Auch die Gänse zogen vorüber. Schließlich sieht er eine Gans, deren
Flügel zerbrochen ist. Er ordnet an, daß diese aufgeschnitten werde.
Man führt seinen Befehl aus, schneidet ihr den Bauch auf und findet den
Ring. Jedermann ist erstaunt. Der Padischah ernennt ihn zum
Obersterndeuter.
Der neue Obersterndeuter geht eilends nach Hause und bringt seiner Frau
die frohe Nachricht. Die Frau geht mit ihren Kindern zusammen ins Bad.
Als es heißt: „Die Frau des Obersterndeuters ist gekommen“, empfängt
sie jedermann mit Ehrerbietung. Dann kehrt sie nach Hause zurück und
sagt zu ihrem Manne: „Nun bin ich ins Bad gegangen, jetzt kannst du
wieder deinen Obersterndeuterposten aufgeben.“
„Aber Frau, ist das denn möglich? Hast du den Verstand verloren?“
„Tu, was du willst. Du mußt ihn aufgeben.“
Er bleibt einige Zeit lang im Gefolge des Padischah. Wie sehr er sich
auch bemüht, aus dem Amte entlassen zu werden, es glückt ihm nicht.
Eines Tages beschließt er, den Verrückten zu spielen, um von dem
Hofdienst los zu kommen. Während der Padischah im Bade ist, schlachtet
er ein Lamm, zieht sich dessen Kaldaune über den Kopf, wickelt sich
dessen Eingeweide um die Hüften, geht vor das Bad und ruft: „Der
Padischah soll herauskommen, das Bad wird einfallen.“
Als dem Padischah dies gemeldet wird, wickelt er sich schnell in irgend
etwas ein und stürzt hinaus.
Kaum ist er draußen, als das Bad mit Krachen einstürzt. Der Padischah
umarmt ihn, dankt ihm, daß er ihm sein Leben gerettet, und gibt ihm
viele Geschenke.
Dieser ist über das merkwürdige Zusammentreffen sehr erstaunt.
Eines Tages geht der Padischah mit seinem Obersterndeuter spazieren.
Unter einem Baume nimmt er von der Erde etwas auf und befiehlt dem
Obersterndeuter zu sagen, was es sei.
Der denkt nach, und da er es nicht raten kann, sagt er: „Heuschrecke,
wenn du auch einmal und auch ein zweitesmal springst, das drittemal
wirst du gefangen.“
Da öffnet der Padischah seine Hand, und eine große Heuschrecke springt
heraus. Dem Padischah gefiel dies sehr, und er sagte: „Was für eine
Belohnung wünschst du?“
Er antwortet: „Ich bitte Euer Majestät, mich aus dem Dienst zu
entlassen.“ Der Padischah nimmt das wohl oder übel an.
Der Mann lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern zurückgezogen
in seinem Landhause, beschäftigt sich mit der Erziehung seiner Kinder
und gibt die Sterndeuterei auf.