernden Drucke unterworfen. Der gesamte Saft

wird hierauf stark gesalzen, auf ein Liter davon ein Kaffeelöffel Salz,

und nun so dick eingedampft, daß zuletzt der Extrakt sirupdick wird. Am

schnellsten kommt man zum Ziele, wenn der dünne Saft zunächst in Pfannen

eingedampft wird und dann in kleineren Töpfen. Man nehme aber nur ganz

neue Tongefäße zu diesem Zwecke, die man später ja stets dazu verwenden

kann. Der fertige Extrakt wird nun in kleinen, weithalsigen Fläschchen

aufbewahrt. So hält er sich jahrelang.

Beim Gebrauche rechnet man auf 5-6 Teller Suppe einen Kaffeelöffel

Extrakt. Zu diesem Zwecke wird vorstehende Menge in einem kleinen

Töpfchen mit etwas kochendem Wasser aufgequirlt und durchgeseiht der

Suppe usw. beigegeben.

Führer für Pilzfreunde · 第 19 / 38 题