Da sagt der Jons: »Die Marjellens sind ja, Gott sei Dank, auch weg.«

»Das weißt du?« sagt sie und richtet sich auf.

»Ich hab' ja alles aufladen sehen heute mittag,« sagt er.

»Und du hast sie nicht zuschanden geprügelt?«

»Ich hab' schon eine zuschanden geprügelt,« sagt er und setzt sich neben

sie auf den Herd.

Da hebt sie den Kopf und legt ihn ihm zwischen die Knie, und er legt die

Hand auf ihr Haar, und so sitzen sie lange.

Aber endlich muß sie es ihm doch sagen -- das mit dem Nachbar zuerst.

Sie druckst und druckst, doch es will nicht recht losgehen. »Der Nachbar

--« sagt sie, »der Nachbar --« und dabei bleibt es.

»Is ja alles egal mit dem Nachbar,« sagt er, »wenn du bloß da bist.«

Nun weiß sie, daß er ihr alles verziehen hat, wenn es auch noch so

schlimm wäre. Aber sie will es nicht auf sich sitzen lassen -- nicht

eine Stunde mehr.

Und da kann sie mit einem Male ganz fix in die Höhe und setzt sich neben

ihn und erzählt ihm von dem Gesangbuch -- wie wundertätig sich das in

der Jugend an ihr erwiesen hat. Nun aber sind sie längst angejahrt und

drüber hinweg. Und daß der Nachbar heut für die Nacht zum Nachbar

Smailus gegangen ist, erzählt sie ihm auch.

Er sagt: »Wenn du bloß da bist.« Und sonst sagt er nichts. -- -- -- --

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Nun wollen sie schlafen gehen. Doch es sind keine Betten da.

»Ich lieg' sonst auf dem Stroh,« sagt er, »und bedecken tu' ich mich mit

dem Woilach.«

Das Pferd ist weg, aber sein Woilach dient weiter.

»Wie wir anfingen,« sagt sie und schämt sich, »da hatten wir wenigstens

Bettzeug.«

»Ach Gott,« sagt er, »das Vieh ist ja weg und viel von dem Hausrat und

alles Gesparte« -- wie er sagt »alles Gesparte«, da schluckt er doch,

und ihr zerreißt es das Herz --, »aber die schönen Gebäude sind da, und

die Wiese haben wir auch, und die Kartoffeln gedeihen -- und der

Moorvogt sagt: >Das Pferd wird sich finden,< und fürs übrige leiht er.

Wir fangen eben noch einmal von vorne an, das ist alles.«

Wie er das sagt, da kommt die Erdme sich wieder ganz jung vor.

Und dann kriechen sie still in das kahle Bett und decken sich zu, so

viel die kurze Pferdedecke nur hergibt. Und sie frieren auch nicht, denn

die Nacht ist ja mild, und sie können sich gegenseitig erwärmen.

Wie die Erdme da liegt, denkt sie: »O Gott, o Gott, wie liegt es sich

schön hier!« Und ihr Kreuz wird bald heil sein, und dann wird sie

arbeiten wieder für dreie. Und der Segen wird kommen, wie er das

erstemal kam. Nein, er _ist_ schon gekommen, denn der Jons liegt ja bei

ihr und sagt halb im Schlaf: »Wenn du bloß da bist.«

Die Petruschka hat den Kopf zwischen die Pfoten gesteckt und träumt von

einer Wanne mit lauwarmem Seifenwasser und einem tüchtigen Schrubber.

Und wie ich die Erdme kenne, wird der Traum sich morgen erfüllen. -- --

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Litauische Geschichten · 第 45 / 69 题