Ein Fuchs streifte in einem Walde umher. Von der Macht des Hungers
getrieben suchte er überall in Gedanken nach Nahrung. Er kam gerade in
die Nähe eines Baumes, an den man eine Trommel gehängt hatte. Bei jedem
Windstoße wurde ein Zweig des Baumes in Bewegung gesetzt, der auf die
Trommel schlug, wodurch ein schrecklicher Laut ertönte. Der Fuchs sah
einen Hahn, der auf dem Kopf einen Kamm wie eine Kaiserkrone trug, ein
Gefieder wie ein Pfau hatte und stolz und majestätisch auf einer Wiese
einherstolzierte.
Der Fuchs verbarg sich in einem Winkel im Hinterhalte und wartete auf
den Augenblick, wo er ihn erbeuten konnte. Da schlug plötzlich der Ton
der Trommel an sein Ohr. Der Fuchs schaute hin und sah einen
merkwürdigen Körper, von dem ein schrecklicher Ton ausging. Seine
Freßbegier regte ihn auf und gab ihm den Gedanken ein, daß das Fleisch
und Fett dieses Gegenstandes seiner Stimme gleich sein müßten. Sogleich
verließ er das Versteck, wo er auf den Hahn lauerte, und ging auf den
Baum zu. Als der Hahn dies merkte, brachte er sich in Sicherheit. Der
Fuchs erstieg mit vieler Anstrengung den Baum und zerriß mit gierigem
Zahn die Trommel, aber er fand sie innen leer und außen trockenes Holz
und Fell. Das Feuer der Gier verbrannte sein Herz und das Wasser der
Reue floß ihm in Strömen aus den Augen, und er sagte: „Schade, daß ich
mich durch diese inhaltslose Form habe täuschen und mich durch diesen
trügerischen Gedanken von meiner anständigen Beute habe abbringen
lassen.“