V. Die Pfarrschulen.

1. Eine für den Katechumenen-Unterricht einflußreiche Änderung

war die allmähliche Durchführung der +Kindertaufe+ (nach der

Völkerwanderung). Der Religionsunterricht begann jetzt erst nach

der Taufe, aber auch gleich nach dem Eintritte der Kinder in die

Jahre der Vernunft. Die Seelsorger übernahmen den Unterricht. Das

Katechumenat hörte auf, und die Pfarr- oder Parochialschulen traten

an dessen Stelle.

2. Die +Form+ der christlichen +Katechesen+ mußte für Kinder

eingerichtet werden. An Stelle des Vortrages trat das +Zwiegespräch+

(Fragen und Antworten). Bei der Auswahl des Stoffes war auf die

Fassungskraft der Kleinen Rücksicht zu nehmen. So gestaltete sich die

Katechese zu einer Unterweisung von Kindern in den Anfangsgründen der

christlichen Lehre, welche in der Form des Zwiegesprächs durch Fragen

und Antworten erteilt wird.

+Katechismus+ heißt: +Lehrbuch in Form von Frage und Antwort+,

besonders für den Unterricht in der christl. Religion. Mit

+katechetischer Methode+ bezeichnet man die Unterrichtsweise in der

Form des +Zwiegesprächs+.

3. +Hauptlehrgegenstände+ der Pfarrschulen waren: Religion und

Biblische Geschichte; vielfach wurde auch Lese-, Gesang- und

Rechen-Unterricht damit verbunden.

4. Die +Errichtung+ von Parochialschulen wurde angeordnet durch

die Synoden von Orange und Valence (529) und durch das 3. ökumen.

Konzil (von Konstantinopel 681). Eine Synode in England bestimmte

ausdrücklich: „Die Pfarrer sollen so viele Schüler in ihre Häuser

nehmen, als sie können, und wie gute Väter ihren Geist nähren.“

Grundzüge der Geschichte der Pädagogik · 第 52 / 110 题