»Von dem modernen Parzival!« lacht der Prinz, »welcher heute abend dem
fliegenden Holländer eine gewaltige Konkurrenz macht und das Publikum
mehr interessiert wie der bleiche Kapitän auf der Bühne drunten!«
»So, so! -- Der Graf von Hohen-Esp! -- Der dürfte freilich die
Attraktion der diesjährigen Saison sein! -- Und >Parzival< nennt Ihr
ihn? -- So übel nicht, wenngleich der Hof des Königs Amfortas recht
wenig Ähnlichkeit mit dem unsern hat!«
»Parzival kam auch in Klingsors Zauberschloß und sah dort Blumenmädchen,
die beinahe so schön waren wie unsere Balldamen!« neckte der Prinz mit
einem Seitenblick auf Gabriele.
»Dürfen wir ... oder müssen wir jetzt erröten, Hoheit?« --
»Beides, mein gnädiges Fräulein, es steht Ihnen eins so gut wie das
andere!«
»Laßt sehen, ob es den modernen Parzival von Burg >Hohen-Esp< fesselt!«
scherzte der Herzog und fuhr, direkt zu Fräulein von Sprendlingen
gewandt, fort: »Was sagen Sie dazu, Gnädigste, daß die eifersüchtige
Mutter Herzeleide, alias Gräfin Gundula, endlich den so lang versteckten
Sohn freigibt?« --
»Ich höre es soeben mit Staunen, königliche Hoheit, daß Graf Hohen-Esp
hier in der Residenz anwesend ist!«
»Sogar in nächster Nähe zu schauen! Bemerkten Sie noch nicht in der
Loge, Ihnen gegenüber, einen blonden Mann, welcher nicht im mindesten
nach einem Hinterwäldler ausschaut?!«