Zwei Sperlinge hatten ein Nest auf dem Dach eines Hauses und brachten
ihr Leben zu, indem sie zufrieden waren mit dem, was sie sich erwarben.
Nachdem sie durch Gottes Willen Junge bekommen hatten, flogen sie immer
beide aus, um für ihre Jungen Nahrung zu holen. Eines Tages als der
Vater von einem Fluge heimkehrte, sah er, daß die Mutter in Aufregung
um das Nest flog, laut schrie und jammerte. Er rief aus: „Was machst du
und was jammerst du?“ Sie antwortete: „Warum sollte ich nicht
wehklagen? Als ich nach kurzer Abwesenheit zurückkehrte, sah ich, daß
eine schreckliche Schlange an unser Nest herankroch. Wie sehr ich auch
bat und flehte, es nützte nichts.“ Sie sagte: „Dein Schreien macht auf
meine schwarze Seele keinen Eindruck.“ Ich antwortete: „Gut, aber
fürchtest du dich nicht davor, daß wir beide uns an dir rächen und dich
zu töten versuchen werden?“ Die Schlange antwortete unter Lachen: „Was
sollte ich von dir befürchten?“ Da blieb mir nichts anderes übrig als
um Hilfe zu rufen. Aber niemand hörte mich und die Schlange hat unsere
Jungen gefressen und sich in unser Nest gelegt.“
Als der männliche Sperling diese Schreckenskunde vernahm, war er wie
vom Blitze getroffen. Während dessen war der Besitzer des Hauses damit
beschäftigt Licht anzuzünden und hielt einen in Öl getauchten
brennenden Docht in der Hand. Der Sperling packte den Docht und warf
ihn auf sein Nest. Um einen großen Brand zu verhindern, stieg der
Hausherr auf das Dach und wollte das Nest mit einer Hacke vom Dache
herunterschlagen. Als die Schlange vor sich die Feuerfunken und über
sich die Schläge der Hacke merkte, steckte sie aus einem Loch den Kopf
heraus und wurde von der Hacke erschlagen.