+Julie Billiart+, Stifterin der Kongregation von unserer lieben Frau
(~Institut des Soeurs de Notre Dame~), wurde geboren zu +Cuvilly+
(Picardie) am 12. Juli 1751 und starb am 7. April 1816 zu +Namur+
im Rufe der Heiligkeit. Von Jugend auf zeigte Julie Billiart eine
zarte Frömmigkeit und glühenden Seeleneifer. Als siebenjähriges
Kind unterrichtete sie schon andere Kinder im Katechismus. Im 14.
Jahre legte sie das Gelübde ewiger Keuschheit ab. Mit heldenmütiger
Geduld ertrug sie eine schmerzliche, langwierige Krankheit und die
Verfolgungen der Revolutionäre, die ihr mehrfach nach dem Leben
trachteten, weil sie dem Wirken eines abgefallenen Priesters in
ihrer Pfarre mit Erfolg entgegentrat. Im Jahre 1794 wurde sie durch
eine Freundin nach Amiens berufen, wo sie 1803 das Institut der
Schwestern von Unserer lieben Frau gründete mit dem Zwecke, den
+Kindern aller Stände+, besonders den +armen+, eine gründliche,
standesgemäße, christliche Erziehung zu sichern. Die Schwestern legen
einfache Gelübde ab und unterstehen dem Diözesanbischof. Durch ernste
+Selbstverleugnung+ sollen sie Muster, durch gründliche +Arbeit+
tüchtige Lehrerinnen ihrer Zöglinge sein. „Keine Frömmlerinnen,
sondern +verständige und gebildete Christinnen+“ sollen sie erziehen.
1809 siedelte die Stifterin nach Namur über, von wo aus ihr Werk
sich rasch ausbreitete. Bis zu ihrem Tode gründete sie 15 neue
Häuser. 1813 hatte sie eine längere Unterhaltung mit +Pius+ VII. in
+Fontainebleau+. Sie starb in Namur, heilig, wie sie gelebt. Ihr
Kanonisationsprozeß ist eingeleitet. Im Jahre 1883 gab es bereits in
Belgien, Holland, Deutschland, Amerika 106 Häuser.