=1. Luther= (1483–1546).
1. Martin Luther, geboren zu Eisleben, studierte zu Eisenach und
Erfurt und wurde in Erfurt +Augustinermönch+. Nach dem Empfange
der Priesterweihe wirkte er als Professor der Theologie an der
Universität zu Wittenberg und schlug hier am 31. Oktober 1517
seine 95 +Thesen gegen den Abla+ß öffentlich an. Damit begann die
Reformation. Luther starb in seiner Geburtsstadt Eisleben und liegt
in der Schloßkirche zu Wittenberg begraben.
2. Amt und Wirksamkeit eines +Jugendlehrers+ schätzt er hoch und
betont mit kräftigen Worten die Wichtigkeit der Kindererziehung. Er
sagt:
„Einen fleißigen frommen Schulmeister oder Magister, der Knaben
treulich lehret, kann man nimmermehr genug lohnen und mit keinem
Gelde bezahlen, wie auch der Heide Aristoteles sagt.“
„Es ist in einer Stadt so viel am Schulmeister gelegen als am
Pfarrherrn.“
„Ich wollte, daß keiner zu einem Prediger erwählt würde, er wäre denn
zuvor ein Schulmeister gewesen.“
„Es ist kein größerer Schaden der Christenheit, als die Kinder
versäumen.“
„Fleißig gebetet ist über die Hälfte studiert.“
3. Luther fordert mit großem Nachdruck zur +Gründung von Schulen+ auf
in der 1524 erschienenen Schrift: „An die Ratsherren aller Städte
Deutschlands, daß sie christliche Schulen aufrichten und halten
sollen.“ Er verlangt mit gleicher Entschiedenheit den +Schulzwang+
in der 1530 verfaßten Schrift: „Sermon an die Prediger, daß sie die
Leute vermahnen, ihre Kinder zur Schule zu halten.“
Es ist indes zu bemerken, daß Luther bei seinen pädagogischen
Wünschen und Forderungen nicht Volks- oder Elementarschulen, sondern
nur +Lateinschulen+ im Auge hatte.