Und nun möchte sie wieder lieber ins Torfloch. -- -- --

Wie sie von neuem am Quitschenweg steht, ist es schon Nacht, aber

richtig Nacht wird es im Juli ja doch nicht.

»Find' ich ihn nicht zu Hause,« denkt sie, »so setz' ich mich an die

Feuerstelle und warte, bis er zurückkommt.«

Und so geht sie langsam den Zufahrtsweg hinauf und bis an das Hoftor.

Der Kettenhund rührt sich nicht. Ja richtig, den hat er vergiftet, weil

er sich losgemacht und die Petruschka zerbissen hat. So hat es der Magd

die Smailene erzählt.

Das Tor steht offen. Warum auch nicht? Das Vieh ist längst fort, das hat

sie ja selber gestohlen.

Ob er wenigstens die Haustür verschlossen hat?

Aber wie kann er? Sie selber hat ja den Schlüssel.

So drückt sie also die Klinke auf zum Vorflur.

Da kommt aus dem Finstern was Helles gesprungen und riecht an ihr hoch

und riecht und riecht und stellt sich dann vor sie hin und fängt zu

heulen an, wie ein Mensch heult.

Heult er vor Freude? Heult er vor Jammer? Wer kann es wissen?

Ihre Augen haben sich schon an das Dunkel gewöhnt, und wie der Jons in

seinen Kleidern aus der Stubentür tritt, erkennt sie ihn deutlich. Sie

sieht auch gleich, daß er nüchtern ist. Bloß verschlafen scheint er zu

sein.

Und wie er fragt, wer da ist, gibt sie gar nicht erst Antwort, sondern

fällt vor der Feuerstelle zusammen. Sie denkt, nun wird er die Schaufel

nehmen oder die Axt.

Aber was tut er?

Er macht die Haustür weit auf, damit er sie besser besehen kann, und

dann stellt er sich neben sie hin und fragt: »Ist es noch immer das

Kreuz, daß du nicht aufkannst?«

Nein, das Kreuz ist es nicht mehr, auch die Angst ist es nicht mehr,

jetzt sind es die Tränen, daß sie nicht aufkann.

Und sie kniet vor der Feuerstelle und legt die Stirn auf die Kante und

weint und weint, weil sie da ist und weil er die Axt nicht nimmt oder

die Schaufel.

Wie wird sie's ihm aber bloß beibringen von dem Sparkassenbuch und dem

Vieh? Und dann auch, wie sie mit dem Nachbar steht und gestanden hat,

treu nach der Wahrheit?

Und weil sie nicht weiß, was sie reden soll, liegt sie da und weint.

Litauische Geschichten · 第 44 / 69 题