42. DER TISCHLER UND DER AFFE

Ein Tischler saß auf einem Stück Holz und zersägte es. Er hatte zwei

Keile. Den einen klemmte er in die Spalte, damit der Weg für die Säge

leichter sein sollte, und wenn eine bestimmte Grenze überschritten war,

schlug er den zweiten Keil ein und nahm den ersten heraus. In dieser

Weise arbeitete er. Ein Affe sah der Arbeit des Tischlers und der

Bewegung der Säge zu. Plötzlich mußte der Tischler während der Arbeit

etwas anderes tun und ging weg. Als der Affe den Platz des Tischlers

leer sah, kam er sogleich herbei, stieg auf das Holz und setzte sich

darauf. Irgendwie kamen seine Hoden auf der Seite, wo gesägt war, in

den Spalt, und er zog den Keil, ohne vorher einen andern einzuschlagen,

heraus. Als der Keil herausgezogen war, schlugen die beiden Seiten

zusammen und die Hoden des armen Affen wurden in dem Holze eingeklemmt.

Der Affe schrie laut vor Schmerz und sagte: „Es ist gut, daß jeder in

der Welt nur seine Arbeit macht, und der, der seine Arbeit nicht tut,

der macht Gutes schlecht. Meine Arbeit ist es, Früchte zu pflücken. Was

ging mich das Sägen an? Während es mein Beruf ist, mich im Walde

umzuschauen, wozu mußte ich mich mit Säge und Beil abgeben? Wer sich so

benimmt, dem passiert das.“

Als der Affe sich selbst so tadelte, kam der Tischler. Als er ihn in

dieser Lage sah, sagte er: „So geht es dem, der tut, was er nicht

gelernt hat“ und ließ es nicht an reichlicher Strafe fehlen.

Türkische Märchen · 第 64 / 91 题