2. Die Schulschwestern.

1. Der erste Begründer des Instituts der Schulschwestern ist

ein +französischer+ Priester, der hl. Petrus +Fourier+. Nach

einer unschuldig verlebten Jugend, mit tüchtigen Kenntnissen

ausgerüstet, wurde der junge Geistliche (1597) als Pfarrer nach

+Mattaincourt+ geschickt. Mattaincourt war ein in sittlicher

Beziehung sehr heruntergekommenes und im übelsten Rufe stehendes

Dorf. Dem unermüdlichen Eifer des gottbegeisterten Mannes gelang

es, die Gemeinde derart umzugestalten, daß sie als ein +Muster der

Sittenreinheit+ bekannt wurde.

2. Der klare Blick des seeleneifrigen Priesters erkannte bald,

daß zur dauernden Befestigung der guten Sitten in der Gemeinde

eine +sorgfältige Erziehung des weiblichen Geschlechts+ von

unberechenbarem Einflusse sei. Er faßte den Plan, einen religiösen

Orden für die Mädchenerziehung zu stiften. Einige junge Personen

aus seiner Pfarrei verzichteten auf die Eitelkeiten der Welt,

und am Weihnachtstage 1597 trat das Institut unter dem Namen

„~+Congrégation de Notre Dame+~“ ins Leben.

3. Die Regel des hl. +Augustinus+ wurde der Kongregation zugrunde

gelegt.

Von Gott sichtbar gesegnet, entwickelte sich das neue

Institut in auffallend kurzer Zeit. Von allen Seiten wurden

„~Notre-Dame~-Schwestern“ verlangt. Nachdem der fromme Pfarrer

zum General-Obern seines Ordens ernannt war, besuchte er die

Niederlassungen der Schwestern und zog 1636 nach Gray (~Franche

Comté~), wo er, 77 Jahre alt, im Rufe der Heiligkeit 1640 starb.

4. Die Schulschwestern von ‚~Notre Dame~‘ haben außer den drei

gewöhnlichen Gelübden noch die +Unterweisung+ der +Mädchen+

zur Lebensaufgabe. Wie bei den Ursulinerinnen, sind auch hier

+Pensionate+ in den Ordenshäusern und +Klassen für externe+,

namentlich +arme+ Kinder. Außerdem führen die Schulschwestern noch

+Waisen+institute. Der Unterricht wird praktisch erteilt und stets

nach den Bedürfnissen und Anforderungen der Zeit eingerichtet.

Grundzüge der Geschichte der Pädagogik · 第 77 / 110 题