Flüsternd berichtete er ihr von den Absichten Menschikoffs und der
Bedeutung des Mittelfensters.
Sie senkte lässig die Achseln: »Seine Verwegenheit reicht nicht an mich
heran.« Sie wies auf die Soldaten: »Zu Ihrer Beruhigung mögen sie hier
bleiben. Es folgt mir niemand, außer Ihnen.«
»Majestät!« In Bassewitz' Stimme bebte Sorge.
Kühl schüttelte sie den Kopf: »Nein, Graf, keine Säbel, keine Gewehre.
Ich siege durch andere Waffen. – Öffne!«
Der Unteroffizier der Garde vor der hohen Flügeltür zum Beratungszimmer
grüßte mit dem Degen. Aber er rührte keine Hand:
»Niemand darf hinein ohne schriftliche Erlaubnis des Fürsten.«
Wallend schoß das Blut in Bassewitz' Wangen. Er griff nach der Waffe.
»Ruhe, Freund!« Katharina trat zwischen ihn und den hühnenhaften
Menschen: »Nur kein Ungestüm.« Sie faßte den Unteroffizier fest ins
Auge:
»Wessen Haus ist das?«
»Des Kaisers.«
»Der Kaiser ist tot!«
Der Mann bekreuzte sich: »Der heilige Nikolaus bitte für ihn. So gehört
sein Haus Euch, Mütterchen.«
»Gut. Und in meinem Hause bestimme ich, nicht Fürst Menschikoff. Öffne!«