Eines Nachmittags, gegen sechs Uhr, empfing Ginstermann den Besuch einer
Dame, die er schon irgendwo gesehen hatte.
Sie trug ein Kleid von weißer durchsichtiger Seide mit kleinen rosa Röschen
darauf, einen goldenen Gürtel, einen hellen Hut mit kleinen rosa Röschen,
sie trug einen Schleier.
Ginstermann stand auf und sein Herz pochte, daß er es fühlte.
Er hatte ganz in Gedanken herein gesagt, und nun trat eine Dame ein in
weißem Seidenkleid mit kleinen rosa Röschen darauf, und goldenem Gürtel,
eine Dame, die er kannte. Ihre Haare waren so sonderbar weißblond, wie
Stroh, das lange in der Sonne gelegen hat.
Die Dame stand schweigend an der Türe und hob mit zierlicher Handbewegung
den Schleier. Da erkannte er sie mit den Augen, er hatte seinem Herzen
nicht glauben wollen.
Er stand wie gelähmt. Seine Augen waren ohne Blick, als zerflössen sie.
Die Dame trat auf ihn zu und gab ihm die Hand. Ohne jeden Willen hatte er
ihr die Hand gegeben, ohne Druck.
»Mein Gott, Henri!« sagte sie bewegt, verwirrt, nahezu wie er selbst.
Sie hatte noch dieselbe Stimme.