»Komm herein,« befahl er und schritt ihr und dem Kinde voran die Stufen
empor, an lauter Herrenleuten vorbei -- jungen und alten --, es waren
deren mindestens sechs oder sieben. Sie erkannte die gnädige Frau, der
küßte sie rasch noch die Hand, und dann ging sie durch die Sommerstube
und den Saal und den mittleren Korridor immer hinter ihm her, und der
Kleine war tapfer und quarrte nicht im geringsten.
Und so kamen sie in sein Arbeitszimmer, das am Giebelende gelegen war
und drei Polstertüren hatte, eine rechts, eine links und eine zum
Korridor hin, durch die sie nun eintraten.
Er drehte das elektrische Licht an, das sie noch nie gesehen hatte, denn
damals war es Petroleum gewesen. Da stand noch der Schreibtisch, an dem
sie Sonnabends immer Rechnung gelegt hatte, und das Ruhebett in der
linken Fensterecke stand auch noch da. Und alles war überhaupt, als sei
sie nie weg gewesen.
Er hatte sich unter den Kronleuchter gestellt und betrachtete sie lange,
aber von dem Kinde, das sie erwartete, und auch von dem, das sie an der
Hand hielt, sagte er nichts, sondern begann so: »Es hat mir leid getan,
Marinke, daß dein Mann mir vor ein paar Jahren die Milch gekündigt hat.
So sind wir ganz außer Verkehr gekommen, und ich weiß nichts mehr von
dir. Du hast dich in der ganzen Zeit nicht einmal an mich gewandt, und
das passiert mir in ähnlichen Fällen eigentlich niemals. Ich will nicht
sagen, daß ich dir das besonders hoch anrechne, denn wenn ich kann,
helf' ich gerne. Aber nun setz dich hin, denn du wirst müde sein, und
sage, was führt dich her?«