Der zieht die langen Stiefel an und planscht drauf los.
Der Hof steht unter Wasser. Das will am Ende nicht viel sagen. Der
Knüppelweg steht auch unter Wasser, aber der Boden darunter ist noch
steif gefroren. Man kann vom Fenster aus sehen, daß er fest hält. Wie
der Jons marschiert, macht das Wasser spielende Wellchen über dem
Fußgelenk. Sänke er ein, dann würde es spritzen.
Die Nachbarhäuser drüben stehen im grauen Nebel und scheinen so weit
weg, daß man meinen könnte, sie seien aus einer anderen Welt.
Alles ist still, und kein Windchen rührt sich, und die Dächer tropfen.
Dann hebt im Stall die Rotbunte zu brüllen an. Die Kühe haben heute früh
noch kein Heu gekriegt, und die Schweine quaksen.
Die Erdme sagt zu den beiden Marjellen: »Wir müssen abfuttern gehen.«
Aber die wollen nicht 'ran, denn das Wasser ist naß.
So zieht sie sich also die Strümpfe aus, schnürt die Röcke hoch und geht
auf Klotzkorken nach dem Hof.
Die Bretter, die bis zum Stall gelegt sind, schwimmen schon, und wenn
man von einem zum anderen springt, dann knallt das Wasser nur so in die
Höhe.
Aber man kommt doch noch hin.
Den Schweinen geht das Wasser schon an die Läufe. Sie sind unruhig und
fressen nicht. Die Schwarzweiße hingegen hat Hunger. Die kommt aus der
Niederung und kennt den Dienst. Aber die Rotbunte macht Sperenzchen. Die
will trocken stehen. Brav ist natürlich das Pferdchen, obwohl ihm die
nasse Streu kein Vergnügen bereitet. Die Erdme hilft, so gut sie kann,
aber sie müßte den Stallboden um einen Fuß höher legen, und dazu gehört
eine Sommerarbeit von vierzehn Tagen.
Sie will sich von den Tieren nicht trennen, läuft von einem zum anderen
und klopft ihnen beruhigend die Hälse. Mehr kann sie nicht tun.