Nur etwas ganz Überzeugendes, Augenscheinliches wird bei dem verliebten
Bären von entscheidender Wirkung sein.
Und wie Thea die ungeduldig zuckenden Hände gegen die Schläfen preßt
und über das »was« und »wie« grübelt, da durchfährt sie plötzlich ein
Gedanke und jagt ihr heiße Glut in die Schläfen.
Gabrieles Zettel!
Jener Zettel, welchen das törichte, selbstbewußte Backfischchen vor
Jahren geschrieben, der Zettel, auf welchem sie erklärt, nun und nimmer
den Grafen von Hohen-Esp heiraten zu wollen!
In fliegender Hast entzündet Thea das Licht, wirft ihr Morgenkleid über
und eilt an den Schreibtisch im Nebenzimmer.
Wie war es möglich, daß sie diesen kostbaren, unersetzlichen Zettel
vergessen konnte! --
Nein -- vergessen hatte sie ihn nicht ... sie hatte ihn ja schon damals
sorgsam aufbewahrt in dem Gedanken, daß er ihr einmal nützen könne
... Aber jetzt ... sie dachte nicht, daß sie ihn schon jetzt, so bald
als schwerwiegendste Waffe gegen die Nebenbuhlerin ins Treffen führen
werde! --
Besitzt sie ihn überhaupt noch?