XI.

Einen Augenblick stand Guntram Krafft regungslos und starrte der

entzückenden Erscheinung des jungen Mädchens nach.

Alles Blut, welches ihm zuvor nach dem Herzen gestürmt war, schoß ihm in

die Wangen, und ein Gefühl tiefster Mutlosigkeit überkam ihn.

Er war viel zu harmlos und weltfremd, um in dem Benehmen der beiden eine

Zurücksetzung oder Unhöflichkeit zu sehen; es erfüllte ihn nur mit

tiefer Betrübnis, daß er zu spät gekommen war, und sein erster Gedanke

war der, daß Gabriele wohl erwartet hatte, er werde früher den Weg zu

ihr finden, um sie zu engagieren.

Fraglos war sie über sein langes Zögern ungehalten, denn zuvor hatte sie

ihn doch nicht mit diesen stolz und kühl schimmernden Augen angesehen!

Sie lächelte ihm so wonnig zu, als er sie aus dem Schnee emporhob, und

als sie zuerst in das Theater trat und seiner ansichtig wurde, da

spiegelte es sich in ihrem Gesicht, daß sie ihn wiedererkannte, und

abermals flog das süße, bezaubernde Lächeln um ihre Lippen. Nun zürnt

sie ihm!

Wie soll er sich ihr wieder nähern, um sie zu versöhnen?

Er ist so fremd hier, unter all den vielen Menschen doch so allein.

Und sehr freundlich ist niemand zu ihm, keiner scheint Zeit und Lust zu

haben, mit ihm zu plaudern.

Dieses Empfinden macht ihn noch befangener wie zuvor, und er, der noch

nie ein Gefühl der Furcht gekannt, der sich todesmutig auf die brüllende

See hinauswagte, voll kühnen Trotzes dem Tode sein Opfer abzuringen, er

wagte es kaum noch, die Schwelle des Tanzsaals zu überschreiten, er

steht zaudernd und verzagt beiseite und fühlt es plötzlich, wie heißes,

ungestümes Heimweh sein Herz erfaßt.

Jubelnde Tanzweisen erbrausen durch die weitgeöffneten Saaltüren, -- er

hört nur noch den Klang von Gabrieles herben Worten, -- eine bunte,

glitzernde, farbenprächtige Menschenflut wogt vor ihm und lockt mit

tausend Wundern, -- er aber sieht nur noch zwei kalte, helle,

kristallfarbene Mädchenaugen, welche ihn ansehen, daß er bis in das

tiefste Herz hinein friert. --

Wie einsam, wie verlassen ist er auch hier! -- Wie empfindet er es noch

so viel schmerzlicher, als daheim in seiner Mutter Haus!

Da klingen leise, schnelle Schritte neben ihm, und eine milde,

freundliche Stimme spricht ihn an. --

»Dachte ich es mir doch, Graf, daß Sie nach der ersten Niete, welche Sie

gezogen, kaum noch Lust verspüren, in das volle Menschenleben

hineinzugreifen! -- Schade, daß ich Sie vorhin erst im Vorübergehen

entdeckte und erst pflichtschuldigst meine Tour abtanzen mußte, ehe ich

Sie holen konnte! Ich hätte Ihnen gern Gabrieles Abweisung erspart!«

Guntram Krafft hatte überrascht den Kopf gewandt.

Er blickte in die sehr sanften, liebenswürdigen Augen der Komtesse

Sevarille.

Wie ein Aufatmen nach banger Spannung ging es durch seine Seele.

»O, Komtesse ... Sie gedenken meiner ... Sie nehmen meiner so freundlich

wahr?!« stotterte er mit aufleuchtendem Blick und kämpfte gewaltsam

seine Verlegenheit nieder.

»Selbstverständlich, Graf! >Wenn der Berg nicht zu mir kommt, gehe ich

zum Berg!< sagt Mohammed, und nach diesem praktischen Beispiel möchte

auch ich handeln. -- Ich kann mich so lebhaft in Ihre Situation hinein

versetzen! Sie sind fremd hier, alles mutet Sie ungewohnt an, und

niemand von diesen hastigen, vielbeschäftigten Menschen hat Zeit, Sie

ein wenig in die Sitten und Gebräuche der großen Welt einzuführen!«

»Nur Sie allein, Komtesse, wollen diese große Freundlichkeit haben?«

»Wenn Sie sich meiner Fürsorge anvertrauen wollen, Graf?« lächelt sie

herzgewinnend zu ihm auf: »Es sollte mich aufrichtig freuen, wenn ich

recht viel zu Ihrem Amüsement beitragen könnte!«

»Ich danke Ihnen von Herzen!« Er sagt es sehr warm und herzlich und

blickt ihr so ehrlich in die Augen wie ein Kind: »Wie schade, daß ich

diesen freundlichen Schutzengel nicht früher fand! Sie hätten mich gewiß

beizeiten zu Fräulein von Sprendlingen geführt, damit ich noch einen

Tanz und nicht einen Korb von ihr erhalten hätte!«

Thea lächelt und zuckt die nicht allzu runden Schultern.

»Auf jeden Fall hätte ich Ihre Bitte um den Tanz zu gelegenerer Zeit

angebracht wie Sie!«

»Gelegenere Zeit?«

»Sahen Sie nicht, wie sehr vertieft Gabriele und Herr von Heidler in

ihre Unterhaltung waren?«

Der Bär von Hohen-Esp wurde abermals rot, als wäre er auf einer Sünde

ertappt.

»Nein ... das sah ich nicht!« --

»Herr von Heidler macht ihr sehr die Cour! Wer weiß, was er ihr gerade

sagen wollte, als Sie so störend dazwischentraten!«

Der Graf blickte sie starr, wie verständnislos an. »Ah!« sagte er nur.

»Und weil Sie fraglos einen sehr lyrischen Augenblick abkürzten, sah

Gabriele Sie nicht sonderlich freundlich an!«

»Sie liebt ihn?«

»Ich glaube es wohl, -- die ganze Stadt wenigstens erzählt es sich als

Tatsache!«

Wie groß und geisterhaft seine Augen sie anstarrten!

»Sie sind schon verlobt, die beiden?«

»Das weiß man nicht genau, aber man vermutet es! -- Nun aber kommen Sie,

lieber Graf! es gibt noch so viele reizende Damen im Saal, welche alle

sehr gern mit Ihnen tanzen möchten! Sehen Sie hier, meine Tanzkarte! Ihr

Name fehlt auch noch darauf, und den Kotillon habe ich speziell für Sie

aufgehoben!«

»Ich kenne diesen Tanz nicht, Komtesse ... außer Polka und Walzer lernte

ich keine Reigen.«

»Gut! So setzen wir uns während dieser Zeit und sehen zu! Ich erkläre

Ihnen die einzelnen Touren, und das nächste Mal wirbeln sie flott mit

mir herum!«

»Das wäre sehr gütig, Komtesse!« er spricht wie einer, dem die Kehle

zugeschnürt ist.

»Kommen Sie mit! Führen Sie mich in den Saal zurück! Wir haben eine sehr

lustige, kleine Ecke gebildet, und wenn ich Sie all den jungen Damen und

Herren bekannt mache, werden Sie sich vortrefflich amüsieren!«

Sie legt ihre Hand auf seinen Arm und blickt zu ihm auf.

So gütig und freundlich wie sie sah ihn noch niemand hier in der

Residenz an.

Das fällt wie Sonnenschein in sein Herz.

»Ich danke Ihnen, Komtesse!« sagt er noch einmal; er möchte so gern mehr

sprechen, aber er weiß nicht was. Er hat es nicht gelernt, das leichte,

amüsante Geplauder, er vermochte auch nicht in diesem Augenblick von

gleichgültigen Dingen zu reden, jetzt, wo sein Herz zum erstenmal im

Leben schmerzt, als sei ihm ein grenzenloses Leid widerfahren.

Aber Gräfin Sevarille scheint keine Unterhaltungskünste von ihm zu

verlangen, ihre dunklen Augen lachen fröhlich zu ihm auf, und sie

spricht statt seiner, während sie nach dem Tanzsaal schreiten.

»Wissen Sie, Graf, was ich glaube? Sie finden unsere große Stadt, unsere

lebhaften Feste, all die modernen Sitten und Gebräuche fürerst ganz

greulich und sehnen sich heim in den köstlichen Frieden Ihres stillen

Strandschlosses! O wie sehr begreife ich das! Auch für mich gibt es

kein besseres Glück als eine Landidylle! Warum sehen Sie mich so

erstaunt an? Scheint Ihnen das so unbegreiflich?«

Sein Blick haftet noch immer überrascht auf ihrem blassen Gesichtchen.

Er muß sich beinahe herabbeugen, wenn er in ihre Augen schauen will, die

sehr kleine, puppenhafte Gestalt hängt wie ein verwehtes Sommerwölkchen

an seinem Arm.

»Ja, das finde ich sehr unbegreiflich, aber es freut mich um so mehr, es

zu hören. Ich glaubte, die Leute der großen Welt hätten gar keinen Sinn

und kein Verständnis mehr für die kleinen Genien des Friedens, welche

sich aus dem Häuserlabyrinth heraus zu uns in die Stille der Wälder

geflüchtet haben. -- Lebten Sie längere Zeit auf dem Lande, Gräfin, daß

Sie es liebgewannen?«

»Längere Zeit? O nein, Gott sei es geklagt! Nur ganz kurz und flüchtig

lernte ich seinen Zauber kennen, und darum glüht die Sehnsucht desto

heißer in meinem Herzen! -- Sie müssen mir viel von Ihrer Heimat, von

Ihrem Leben und Treiben dort, erzählen, Graf! Nachher setzen wir uns

abseits auf einen Diwan in der Galerie, und dann wollen wir beide mit

allen Gedanken so sehr in Hohen-Esp sein, daß Ihr Heimweh bald schwinden

soll! Fürerst aber möchte ich Sie recht vielen Damen vorstellen, damit

Sie ...«

Er blieb zögernd stehen und blickte in die offene Saaltür ein, vor

welcher Kopf an Kopf die Herren in glänzenden Uniformen standen und mit

mehr oder minder harmlosen Scherzen die Tanzenden kritisierten.

»Ein Plaudern in der Galerie dürfte also viel lohnender sein wie ein

solches im Saal!« sagte er leise, und die Lichter flirrten vor seinem

Blick, und die schmetternden Musikklänge taten ihm weh. »Lassen Sie uns

also doch gleich hier bleiben, Komtesse, wenn Sie wirklich diesen Tanz

für mich opfern wollen!«

»Opfern?« -- sie neigte das Köpfchen mit den leuchtend roten

Granatblüten zurück und lächelte: »Nicht im mindesten, -- der Tanzsaal

lockt mich ebensowenig wie Sie! Darin bin ich so grundverschieden von

meiner Freundin Gabriele, daß sie sich einzig inmitten des amüsantesten

Getriebes wohlfühlt, während mein Sinn sich seit jeher nach der

beschaulichen Ruhe sehnte.« -- Sie setzte sich auf den weißen,

golddurchwirkten Brokat des Diwans nieder; die lichtrote Seide ihres

Kleides leuchtete unter den duftigen Tüllwogen, und hinter ihr baute

sich eine Kulisse von Kamelien und Fliederbäumen auf, welche die

blühenden Zweige über ihr Köpfchen neigten.

Es war ein hübsches, anmutiges Bild, aber Guntram Krafft sah es nicht.

Es lag noch immer wie graue Schleier vor seinen Augen, und aus allen

Worten seiner Partnerin hörte er nur das eine heraus, daß Gabriele sich

einzig bei Spiel und Tanz wohlfühle.

Mechanisch setzte er sich an die Seite der Gräfin nieder.

»So würde Fräulein von Sprendlingen nie auf dem Lande glücklich sein?«

»Nein, soviel ich beurteilen kann, nie! Und das ist ja auch gut, denn

aller Wahrscheinlichkeit nach wird sie in eine Großstadt heiraten, da

bleibt ihr ja alles zur Verfügung, woran ihr Herz hängt! -- Nun aber

sagen Sie mir einmal, Graf, wie geht es Ihrer lieben, hochverehrten Frau

Mutter? Ich hörte durch einen Freund meines Vaters so viel von ihr

erzählen, daß ich die seltene, vortreffliche Frau lieben lernte, ohne

sie zu kennen! Sie muß ja in ihrer Jugend bildschön gewesen sein, und so

fabelhaft liebenswürdig ... nicht wahr? Sie sehen ihr sehr ähnlich?«

Guntram Krafft war viel zu unerfahren, um die versteckte Eloge aus

diesen Worten herauszuhören, er schaute sie nur abermals voll

aufrichtigen Dankes an.

»O, wenn Sie sehen würden, was meine Mutter leistet, Komtesse, welch

eiserne Energie, welch unermüdlichen Fleiß sie besitzt, Sie würden sie

nicht nur lieben, sondern auch bewundern und verehren! Wenn die Bären

von Hohen-Esp in alter Zeit die Schirmvögte des Landes gewesen sind,

welche ihre starke Hand über die Schwachen und Notleidenden breiteten,

so hat meine Mutter diese Zeit in ihrer Person wieder aufleben lassen!

Wenn mancher Schiffbrüchige ahnte, wessen milde Hand ihn ins Leben

zurückgerufen, der Name der Gräfin Gundula würde bekannter sein, als wie

er es ist!«

»Was für ein guter Sohn sind Sie! -- O, es ist ein Genuß, wenn man so

von einer Mutter sprechen hört! Warum wirkt die herrliche Frau so ganz

inkognito? Legt sie denn gar keinen Wert darauf, auch von der Welt

anerkannt zu werden?«

»Von der Welt? Die ist ihr sehr gleichgültig!«

»Und wie denken _Sie_ darüber?«

»Genau ebenso!«

»Sie streben nicht nach äußeren Ehren, nach Rang und Würden?«

Seine großen blauen Augen blickten sie verständnislos an.

»Nein! Was sollten die mir nützen?«

Sie schlang die kleinen Hände staunend ineinander.

»O, Sie Kinderherz! Wissen Sie nicht, daß der Ehrgeiz die Triebfeder

jedweden modernen Schaffens und Handelns ist?« --

»Ich weiß es wohl, aber ich verstehe es nicht. Mir genügt der Beifall

von zweien vollkommen.«

»Von welchen zweien?«

»Von Gott dem Herrn und meiner Mutter!«

»Ihre Mutter kann Ihnen wohl ein Lob sprechen und Sie dadurch beglücken,

-- der Beifall Gottes dürfte aber nur eine Illusion sein, denn er ist

durch nichts zu beweisen!«

Wieder traf sie sein klarer, ernster Blick.

»Durch nichts im Sinne der Welt, -- und doch ist er so fühlbar. Haben

Sie es nach einer guten Tat noch nie im innersten Herzen bestimmt

gefühlt und gewußt, daß Gott mit Ihnen zufrieden war? -- Der Beifall

der Menge mag schön sein, aber solch ein Gefühl glückseliger Erhebung

und frommer Zufriedenheit, wie ich es als Gottes Segen empfinde, wenn

ich meine Schuldigkeit und vielleicht noch ein wenig darüber ... getan,

das kann aller Lorbeer der Welt nicht geben!«

Thea blickte vor sich nieder.

Hatte sie je eine gute Tat getan, hatte sie jemals derartiges empfunden?

--

Sie zupfte ein wenig ungeduldig an den roten Blüten ihres Kleides; nur

mit Mühe unterdrückte sie ein ironisches Lächeln, aber sie bewegte

zustimmend den Kopf und sagte beinahe träumerisch: »Und ob ich dies

Gefühl kenne! Sie glauben gar nicht, Graf, _wie_ sehr Sie mir aus der

Seele sprechen! Darüber müssen wir noch viel eingehender plaudern ...

ah, Herr von Stetten! Holen Sie mich etwa schon zu unserer Française?«

Der Vortänzer stand vor ihnen und verneigte sich hastig mit sehr

scharmantem Lächeln.

»Leider darf ich mich noch nicht so glücklich preisen, Komtesse, während

eines ganzen Galopps bin ich noch verurteilt, auf diesen Vorzug zu

warten! Jetzt gilt mein störendes Eingreifen lediglich dem Herrn

Grafen!« -- Abermals eine sehr höfliche Verneigung vor Guntram Krafft,

welcher sich erhoben hatte und den Gruß erwiderte. »Der Kammerherr von

Rheinsberg sucht Sie aller Ecken und Enden, Graf! -- Seine Hoheit der

Herzog haben den Wunsch geäußert, Sie zu sprechen! -- Auch dürfte es

alsdann gelegene Zeit sein, daß Sie den fürstlichen Damen präsentiert

werden!«

»Ich stehe zur Verfügung, wollen Sie die Güte haben, mich dem Herrn

Kammerherrn zuzuführen. Ich bitte um Verzeihung, Komtesse, und stehe

bald wieder zu Diensten.«

Wie altmodisch und wohlerzogen das klang! So recht nach Gräfin Gundulas

vergilbter Schule; Thea wollte es eigentlich nicht, aber sie wechselte

doch einen schnellen Blick mit Herrn von Stetten, um dessen Lippen ein

recht scharfes Zucken ging.

Dann schritten die beiden Herren eilig davon, und Komtesse Sevarille

erhob sich ein wenig gelangweilt und wandte sich dem Saale zu.

»Thea!« --

Beinahe erschrocken schaute sich die Gerufene um. Hinter dem Boskett

hervor traten Frau und Fräulein von Sprendlingen, sie hatten auf einem

zweiten Wandpolster, welches ganz versteckt hinter der grünen Kulisse

stand, gesessen und waren weder von der Komtesse noch von dem Grafen

Hohen-Esp bemerkt worden.

»Gabriele ... gnädigste Frau ... um alles in der Welt -- was tun Sie

hier?«

Baronin Sprendlingen schritt mit einem merklich kühlen Gruß und ganz

seltsam scharfem Blick an der jungen Dame vorüber, Gabriele aber blieb

stehen und lachte.

»Solch indiskrete Lauscher hattest du nicht vermutet? Je nun, wenn man

Pech hat! Als ich ein einziges Mal herumgetanzt hatte, riß mir plötzlich

die Perlenschnur am Hals -- zum Glück konnte ich sie gleich in der Hand

zusammen fassen! Mama stand in meiner Nähe, wir flüchteten uns hierher

in dieses lauschige Versteck, nahmen ein paar Perlen heraus, und Mutter

knüpfte den Faden so gut es ging zusammen. Ich denke, jetzt wird sie

halten. Du weißt, ich liebe einen völlig nackten Hals nicht.« --

»Und diese Prozedur dauerte so lange?«

Thea sah ein wenig verlegen aus und bemühte sich, desto harmloser zu

erscheinen.

»Gerade als wir uns erheben wollten, kamst du mit dem Bären und setztest

dich Posten, -- da wollten wir nicht stören.«

Das war lachend gesagt und klang doch wie feiner Spott.

Auch Thea lachte. »Hast du dich an den Bekenntnissen seiner schönen

Seele recht delektiert? Wie gefiel dir die Ansicht dieses prächtigen

Menschen über eitle Ruhmsucht? O Gabriele, du glaubst gar nicht,

_wie_ gut er mir gefällt!« --

Die Komtesse flüsterte es sehr schwärmerisch, und doch hing ihr Blick in

scharfem Forschen an dem reizenden Antlitz der Freundin, einer sehr

abfälligen Kritik gewärtig.

Die Bären von Hohen-Esp: Roman · 第 45 / 110 题