„Ich danke der Nachfrag’, gut. Und Ihnen -- ach ’s ist lang, wissen Sie
noch gnä Freiln, in der Isarau -- das waren Zeiten.“
Nacka Planck erinnerte sich. „O ja, Katti Kipferl, sagen Sie mal, was
ist denn da aus der Kleinen geworden, wissen Sie, die mit den sanften
Rehaugen, die so jung war?“
Katti Kipferl nahm eine wehmütige Haltung an. Sie sagte, als spräche
sie Unaussprechbares: „Is a Wassermädel worn, gnä Freiln, im Stephanie
a Wassermädel.“
Leonore begriff nichts. Anastasia wiederholte jetzt voll Trauer, wie
wenn es sich um eine Wasserleiche handelte: „Ein Wassermädel. So.“
„Ja,“ stöhnte Katti Kipferl, „no ja, wie’s halt geht -- hat a Kloans
g’habt -- ja, wenn mers so bedenkt, a Wassermädel!“
„Schrecklich,“ sagte Nacka und ihr Gesicht verzog sich wie in Gram. Im
selben Augenblick schüttelte sie sich: „Katti, bitte, eine Heidsieck --
trocken.“
„Sogleich, gnä Freiln.“ Auch Katti verlor in Sekundenschnelle die
Melancholie und eilte nach Sekt.
„Und Zigaretten,“ rief die Planck.
Der Klavierspieler wimmerte immer noch La Paloma.
„Herr Wredegast, bitte -- sagen Sie doch dem Kapellmeister, er soll die
schöne blaue Donau spielen, und bestellen Sie ein Viertel Wein für ihn
-- wenn er es lieber in Geld hat, auch recht.“
Herr Wredegast war kaum enteilt, als schon die blaue Donau klang. „Und
sonst was Hübsches,“ rief die Planck, „die Alpenkönigin, das Edelweiß.
Kommt, Kinder, wir wollen lustig sein -- hierher Katti Kipferl -- so
-- gut -- trinkt Kinder, wir wollen lustig sein -- so ein Walzer, der
macht Erinnerungen --“
Sie stieß Leonore an. „Leonore gehen Sie doch aus sich heraus -- gehn
Sie aus sich heraus.“
Alfred Wredegast brachte einen Herrn. Er hatte Lieder aus dem Rinnstein
gedichtet und war sehr berühmt.