43. DER FUCHS UND DIE TROMMEL

Ein Fuchs streifte in einem Walde umher. Von der Macht des Hungers

getrieben suchte er überall in Gedanken nach Nahrung. Er kam gerade in

die Nähe eines Baumes, an den man eine Trommel gehängt hatte. Bei jedem

Windstoße wurde ein Zweig des Baumes in Bewegung gesetzt, der auf die

Trommel schlug, wodurch ein schrecklicher Laut ertönte. Der Fuchs sah

einen Hahn, der auf dem Kopf einen Kamm wie eine Kaiserkrone trug, ein

Gefieder wie ein Pfau hatte und stolz und majestätisch auf einer Wiese

einherstolzierte.

Der Fuchs verbarg sich in einem Winkel im Hinterhalte und wartete auf

den Augenblick, wo er ihn erbeuten konnte. Da schlug plötzlich der Ton

der Trommel an sein Ohr. Der Fuchs schaute hin und sah einen

merkwürdigen Körper, von dem ein schrecklicher Ton ausging. Seine

Freßbegier regte ihn auf und gab ihm den Gedanken ein, daß das Fleisch

und Fett dieses Gegenstandes seiner Stimme gleich sein müßten. Sogleich

verließ er das Versteck, wo er auf den Hahn lauerte, und ging auf den

Baum zu. Als der Hahn dies merkte, brachte er sich in Sicherheit. Der

Fuchs erstieg mit vieler Anstrengung den Baum und zerriß mit gierigem

Zahn die Trommel, aber er fand sie innen leer und außen trockenes Holz

und Fell. Das Feuer der Gier verbrannte sein Herz und das Wasser der

Reue floß ihm in Strömen aus den Augen, und er sagte: „Schade, daß ich

mich durch diese inhaltslose Form habe täuschen und mich durch diesen

trügerischen Gedanken von meiner anständigen Beute habe abbringen

lassen.“

Türkische Märchen · 第 65 / 91 题