HEINRICH: (zu Mutter Pius) Lassen Se den Kickindewelt lachen, er weiß
von de Liebe nicks.
(Frau Sonntag nähert sich zerstreut dem Zelte.)
Mutter PIUS: So en jungen reichen Herrn un ich?
HEINRICH: Schockschwerenot, es is mein heiliger Ernst. Eine verständige
Frau muß ich haben.
Frau SONNTAG: Frau Pius, lass Sie sich von meinem Sohn nicht zum Besten
halten.
Mutter PIUS: Ich uz mir gern mit ihm, Ma'm Sonntag, lassen Se ihm die
Freude.
HEINRICH: Wenn Se alles innes Lächerliche träkken, liebe Frau Pius, wir
passen doch aufs Haar zusammen.
Mutter PIUS: (weiß nicht, wie sie es auffassen soll) Ein reiches
Fräulein muß Herr Heinrich heiraten. Titichens, will de Großmama (zeigt
auf Frau Sonntag) wieder in Arm wiegen (sie macht mit dem Arm die
Wiegebewegung.)
Frau SONNTAG: Nun lass Frau Pius zufrieden, Heinrich.
Mutter PIUS: Auf de Messe aber dürfen Se mir Johanni mit die Freunde in
meine Bude besuchen. Ich servier diesmal (nickt Heinrich heimlich
zynisch zu) en extra feine Delikatesse --
BERTA: (bescheiden zu Frau Sonntag und Heinrich) Ein Kind mit _zwei
Köpfen_ ....
Mutter PIUS: (bemerkt endlich Auguste, die schon längere Zeit erfolglos
aus dem Seiteneingang winkt) Nabend zusammen, ich muß bei meine Leute!
(Frau Sonntag setzt sich auf die Bank an den Tisch und Heinrich bleibt
neben ihr stehen.)
HEINRICH: Ein Unikum ist die Olle!
(Mutter Pius entreißt Auguste das Bild [Kabinettgröße] und
entfernt sich aus der Zauntür. Auguste bleibt verdutzt stehen.)
Frau SONNTAG: Du ziehst sie aber auch beständig auf, Heinrich.
AUGUSTE: Wie'n Wind (geht ins Haus).
HEINRICH: Spaß muß sein, Mama Charlottchen.
Fr. SONNTAG: Macht Dir das solch einen Spaß?
HEINRICH: Du sagst das so melancholisch.
Fr. SONNTAG: So, das weiß ich garnicht.
HEINRICH: (kleine Pause) Dieses Jahr wird die Bilanz gut werden, Mama
Charlottchen.
Fr. SONNTAG: (lebhafter) Du belügst mich, Heinrich?
HEINRICH: Bei meinem verrosteten, alten Säbel.
Fr. SONNTAG: Du bist ein Junge!
HEINRICH: Wir wollen ein Pulleken darauf trinken, Mama Charlottchen!
Fr. SONNTAG: (schüttelt lächelnd den Kopf).
HEINRICH: Schad, daß Pius Großmutter nicht mehr da ist; sitzen die noch
immer darin? (Er zeigt auf den Pavillon.)
Fr. SONNTAG: Man muß sich nicht gemein machen mit diesen Leuten.
HEINRICH: Mittags promeniert sie vor meinem Büro vorbei, bis ich
rauskomm.
Fr. SONNTAG: Warum?