O kalter Jüngling, mit den Geschäften der Männer! Wenn vom Tage dir die
Hälfte frei bleibt -- eine Minute nur -- eine Minute könntest du ja doch
der heissen Liebenden schenken. Aber ach -- dein Herz ist kalt.
Wellmine -- ich nehme Theil an deiner Unruh, und -- (etwas lasser) Theil
nimmst du blos -- und an meiner Unruh? und -- bemitleidest mich vielleicht
auch? -- (Sie schweigt, und einige Thränen fallen auf Salassins Hand, der
gerührt das reizende Mädchen anblickt --)
Wellmine! Deine Thränen glühen an meiner Hand -- Wellmine -- Wellmine -- du
quälst mich --
(Mit verstellter Kälte und einiger Ironie) Es sind Thränen eines Mädchens
-- Jüngling! Ich heuchle, wie alle Mädchen -- vergieb -- ich habe dich
getäuscht -- mein Geständniß war Lüge -- ich bin ja ruhig -- mein Herz ist
kälter als das Deine --
O bei Gott nicht -- Wellmine -- mir bangts im Innern -- du hast die Nattern
der Unruh in mir aufgeregt -- Wellmine-- -- verschone --
(im vorigen Tone) O das sind Schäckereien -- ich scherzte nur -- glaube
keinem Worte -- was ich sprach -- du träumest selbst nur --
Foltre mich nicht -- Mädchen! Dein Ton ist bitter, und geißelt mein Herz --
ich liebe --
(voll Entzücken an seine Brust sinkend) O so bin ich gränzenlos glücklich
-- vergieb meines verstellten bittern Tons -- ach auch er war der Sporn,
den Liebe mir gab -- Jüngling -- ich bin dein --
(Salassin gewahrt den Mißverstand, und wendet sich gleichgültig ab.)
(Wellmine erblast und verstummt in sprachloser Verwirrung.)
Ein Diener kömmt eilig, und sagte: Die Schlafstunde schlug. Die Thore
werden gesperrt. Wir kommen sonst nicht in die Stadt mehr!
So müssen wir nimmer säumen -- sprach Salassin und führte Wellminen
verstimmt in die Stadt. Ohne viel Worte zu wechseln kamen sie nach Hause.
Süssen Schlummer! Wellmine sagte Salassin etwas wärmer.
Süsse Ruhe! wiederholte das Mädchen, und schlüpfte über die Stiege in ihr
Gemach, warf sich auf eine Ottomane, und saß die ganze Nacht in Sinnen und
Härmen.
Seine Brust ist kalt -- sagte sie weinend -- sein Herz ein Eisklumpen --
und ich Tollkühne -- Gott, ich habe mich blos gegeben -- Er verachtet mich
nun -- ha verachten? Ha! vergebens soll ich um den Gefühllosen mich härmen?
-- Doch -- er ist ja doch Mensch -- sein Blut rollt heiß in den Adern,
sollen ihn Reize nicht rühren? -- Ha er muß fallen -- der Stolze -- durch
meine Kunst soll er fallen -- aber welch verzweiflendes Mittel wähl ich?
Und kann ich dies brennende Verlangen, dies marternde Härmen, kann ich
meines Herzens Toben anders stillen? -- Ha so stähle mich denn, Liebe! die
du mich an den Kalten so unbezwinglich zaubertest! --
So dachte sie, so sann sie auf Schlingen für das Vögelchen, das sie mit
aller Gewalt fangen wollte.
Sechstes Kapitel.
Die Portraitsvorzeigung.
Doch nun lassen wir sie an ihrem Plänchen schmieden, wir werden am Ausgang
genug sehen. Genug wenn der fertig gestrickte Strumpf uns zu Gesichte
kömmt; warum sollen wir zusehen, wie er gestrickt wird.
Die Zeit, wo die von den Vorstehern ausgeschriebenen Bildnisse gezeigt
werden sollten, war erschienen. Hundert der geschicktesten Mahler bemüthen
sich ein Meisterstück ihrer Kunst zu liefern, und arbeiteten rastlos mit
Ehre ihr Werk vorzulegen, voll dem Wunsche nach der schönen Belohnung.
Am Tage des Vorzeigens versammelten sich die Vorsteher in einem Saal des
Musäums, saßen in einem Kreise, und die Mahler wurden mit ihren Produkten
unter dem Donnern der Trompeten und Pauken in einen Vorsaal des Musäums
gelassen.
Wer wird den Preis erhalten? -- sprach Einer -- Ich bin begierig den
Glücklichen zu sehen! Ein Anderer. Welcher wird den Kaiser am besten gefaßt
haben! Der Dritte. Ich wette der berühmte Haning, der den Kaiser alle Tag
belauschte, um ihn recht zu fassen, liefert das vollkommenste Bild! Der
Vierte.
O wer wird die Prämie erhalten, als der göttliche Fillner -- der mahlt alle
weg --! Der Fünfte.
So lispelten die Vorsitzer untereinander voll Neugier den zu wissen, der
die Braut nach Hause führt.
Den Mahlern, die mit ihren verhüllten Produkten im Vorsaal standen,
zitterte das Herz im Leibe vor Sehnsucht, Hoffnung und Zweifeln. Einer sah
den andern mit scheelen Augen an, jedes Miene schien zu sagen: Ich bin der
Glückliche! mir fällt der Kranz zu! Endlich erscholl das Zeichen zum
Anfang, als die Mahler versammelt waren. Sebald war der lezte in den
Vorsaal gekommen, und erschrak über den Anblick so vieler Meister, worunter
er den Unbedeutendsten geschickter als sich selbst hielt. Er wollte zurück
mit seinem lieben Werkchen den Weg nach Hause treten, aber nun ward keiner
herausgelassen, und die Schande hören zu müssen: »Seht der hat ein armselig
Vorgefühl, er geht lieber bei Zeiten fort:« -- Diese Schande wäre Sebalden
zu unerträglich gefallen. Lieber will ich der Lezte eintreten, als unter
dem Gespotte dieser da aus dem Saale weichen! dachte er, und stellte sich
in einen Winkel, wo ihn niemand mehr fixirte: allenfalls daß der oder jener
von den berühmtesten Künstlern mit einem schiefen Blick auf Sebalden
vorüber gieng, die Nase rümpfte, den Mund in ein hönisches Lächeln zog, und
die Lippen aufwarf als wollt er sagen: der junge Laffe da will auch mit uns
Meistern sich messen?
Das Zeichen ward mit Trompeten und Pauken gegeben, die Saalthüre wurde
geöffnet, und einer der berühmtesten Künstler trat mit seinem nun
enthülltem Bildnisse in den Saal.
Schön! trefflich! riefen diese -- andre Herrlich! man hieng es auf und der
Nahme des Mahlers ward einprotokollirt.
Die Trompeten und Pauken schmetterten, und es trat ein 2ter ein -- so ein 3
--4 -- 5 -- so traten 50 nach und nach herein, und alle so trefflich, so
vollkommen gezeichnet, daß man nicht wußte, wem der Preis entschieden
werden sollte.
Endlich stand Sebald ganz allein im Vorsaale da, mit klopfendem Herzen,
zitternden Schritten, und wankenden Knien, unentschlossen ob er itzt doch
herein oder fortgehen solle.
Jeder Mahler, der sein Portrait abgegeben, und einprotokollirt war, reihte
sich unter die Zuseher und Beurtheiler. So waren denn alle da und jubelten
denn jeder, mich hat keiner übertroffen.
Sind der Herrn Künstler noch viele im Vorsaale, sprach der Präsident des
Musäums. --
Ein einziger -- antwortete der Vorletzthereingekommene.
Der wird mir auch nicht den Dukaten aus der Hand reißen! -- dachte einer.
Der konnt sich wohl lieber nach Hause zeigen lassen! -- Ein Anderer.
Der muß ein sauberer Gesell seyn, daß er zuletzt bleibt -- Ein Dritter.
Du wirst mich auch nicht in den Graben stossen -- Ein Vierter.
So dachte jeder durch die Reihe, und starrte begierig bis die Thüre sich
öffnen würde.
Das gewöhnliche Zeichen erscholl, und alle Blicke hiengen starr auf die
Thüre, voll Erwartung des Endes.
Sebald faßte das Bild bei dem Rande, und hielt es vor sich her, so daß das
Bildniß auf die Zuseher, auf ihn aber der unbemahlte Theil der Leinwand zu
stehen kam; er war so zu sagen ganz bedeckt.
Die Thüre wurde geöffnet, und Sebald schritt herein.
»Der Monarch selbst! -- riefen alle -- standen von ihren Sitzen auf, und
verbeugen sich erfurchtsvoll vor dem Gemälde.
Aber wie erstaunten alle -- als sie ihren Irrthum bemerkten.
O vortrefflich! vortrefflich: Göttlich! Das vollkommenste ohne Gleichen!
Unübertrefflich! Der hat den Preis! -- schrien alle, und wähnten troz dem
erkannten Irrthum den Kaiser in persona leibend und lebend vor sich.
Jeder Pinselzug war Leben! Jedes Fäserchen so natürlich ausgedrückt! Die
hohe Stirne mit dem lebendigen Ernst und der Majestät, wie sie in des
Kaisers Gesicht selbst schwebt. Die Milde und Freundlichkeit in dem Zug um
den Mund, das Feuer der Augen -- alles -- alles so lebhaft daß die
Vorsteher des Musäums und die Kenner und Mahler getäuscht werden mußten.
Der Beifall war unendlich, und der Preis ward Sebalden einstimmig
zuerkannt; wiewohl Gall und Neid in unzähligen Gesichtern so richtig sich
mahlten, als Sebalds Preisbildniß gemahlt war.
Einige schäumten vor Groll und Gift, andere ärgärte es, sich von dem Jungen
da übertroffen zu sehn. Besonders haderten diejenigen mit sich, die vorhin
so wenig in ihm suchten, ihn mit spottischen Näschen, oder scheelen Blick
anguckten.
Der Präsident gebot Stille, und sogleich schwieg der Strom der Mißgunst zu
brausen.
Empfange junger Mann! dem einstimmig die ausgeschriebne Prämie für das
unübertreffliche Bildniß unsers Monarchen zuerkannt wird, empfange aus
meinen Händen im Namen der Vorsteher den Preis! diese Ehrenmedaille auf die
der Name noch geprägt wird! durch deine Geschicklichkeit -- durch dein
Verdienst! bist du werth des Vaterlandes! Fahre fort ihm Ehre zu machen,
und bleib ihm ein treues würdiges Glied.
Der Präsident umarmte ihn, die andern folgten ihm, wünschten ihm Glück. Die
Trompeten und Pauken schmetterten stärker. Die Versammlung trennte sich;
Sebald ward im Kranze der Vornehmsten unter dem Getöne einer lieblichen
Musik, und von dem in Schwärmen herbeigeeiltem Volk in seine Wohnung
begleitet.
Fürst Tellmann und Salassin waren gerade aus der Residenz zurückgekommen,
erstaunten und taumelten im höchsten Entzücken auf den beneidenswerthen
Sebald zu, der bescheiden da stand, die Huldigungen der Menge tiefgerührt
annahm, und unaussprechlich seelig durch Tellmanns und Salassins Jubel eine
dankbare Thräne vergoß.
Der Tag war ein Fest der allgemeinen Freude, Jünglinge und Mädchen
beschäftigten sich um ihn, und führten ihn im Triumph -- er mogte sich
sträuben wie er wollte -- zur Aneiferung Anderer durch die Stadt.
An den Theaterzetteln stand sogar: Dem neuen Künstler Sebald Kaiserbild zu
Ehren.
Nach dem Schauspiele gieng es zum Ball, im Pallaste des Präsidenten des
Musäums, und Sebald als der Held des Balles, der Gesellschaft, des Tages,
begann den ersten Reigen.
Fürst Tellmann selbst vergaß sein Alter und tanzte wie ein Jüngling. Alle
Mädchen drängten um sich Sebald, aber Sebald -- nun? er ist doch etwa nicht
traurig? unzufrieden?
Je nun -- ganz zufrieden ist er -- aber doch auch nicht! Sein Gesicht ist
der lachende Blüthenmond -- aber sein Herz? -- ein öder Wintertag. Warum?
Ist ihm das alles zur Last? Gewiß ersah er das nicht -- was sein Herzchen
ersehnt? Getroffen, mein Leser! getroffen.
Mit forschendem Blicke durchirrt er die Reihen der Mädchen -- das schöne
jammernde Mädchen war aber nicht darunter. Doch ließ er sich das von keinem
abmerken, höchstens daß sein trauter Salassin etwas geahndet hätte; aber
der war zu sehr mit der Gesellschaft und dem Tanze beschäftigt.
Siebentes Kapitel.
Das Abentheuer.
Da schäckert eben ein Kranz muthwilliger Mädchen mit dem Helden des Tages
und seinem Freunde.
Ist Wellmine nicht darunter? Nein! Sie plaudert an der Seite mit dem
Kellner. Ihr Plänchen ist geschmiedet, und dazu braucht sie den Kellner,
die Mundschenker und einige Diener, denen sie Goldberge verheißet für eine
kleine Gefälligkeit.
Den besten stärksten Wein -- so spricht sie zu diesem -- schenkt dem Einen
ein, der dort mit dem Ballhelden immer so vertraulich umgeht. Recht häufig
und recht stark! Hört! vergeßt nicht! Er ist ein außerordentlich lustiger
Mensch, wenn er ein klein Räuschchen im Kopfe hat. So stirbt er vor Leid!
Da wollen wir schon helfen, sagten die Diener, es soll der Himmel und die
Erde mit ihm tanzen!
Armer Salassin! Was hat Wellmine heute mit dir vor? Was wird dir noch
geschehen?
O wehe, da wirket der Geist des Trunkes schon. Unvorsichtiger, wehe dir --
es ist um dich geschehen!
Salassin ward ungemein munter -- so witzig -- so zum Scherzen und
Schäckern, zum Tändeln und Tanzen aufgelegt, als ihn noch niemand im Leben
gesehen. Tausend artige Gallantrien sagt er den Mädchen und Frauen, die den
Jüngling bewunderten und liebten.
Mit allen trank er Brüderschaft -- sein Herz floß über seine Lippen -- kurz
Salassin der lustige, galante, schöne Jüngling zog diesmal aller
Aufmerksamkeit ungetheilt auf sich.
Sebald merkt es dann bald, was ihn begeistere, und beschwor ihn bei Zeiten
sich des fernen Trunkes zu hüten, weil der überall geschätzte, leicht der
überall belachte hätte werden können.
Salassin folgte zwar lange dem Rathe des Freundes, als aber der letzte der
Reigen getanzt wurde, konnte Salassin dem Durste nicht länger widerstehen,
und trank ein Gläschen um das andere leer.
Zum Glück war es spät nach Mitternacht, und das Ende des Balls da. Salassin
mächtig vom Weine betäubt irrte fort nach Hause zu.
Ja nun war die Wirthschaft sauber. Das Gebäude lag in einer ihm etwas
unbekannten Gegend der ungeheuern Stadt, die blos an Pallästen 4000 und an
gewöhnlichen Bürgerhäusern wohl der 20000 zählte. Wohin nun?
Allein war er fort, klug genug um keinem andern seine Lage zu verrathen.
Vor dem Hause stand ein Wagen, man zog Salassin hinein, er ohne vielen
Bedenken fuhr fort. Er stieg vor einem Pallaste ab -- das ist meine Wohnung
meint er, und stieg die Treppe hinauf.
Er tappte im Dunkel eine lange Treppe fort, und schob unvermuthet eine
leichte Zimmerthüre auf, wo ein Lichtstrahl von einer Kristallsonne den Weg
erhellte. Er stand in dem Zimmer, es ward wieder dunkel, denn die Sonne war
plötzlich verschwunden.
Bin ich doch einmal zu Hause! -- dachte er -- und zog den Rock ab -- und
indem er denselben auf eine Ottomanne werfen wollte, erhellte sich plözlich
das Gemach von der enthüllten Kristallsonne.
Salassin sah umher, und sah -- welch ein Anblick! Auf einem Ruhebette lag
ein Mädchen halbverschleiert; Er wankte näher, das verstellt schlaffende
Mädchen ergriff wie im Schlummer seine Hand, und stammelte den Namen
Salassin! -- Ha! rief Salassin zitternd und zurückfliehend -- es ist
Wellmine! Ha verächtliche -- deine Lockungen reizen mich nimmer! -- Er
ergriff den hingeworfenen Rock, und floh, als loderte über ihm das Gemach
zur Thüre und zum Hause hinaus.
Rasend sprang nun Wellmine auf -- rasend über den mißlungenen Plan. Sie
verfluchte ihren unseligen Einfall und zerraufte ihr schönes Rabenhaar, und
rannte weinend im Gemache herum.
So kann nichts, nichts die kalte Marmorseele locken? Das verlezte Gefühl
der schönsten weiblichen Tugend, Schamhaftigkeit -- die unbelohnte
dürstende Liebe -- Die Vorstellung sich Verachtung statt Achtung gesponnen
zu haben, verfolgte das unglückliche Mädchen wie Furien -- sie kämpfte im
unaufhörlichen Kampf. -- Vom Selbstgefühle so tief herabgesezt verwirrte
sie Wahnsinn nach langen unaussprechlich jammervollen Stunden -- und das
blühende Rosenmädchen hatte sich bald zum Gespenste gehärmt.
Salassin war inzwischen durch Gassen und Strassen geeilt -- und kam endlich
an die Residenz des Kaisers; von da er bald seine Wohnung traf. Er sank
betäubt in einen unruhigen Schlummer.
Achtes Kapitel.
Das Aerntefest.
Der Jubel des gestrigen Tages war endlich mit dem Schlaf und Traume
verwichen. Schwere Köpfe, schläfrige Augen, und müde Füsse waren den
Tänzern noch die deutlichsten Spuren, daß gestern ein Festtag gewesen.
Alles gieng nun wieder seinen ordentlichen Gang. Salassin wachte spät von
einem doppelten Rausche auf.
Du bist gestern oder eigentlich heut morgens spät nach Hause gekommen --
sagte Sebald lächelnd. Du wadetest gewiß einem lockenden Irrlichtchen nach
in Sümpfen herum!
Bin aber doch glücklich und bei Zeiten herausgekommen -- antwortete
Salassin etwas trübsinnig.
So? laß mich doch hören! Wie ist dir heute zu Muthe, und im Kopfe?
Nirgends gar zu wohl!
Da bedaure ich dich, daß mein Jubeltag dir so garstig bekommen! Nun,
Ritter, hast du alla Don Quinxotte mit Windmühlen oder Riesen gekämpft?
Ach -- mit noch ärgern Feinden?
Und den Kampf siegreich bestanden?
Jenu -- das Feld hab ich zwar geräumt -- aber dadurch eben gesiegt.
Du wärst ein kluger Feldherr!
Wer weiß! nur möchte ich meine Taktik gegen Mädchen nicht gar zu oft
versuchen.
Wie so?
Salassin erzählte mit Treuherzigkeit den ganzen Vorfall. In Sebalds Seele
drängte sich Abscheu mit Mitleid.
Seb. Darum plauderte sie mit den Weinschänkern so oft.
Sal. Jawohl hat sie die Schuld -- meine Gewohnheit mich zu berauschen ists
nicht; es war das erstemal in meinem Leben.
Seb. Du warst noch glücklich. Alle waren über deine thätige Munterleit
entzückt. Niemand ahndete die Ursache derselben, und dabei hast du ja
gewonnen, du bist nun der Liebling aller Schönen; aber die Schlange, weich
ihr aus, Salassin!
Sal. Das that ich, und nun noch mehr.